Die Yucatan Halbinsel bildet das untere Ende von Mexico und bildet einen Zipfel in die Karibik hinein. Essentiell besteht Yukatan aus Kalkstein, was bedeutet, schlechte Böden und keine (sichtbaren) Flüsse. Die längste Korallenbank des amerikanischen Kontinents macht es durch Mangel and Tiefe unmöglich für große Schiffe zu ankern. Das bedeutete, dass die spanischen Angreifer im 16ten Jahrhundert und später die Mexikaner das Yukatan der Maya in Frieden gelassen haben, ähnlich wie Cromwell im 17ten Jahrhundert Connaught den irischen Bewohnern gelassen hat.

Tulum, vielleicht die hübscheste der Mayaruinen sitzt direkt am Meer ca. 50km südlich von Cancun. Noch 1920 kämpften hier Maya, mit Geld und Waffen, die sie von den Briten aus dem jetzigen Belize im Süden erhalten hatten, für ihre Unabhängigkeit von Mexiko. Die berühmtesten und anschaulichsten Gebäude von Tulum sind zugegebenermaßen Toltec eher als Maya. Wir werden aber auf eine einfache Steinstruktur direkt am Kliff, die aussieht als wäre sie einfach schlecht gebaut, mit großem Stolz von unserem Reiseführer Matheo hingewiesen..

Maya aerodynamische Gebäude links!

Maya aerodynamische Gebäude links!

„Sieht schief und krumm und verfallen aus, ich weiß, aber in Wahrheit ist der Turm so konstruiert, dass er absichtlich nach Nordosten lehnt, weil…“, lächelnde Pause für den vollen Effekt…. „Wenn Hurrikane von der Küste hier entlangkommen weht der Sturm aerodynamisch am Turm vorbei. Die Mauern sind auch nach innen gekurvt, um die Kraft der Winde abzufangen… Und 700 Jahre nach dem Bau steht der Turm immer noch. Das ist die einzige aerodynamische Struktur, die sie in der ganzen antiken Welt finden werden…“

Also ich zumindest bin beeindruckt… Er fährt fort..

„Für viel hunderte Jahre haben sich die Wissenschaftler über diesen Ort den Kopf zerbrochen. Sie wussten, dass die Spanier nicht vom Meer angreifen konnten, weil die Schiffe auf den Korallenbänken auf Grund gelaufen wären. Wie konnten also die Maya die Materialien, die sie zum Bau benötigten hier her bekommen? Mit der neuesten Satelliten Technologie hat man jetzt herausgefunden, dass es einen unterirdischen Fluss gibt, der unter der Ansiedlung hindurchfließt und der im Meer zwischen den Korallenbänken auftaucht. Durch das kalte Süßwasser können dort keine Korallen wachsen und so wurde eine natürliche Öffnung geformt, in die die Maya ihre Boote bringen konnten. Die nächste Frage war, da ja die Unterbrechung der Korallenbank nicht vom Meer aus zu sehen war, wie konnten die Maya immer wieder diese Stelle annavigieren. Die Antwort darauf scheint Triangulation zu sein. Die dafür benutzten Punkte zeigt uns Matheo stolz an den Gebäuden…

Beindruckend, für ein Volk, dass nicht mal Räder erfunden/ benutzt hat. Angeblich war das aber nicht aus Mangel an Erfindungsgeist, sondern einfach deshalb, weil es weder Esel, Pferde noch Kühe gab, die Räder sinnvoll gemacht hätten…

Unterdessen ist es 10:00 und Zeit weiterzuziehen. Tulum ist ungefähr so groß wie ein Fußballfeld und plötzlich haben wir das Gefühl einer Invasion. Hunderte von Touristen drängeln sich durch das kleine Eingangstor und schlängeln sich entlang der Pfade…

Unser Freund und Fahrer, Señor Cruz aus Villa Cruz, geht sicher, dass wir bevor Sonnenaufgang auf dem Weg sind bei jedem unserer Ausflüge und auch dieses Mal stehen wir um 6:30 verschlafen in der Halle unseres Hotels, um uns auf den Weg zu unserem letzten Ausflug dieses Urlaubs zu machen. Koba, Inland und westlich von Tulum. Tausende Touristen klettern wieder aus ihren Bussen, als wir Koba verlassen und Koba verdient sicher seinen eigenen Blog, aber der Höhepunkt unseres Ausflugs kommt jetzt erst…

Senor Cruz fühlt sich zuhause bei den Mayan

Senor Cruz fühlt sich zuhause bei den Mayan

Auf „in der Ruhe liegt die Kraft“ vertrauend und mit einer vagen Erinnerung, dass es in der Nähe ein oder zwei Mayadörfer gibt, fahren wir durch die Gegend. In San Juan de Dios, Senor Cruz, wie immer charmant, wird von ein paar jungen Mayafrauen angesprochen und wir werden eingeladen, ihren Mayahaushalt zu besuchen. Wie ihr in den Video sehen könnt, lernt Ramona dort Tortillas zu machen mit Maria Bendita, eine Frau vom Dorf und ich erhalte eine reinigende Zeremonie durch eines Schamanen, eine seltsame spirituelle Erfahrung…

Die Dorfbewohner sprechen alle Maya als Muttersprache, nur einige von ihnen sprechen Spanisch und alle scheinen sich einig, dass, trotz jahrhunderterlanger Verfolgung und Zerstörung ihres Nachlasses, Ihre Identität, Kultur und Sprache wieder aufleben wird…

Nach der zeremoniellen Reinigung führt der Schamane auch eine Segnung für uns Reisende durch, dabei die vier Himmelsrichtungen aufrufend, Ost, West, Nord und Süd und letztendlich auch den fünften Ort im Maya Kompass, den Ort, wo wir uns zum jeweiligen Zeitpunkt befinden. Eine großartige Segnung, in der Tat….

 

 

 

The Yucutan peninsula is the bottom bit of Mexico, jutting out in the Caribbean Sea. It’s essentially one big limestone pavement (former school pupils from the north of England think Geography field trips to Malham in Yorkshire) which means poor soils and no rivers. The longest coral reef in the Americas, also running from here to Belize, making it impossible for large boats to land here, meant the Spanish invaders in the sixteenth century and then the Mexicans were happy to leave the Yucutan to the Mayans. In much the same way as Oliver Cromwell, the seventeenth century English dictator, was happy to leave Connaught to the native Irish.

Tulum, perhaps the most picturesque of all Mayan sites, is perched above the Caribbean, about fifty kilometers south of Cancun. As late as the 1920s Mayans, with guns and money supplied by the British to the south in what is now Belize, were fighting to maintain their independence against the Mexican military. The most photographed, and admittedly picturesque, buildings are post Classic Toltec rather than Maya. However one simple stone structure on the cliff, that looks like it’s just really badly built, is pointed to with great pride by Mateo, our Mayan guide.

 

Maya aerodynamic building to the left!

                    Maya aerodynamic building to the left!

“Looks terrible, yes. But actually it´s constructed deliberately to lean into its north eastern corner because” a smiling pause for effect. “…because that´s where the hurricanes approach from along this coast. And the walls are curved inwards to channel the force of the winds away. And seven hundred years later it’s still standing. It’s the only aerodynamic structure to be found in any ancient building anywhere in the world.”

Well, I for one go ‘wow’….He goes on.

“There was also for many hundreds of years a great mystery about this site. We know the Spanish could not attack from the sea because they would have run aground on the reef. How then did the Maya get the volcanic stones and other materials they needed to build here? The latest survey equipment has revealed a river running under the settlement which comes to the surface in the sea, just off the coast. The cold fresh water meant at that point the coral could not grow and so a gap in the coral was formed where the Maya could bring their boats in. The problem then was, as this gap could not be seen on the sea’s surface, how the Mayans in their boats could know where to come through. The answer seems to have been that they triangulated, using markers in the settlement,” he points to the respective points, “to navigate through the gap. “

Really impressive stuff, especially considering they never got round to inventing the wheel. (Absence of livestock was apparently the reason for that one…)

At which point, about 10am, it’s time to leave. Tulum is about a soccer pitch in size and it now feels like a pitch invasion is going on. Literally hundreds of tourists are streaming in and queueing way down the track leading to the entrance.

Our friend and driver, Senor Agustin Cruz of Vera Cruz state, has us in the car before dawn on the day of each of our trips and this is the case too for the last trip to Koba, inland from Tulum. Thousands of our fellow tourists are again climbing off their buses as we’re leaving and the ruins deserve a blog on their own, but the highlight of our whole Mexico trip was what followed afterwards.

Senor Cruz at home among the Maya

                    Senor Cruz at home among the Maya

Trusting to serendipity, and Senor Cruz’s vague recollection of there being some interesting Mayan villages here, we cruise around a bit. In San Juan de Dios, Senor Cruz, easygoing charm personified, gets chatting with some young Mayan women and we’re invited to visit. So, as you’ll see in the videos, Ramona learns how to cook tortillas on a hotplate over a woodfire, and I go through a purification ceremony performed by a local shaman. A strangely humbling experience.

All the villagers are Mayan speakers from birth, and only some of them speak Spanish, and they seemed, despite the centuries of persecution and neglect, to be confident that their culture, language and identity would prosper.

The shaman also performed for us a blessing for travelers, calling on the four cardinal points, east, west, north and south, and finally on the fifth point of the Mayan compass, the place where you are right here and now. A great blessing indeed.

 

 

 

“Wir gehen nach Chichen Itza”

Meine Frau ist von der Idee nicht abzubringen.

Ich bin zwiegespalten…

„Enthauptungen, Blutopfer, Herzen aus lebendigen Leibern gerissen…. Grausamkeit und Gewalt haben wir genug in Europa.“

„Das sind die schönsten Ruinen der Maya im Land.“

„Das sind die sicher nicht. Da kommen die Touristen nur am leichtesten hin.“

Die Antwort kommt prompt.

„Quatsch, die sind doch drei Stunden weit weg mit dem Auto.“

„Genau. Viel zu weit weg. Es ist bald Happy hour in der Hotel Bar und die Sonne scheint.“

Vier Stunden später finden wir uns am Tor der 1500 Jahre alten Ruinen von Chichen Itza. Ich habe den Verdacht, unser Reiseleiter, Luis, hört meine Vorurteile gegen die Maya nicht zum ersten Mal.

IMG_3128

Luis.

„Ja, sicher es gab hier Blut Opfergaben. Aber das war die Tolteke, Verwandte der Azteken, die die Länder der Maya überfallen haben. Die Maya haben mit ihnen zu leben versucht. Als sie aber festgestellt haben dass die Tolteke auch die Maya opfern wollten, haben sie Chichen Itza endgültig am Ende des dreizehnten Jahrhunderts verlassen.“

“Und der berühmte Ballspiel? Ist es nicht zu Ende gekommen mit der Enthauptung des gewinnenden Kapitäns?“

„Genau“ sagt Luis, immer noch lächelnd, „das war auch die Tolteke. Sie waren ein kriegerisches Volk. Bevor sie kamen, ist der Sieger ins Publikum gestiegen und erhielt als Belohnung Schmuck von den adligen Frauen.““

Ich habe das Gefühl, dass es gerecht wäre, einen Fürsprecher für die Tolteken hier zu haben. Am Ende der Arena stehend, können wir beobachten wie mehr und mehr Touristen das Spielfeld betreten, das mindestens so groß wie ein Fußballfeld ist. Es gab sechs Spieler und einen Kapitän in jeder Mannschaft. Der 2kg Ball bestand aus Vollgummi gefertigt. Ziel des Spiels war den Ball durch den vertikalen Steinkreis, drei Meter hoch an der Wand, zu schießen. Neben uns es gibt Bilder der Spieler, im Stein gemeißelt. Sie trugen Arm, Fuß, Hüfte und Brust Lederschutz, die den Spieler ermöglichen den Ball zu kontrollieren und einen Schlagstock um den Ball dem Kapitän zuzuspielen. Beine und Kopf durften nicht benutzt werden um den Ball weiterzureichen. Allerdings zeigt zweifellos das letzte Bild einen Kapitän, den Kopf des anderen, wahrscheinlich des sieghaften in seiner Faust hängend. Das Blut, in Stein gemeisselt, fließt noch.

IMG_3157

Die zwie Kapitänen, oder ein und ein Kopf.

Luis und ich gucken aneinander an und bevor er es sagen kann, sage ich es.

„Toltec.“

Allerdings versucht er es auf an eine ganz andere Art und Weise.

„Wissen Sie was die Worte „Chichen Itza“ bedeuten?“

Das natürlich wissen wir nicht.

“Der Ort an der Mündung des Brunnens der Menschen die Mathematiker oder Astronomen oder Zauberer sind.“

Unterdessen sind wir an einem Ende des Spielfelds angelangt. Luis geht einige Schritte vor uns, hält seine Hände vor sich und wartet auf eine Pause in dem Murmeln und Gehen der Touristen…….

Dann klatscht er in die Hände und eine Millisekunde später hören wir das Echo des

“Wenn es hier still wäre, könnten Sie ganz klar jemanden, der am anderen Ende spricht, hören.“

„Wie ein Flüsterzimmer“ sage ich.

„Ja und auf diese Art und Weise konnten die Schiedsrichter während des Spiels kommunizieren.“

Er weist auf die große Mauer hinter uns.

“Hier kann man sehen wie die Mauer in zwei Teilen gebaut wurde. Eine Hälfte besteht aus größeren Steinen und die andere aus kleineren. Natürlich ist jeder Stein in der jeweiligen Hälfte gleiche groß. Dann ist jeder Mauer auch leicht nach vorn angekippt. Die Wissenschaft der Akustik haben die Maya sehr gut verstanden.“

IMG_3146

Ramona, Nick, Kathy und Tim und der große Tempel.

Jetzt stehen wir alle vor dem großen Tempel von Chichen Itza. Luis erklärt uns wie die Eigenschaften des Tempels den Elementen des Maya Kalenders entsprechen. Der Anzahle der Stufen, der Plattformen, der Anzahl der Paneele, alle repräsentieren Aspekte der Zyklen von Mond, Sonne und Venus. An den Nachmittagen der Sonnenwenden des Frühlings und des Herbst, fällt das Sonnenlicht über der nordöstlichen Ecke ein und nach und nach schlingert das Sonnenlicht in dreiecksform am pyramidengeformten Tempel zur Erde hinab, wie der Körper der berühmten gefederten Schlange, Quetzoacoatl.“

Dann sage ich.

“Also ist der temple ein Art von lebendes Monument, die den Menschen zeigt, wie sie das Konzept von Zeit verstanden haben.“

„Richtig“, sagt Luis, „und durch mehr Verständnis von Zeit, haben die Maya bessere Kontrolle über die Natur gewonnen, wann man anbauen soll, wann man ernten soll, und dadurch weniger Bedarf für Blutopfer.“

„Und dann kamen die Toltec“, sage ich.

„Und die Europäer“ fügt Luis hinzu.

Die Maya. Ein unterbrochenes Volk.

 

 

 

 

“We’re going to Chichen Itza.”

My wife’s mind is made up.

“Blood sacrifice” I say. “Beheadings. Hearts ripped, still beating, from their chests. Monuments to terrible violence we can easily see in Europe.”

“They’re the finest Mayan ruins in Mexico.”

“No, they’re not. They’re just the easiest for the tourists to get to.”

Before she can stop herself the words have already tumbled out.

“They’re a three hour drive away.”

“Exactly. Far too far. And it´s happy hour in the hotel bar in ten hours’ time.”

I think I’ve won that one.

Four hours later we’re picking up our tour guide at the gates of the at least 1500 year old Mayan ruins of Chichen Itza. Our Mayan guide, Luis, is, I suspect, not hearing my prejudices for the first time.

IMG_3128

Luis, our guide to Chichen Itza

“Yes, it is true. There was human sacrifice here. But that was the Toltec. Invaders the Maya tried to live with. When the Maya realised the Toltec wanted to sacrifice them too, then they abandoned Chichen Itza at the end of the thirteenth century.”

“What about the famous ball game? Didn’t that end up with the winning captain having his head cut off?”

“Yes”, says Luis, his smile never wavering. “That too was the Toltec. They were a warrior people. Before they came the Maya victors of the game would climb into the stands and receive the jewelry of the noble women as their reward.”

I feel we could do with a Toltec representative here for balance and, standing at the side of the soccer pitch size ball court, we look around the grassy arena, slowly filling up with tourists, and down at the stone engravings of the seven players next to us. The game was played with a four pound rubber ball. The goal was to put the ball through the small stone circles placed high on each wall. Arm, chest, hip and foot ‘armour’ enabled the players to intercept the ball, and a racket and bat to pass the ball on. The final engraving, however, unmistakably, shows the losing captain holding the head of the victorious one, stone blood, centuries later, still spurting from it.

IMG_3157

The losing and ‘victorious’ captains.

Luis and I look at each other and I say it before he can.

“Toltec”.

He tries a new tack.

“Do you know what Chechen Itza means?”

We don’t.

“It means the place at the mouth of the well of the people who are magicians, or astronomers or mathematicians.”

We are by now standing at one of the long ends of the ball court. Luis steps a little away from us, sets his hands together in front of him and waits for a pause in the shuffle and murmur of the tourist groups. Then he claps sharply once. A split second later his clap ricochets back to us.

“If there was quiet here, you would also be able to hear someone speak at the far end.”

“Like a whispering gallery,” I say.

“Yes, in this way the judges could communicate during the game.”

He points back to the huge wall behind us.

“You can see how each wall is divided into two halves. One half is constructed of larger stone blocks, the other half of smaller. Each of the walls is also tilted very slightly forward. This creates these acoustic effects.”

IMG_3146

Nick, Ramona, Tim and Kathy in front of the Great Temple.

Luis has now brought us to stand before the great temple of Chichen Itza. He explains how the temple is a representation of the Mayan Calendar. The number of steps, the number of platforms, the number of panels, all represent different aspects of the solar and lunar cycles. The sides of the temple face the cardinal points of the compass and at sunset on the spring and autumn solstices as the sunlight falls across the north west corner triangles of light are cast on to the north face, illuminating the stone body of the feathered serpent, Quetzoacatl, as he ‘descends’ to earth.

Finally I say,

“So the temple is a kind of time machine. It showed the people how they had mastered the concept of time.”

“And through better understanding of time”, Luis adds, “ when to harvest, when to sow, more control over nature, less fear and therefore no need for sacrifice.”

“And then came the Toltecs,” I offer.

“And the Europeans,” says Luis, still smiling.

The Mayans, a people interrupted.

 

 

Bowie. Eine kurze Anerkennung

Posted: January 16, 2016 in Uncategorized

Wie Millionen anderer Menschen war ich vom Tod David Bowies tief schockiert und erschüttert. Und vielleicht war ich mehr betroffen als ich gedacht hätte. Ich frage mich warum?

Ich habe ein bisschen nachgedacht und die Antwort könnte so lauten. Erstens hat er mir (und Fitz und Pete, Hal und Becky, Margie und Anne, „teenage wildlife“ jeder Art…) gezeigt, wie es möglich ist Englisch und ein Bürger der Welt zu sein. So was war keine Kleinigkeiten für Jungs und Mädels aus Nord England, zutiefst von England in den Siebzigern und Achtzigern entfremdet, ein Großbritannien mit einer offizieller Kultur geprägt von Margaret Thatcher, Jimmy Saville und Rolf Harris, der ein Porträt der Königin malt, ja, schon wieder mal….Zweitens verkörperte Bowie ein ganz andere, und befreiende, Art von Männlichkeit. Letztens gab es, natürlich, die besondere Qualität und Kraft seiner tiefgefühlten Musik.

David Bowie wurde als David Jones geboren. Die Familienverhältnisse waren bescheiden. Sein Vater arbeitete für einen caritativen Verein und David wuchs ohne Privilegien oder Erwartungen in Beckenham in Süden von London auf. Er studierte Kunst an der lokalen Fachhochschule; dass sein erstes Idol der Varietékünstler Anthony Newley, war, sagt wahrscheinlich viel über seine Schwierigkeiten, sich eine eigene Identität als Künstler und Intellektueller zu schaffen.

Doch wie wir heute wissen, schaffte er genau das, eine besondere Persönlichkeit zu erschaffen. Natürlich hat er viel von Englischer Kultur gelernt, beispielsweise von Marc Bolan und T Rex, von Lindsay Kemp, von George Orwells Vision einer zukünftigen Welt ‚1984‘, und er arbeitete auch mit dem, in England unterschätzten, Filmregisseur, Nic Roeg. Allerdings erweiterte er seinen Horizont von England aus in die Welt. Daher war er von Jean Genet, William Burroughs, Andy Warhol, japanischem Noh Teather, Soul Musik und deutscher elektronischer Musik, unter anderem, beeinflusst. In Berlin, Kyoto oder New York fand er ein Zuhause. Im Gegensatz zu vielen anderen Rockaristokraten, die genauso viele Ehrungen der Königin akzeptierten, wie sie große Besitztümer in England angehäuft hatten, hat Bowie diese Ehrungen abgelehnt. Was auch immer er als Anerkennung für seine Arbeit erhofft hatte, dies war es sicher nicht.

Noch wichtiger als seine Selbstbestimmung als Künstler war sein frühzeitiger Bruch mit den zu seiner Zeit gängigen Ideen von Männlichkeit. Zu einer Zeit, als männliche Vorbilder, die gewaltsame Arschlöcher waren, durchaus akzeptabel waren, beispielsweise Rambo, oder Dirty Harry, hat Bowie, beabsichtigt oder nicht, beim simulierten Blasen seines Gitarristen, Mick Ronson, auf der Bühne, und halt durch seine reine Schönheit, uns die Möglichkeit ein anderer Art von Mann zu sein, der sich nicht durch wiederholte Eroberung von Frauen und Schlägereien beweisen muss, enthüllt. Bowie meinte es war ok sich für sich selbst zu interessieren, und wenn das bedeutete, dass ein Mann Interesse für andere Männer, oder Mädels für Frauen haben, dann war das auch ok. Daher konnte ich, wie Tausende seiner Fans, mein Haar färben lassen, einen Ohrring tragen, und hatte keine Angst homophobe Menschen lautstark abzulehnen.

Natürlich war da seine Musik. Wir haben alle unsere Lieblingslieder. (Ich habe immer ‚Heroes‘, Young Americans‘, der melodramatische Gesang von „Word on a Wing“, dem Gerücht zufolge war Bowie bei der Aufnahme besoffen, und merkwürdigerweise, finde ich mich immer von ‚Everyone Says Hi‘ tief betroffen.) Allerdings gebe ich David Recht wenn er sagt, am Ende hatte er nur ein Thema, Barmherzigkeit für die verletzlichen Außenseiter; dem Paar von Kooks; dem zum Tode verurteilten Paar von ‚Diamond dogs‘; dem Paar der Geschichte ausgesetzt im Schatten der Mauer; dem ausgegrenzten Aboriginal von ‚Let’s Dance‘, dem Astronauten verloren im All. Genau auf diese Art und Weise war seine berühmteste Figur, Ziggy Stardust, so erfolgreich. Es war fast unmöglich zu unterscheiden zwischen unseren Gefühlen für Ziggy, dem Rock n Roll Suizid, und der Barmherzigkeit und vielleicht sogar der Liebe für den dünnen, blassen und schönen Jungen, David Bowie.

Es gibt einen sehr schönen Dokumentarfilm über das letzte Konzert von Bowie als Ziggy. Ganz allein auf der Bühne singt er das Jacques Brel Lied, ‚Mein Tod‘. Das Lied endet mit einer Frage. ‚Was ist hinter der Tür? ‘ Ein Moment der Stille. Dann schreit ein Fan aus der Dunkelheit, ‚ich! ‘ Dieser Schrei wird von der Masse der Fans aufgegriffen, die mit ihren ausgestreckten Händen das Spotlicht durchbricht. Sie hatten es schwer Ziggy gehen zu lassen, aber nicht schwerer als wir jetzt, die wir David Jones für immer gehen lassen müssen.

 

Bowie. A very short appreciation

Posted: January 15, 2016 in Uncategorized
Tags:

 

Like millions of others I was shocked and saddened to hear of David Bowie’s death. And maybe like many others I was surprised to find myself more upset than I thought I´d be. Why?

My answer would be that, firstly, he showed me, (and Fitz and Pete and Hal and Becky and Margie and Anne and millions of others, teenage wildlife all….) how you could be English and a citizen of the world. No small thing for young men and women from the north of England growing up in the 70s and 80s alienated from the official culture of the ‘yookay’; Margaret Thatcher, Jim´ll fix it and Rolf Harris paints the Queen…again. Secondly he embodied a different, liberating kind of masculinity, and finally there was the particular emotional appeal of his most deeply felt music.

David Bowie, nèe Jones’, family background was what we, in Liverpool, might have called ‘dead average’; definitely not moneyed or privileged. He was a south London, a Beckenham, boy, his Dad a charity worker, and he studied at the local technical college in Bromley. The substantial job he had in trying to shape for himself a cultural and intellectual identity out of this inheritance can maybe be seen in that his earliest idol was the working class variety performer, Anthony Newley!

But shape an identity he did. Taking positively from English cultural influences like Marc Bolan, the mime of Lindsey Kemp, ‘1984’, George Orwell`s dystopic vision of the future, and working later with the great English film director, Nic Roeg, nonetheless, he looked to wider horizons than Britain. So he borrowed from Jean Genet, William Burroughs, Andy Warhol, Japanese Noh theatre, the soul music of the States and the electronic music of Germany. Home could be Kyoto, Berlin or New York. Unlike other rock aristocracy of his generation who have acquired as many honours from the Queen as they have estates in the Home counties, when Bowie was offered an honour he rejected it saying whatever the recognition for his work was that he wanted it certainly wasn´t that.

More important still though than his insisting on his status as an intellectual and an artist (Tina Weymouth, bassist in Talking Heads once described her version of hell as waking up in and not being able to escape from a room in which David Byrne, Brian Eno and David Bowie sat around all day discussing their ‘ideas…’) was his flagrant, early career breaching of the normal rules of masculinity. At a time when bone headed thuggery was often a perfectly acceptable role model for boys, Bowie, intentionally or not, playing Ziggy Stardust mock fellating his fellow Spider from Mars, Mick Ronson, on stage, and by just being so unashamedly beautiful as he was, released the pressure cooker of defining male identity in terms of how many ‘birds’ you could pull or how many fellas you’d recently hit and said it was ok to be interested in yourself. If this meant finding yourself interested in others who were like you, other men, then that was absolutely ok too. So I could and did feel ok about dying my hair, getting my ear pierced, wearing eye liner and felt confident, like thousands of his fans, in my contempt for homophobes everywhere. Did any, as Bowie later described his younger self, ‘closet heterosexual’ ever do more for gay rights and for tolerance?

And then there was of course the music. We all have our favourites. (…I´ve always loved ‘Young Americans’, the histrionics of ‘Word on a Wing’, reputedly recorded when he was drunk and a bit strangely I find ‘Everyone says hi’ always brings a tear to my eye…) but I think David was right when he said (I paraphrase) that in the end he really only had one subject, compassion for the vulnerable outsiders; the couple of kooks; the doomed couple of Diamond Dogs; the exposed couple in the shadow of the Wall; the Oddity adrift in space; the excluded aboriginal of Let´s Dance. And that was what made his greatest creation, Ziggy Stardust, so affecting, our compassion for him, the doomed rock and roll suicide, was almost impossible to separate from compassion, even love, for the stick thin, palely beautiful David Jones playing him.

There is some wonderful documentary footage of Bowie playing his final gig as Ziggy. He sings, alone on stage, Jacque Brel’s ‘My Death’. The song ends with a question. ‘What lies behind the door?’ Into the pin drop silence that follows a fan shouts ‘Me!’ And a thousand fans then also shout ‘me!’ Their hands, reaching out to him, puncture the spotlight. It was hard for them to let Ziggy go, but no harder than for us now, finally, to have to let David go.

 

Some people I know here in Berlin have been telling me how they believe Vladimir Putin is the right man to lead the Russians. This admiration for the self promoted man of action is also apparently felt in Moscow where Putin adorned T shirts, badges or fridge magnets are all to be found on sale.

There are two main reasons to reject any form of admiration for Putin or acceptance of him as a ´good´ ruler for the Russians.

Firstly his social and political views are reactionary and intolerant, based on stoking people´s prejudices and fears. He speaks casually of the grave and dangerous situation caused by immigration in Western Europe, taking his lead from Angel Merkel and David Cameron´s ill-advised declarations that multiculturalism had ´failed´. He backs up this anti-immigrant stance with financial support for the, arguably fascist, Front National in France (1). And whether its PEGIDA in Dresden or Trump in the United States claiming, without a shred of evidence, that Berlin and London are some kind of chaotic multicultural dystopias, they´re all as it were speaking Putin´s ‘common sense’ language of a failed and decadent liberal West.

In 2013 his government also introduced a law banning the promotion of homosexuality to minors. Very similar in effect to the infamous section 28 in Britain, introduced by Thatcher´s conservatives, since repealed, its effect is to stigmatise gay people and encourage attacks upon gay and transgender men and women.

Secondly, Putin´s recipe for consolidation of his power is dangerous in itself, and in setting an example to governments tempted by authoritarianism all over the world. Expropriate, jail or exile critical business people. Re-shape the constitutional and legal context, in terms of legislation and personnel to suit your needs (2). Preside over a regime where regime critical journalists are killed or disappear with alarming regularity and initimidate Non Governmental Organisations by implying they are agents of foreign powers hostile to Mother Russia (3)

Several governments already seem to be learning from Putin´s example. Viktor Orban, the Hungarian Prime Minister, has already re-written the country´s constitution several times (4). The new Polish government is currently engaged in a blatant attempt to re-shape the constitutional court to suit its needs. And the Israeli government is now seeking to portray NGOs funded from abroad as potentially, when not actually, anti-Israel.

Tolerant, open minded people should have no truck with Putin admiration, to quote Human Rights Watch`s summary statement on Russia on its website.

The human rights situation in Russia continues to deteriorate, with the crackdown intensifying on civil society, media, and the Internet. In 2014, Parliament adopted laws and authorities engaged in practices, that increasingly isolated the country and inflamed a level of anti-Western hysteria unseen since the Soviet era. Authorities arrested and harassed activists, blocked independent online media, adopted new laws, and proposed measures that would further stifle free expression. Anti-LGBT vigilante groups attacked LGBT people across Russia, with little response from the police.

  1. The Guardian. 4.12.2014. Luke Harding. We should beware Russia´s links with Europe´s right.
  2. New Left Review. 96. Ivan Szelenyi. The New Prebendalists. p48.

3.Human Rights Watch. World Report. 2014. Russia.

  1. Szlenyi. p49.