Ueber Buttons, borgen, Katzen und Uhren.

Der englischen Saenger Billy Bragg, hat ein wirklich gutes Lied in den achtziger Jahren  geschrieben ‚ der letzte Satz geht: , ’in Tagen wie diesen, Buttons zu tragen ist nicht genug‘. Im Bezug auf Klimawandels denke ich doch oft, es waere trotzdem ein Anfang.

Grosse Teile Ostdeutschlands, sowie Teile von  Tschechien und Ungarn stehen momentan und seit einigen Wochen unter Wasser . Solche Hochwasser werden als  ‚Jahrhundert Fluten‘ bezeichnet, selbstverstandlich weil sie so selten passieren sollten. Leider  haben viele dieser Gebiete, besonders Sachsen, die letzte Jahrhundert Flut in 2002 erlebt.

Ich kam zuerst Angesicht zu klebrigem Angesicht mit der Klimaveränderung, als ich vor ungefähr zehn Jahren an den Korallenriffen im Roten Meer von Eygpt mit meinem achtjährigen Sohn zu schnorcheln versuchte. Manche Tage war es schier unmöglich wegen hunderten, wenn nicht tausenden von Quallen und ihren feuchtkalten dünnen schleifenden Tentakeln, durch die man schwimmen musste. “Nicht giftig” wurde uns versichert, doch spaeter am Tag bekamen wir einen rosafarbigen und geschwollenen Hautausschlag.  Solche Quallen vermehren sich in sich erwärmenden Gewaessern, und jetzt betrifft das Phänomen große Teile Mittelmeeres.

Und doch findet man auch hier selten Menschen die fest ueberzeugt sind, dass es Klimawandel wirklich gibt. Tatsächlich wurde ich von einem jungen Künstler am letzten Freitagsabend an unserem lokalen Café gefragt, ob ich nicht zustimme, dass Klimaveränderung der größte betrügerische Schwindel ist, den es je gab? Vielleicht hätte ein Button geholfen, mit einer geschmerzten, in Rauch aufgehenden, rosafarbenen,  wie gerade aus dem Ofen kommenden, Erde.

Na ja, naturlich weiss ich auch, dass in den letzten funfzehn Jahren unsere globale Temperaturen sehr wenig, oder gar nicht, gestiegen sind, aber das bedeutet nur, dass unsere Computer Modelle noch nicht klug genug sind vorauszusagen was passieren wird in dieser Welt, die ja schon ein ungeheureres Labor geworden ist. Vielleicht, trotz aller Platzregenrekorde, des Hochwassers, der sechzig grauen Tage aufeinander im letzten Winter,des  Schnees ueber Ostern, hat der junge Mann recht, aber vielleicht auch nicht….

Allerdings, auch wenn Buttons tragen, gut waere, sicher wird dass auch nicht ausreichen. Wir koennten unser Vertrauen in Marktlösungen wie der Kohlendioxid-Handel legen, ausgefuehrt von äußerst cleveren Leuten in ‘the City’ and Wall Street, die durch den Handel ‘schmutzige’, alte Technologien zu wertlos machen sollen, um damit fortzufahren.

Aber mein Glaube wurde tief erschuettert, als ich ein Direktor eines führenden New Yorks CO2-Haendlers kennenlernte, der mir sagte, dass er keine Ahnung hatte, ob Klimaveränderung besteht oder nicht und im Bezug auf einer Loesung keine Ahnung haette, ob der Emissionshandel irgendetwas positives bringen könnte, aber im Grossen und Ganzen waere Emissionshandel, musste er laechelnd gestehen, ein gutes Geschaeft.

Vielleicht können die Medien helfen. Vielleicht die auch hier immer gut gepflegten, und immer jünger werdenden Nachrichtenmoderatoren, die genauso augenzwinkernd und kameraschaftlich wie in England erscheinen, und trotzdem die  Augenbrauen einen Augenblick lang in mitfühlendem Ärger ueber die riesengroßen Überschwemmungsgebiete und die Vernichtung von Häusern und Getreide erheben,  um dann an die prächtige Schoenheit, die Meteorologin, zu uebergeben, und sagen:

‘OK, es hat diesen ganzen Regen gegeben, aber wenigstens steigen die Temperaturen … (Augenblick Pause für die dramatische Wirkung) ……. oder?’

‘Oh, ja’

Erleichterung und überall im Studio wird gelaechelt, und wider besseren Wissens, lächle ich  auch mit.

Also, ueberlege ich weiter, was mein persönlicher Beitrag zum Schutz der Umwelt, der mehr als das Tragen eines Buttons…. den ich nicht habe, sein könnte.

Es könnte sein, die Katze im Hause zu behalten. Leicht getan, und nicht so doof, wie es klingt. In Deutschland, sowie in England, fallen die Zahlen von wilden Vögeln drastisch. Ursache  koennte Kilmaveraenderung sein, oder wie vermutet wird, wie auch mit den ökologisch noch wichtigeren Bienen,  moderne Pestizide spielen eine Schlüsselrolle. Und Europa hat gerade abgestimmt, auf  einige der verdächtigten Pestizide zu verzichten und sie zu verbieten. Die britische Regierung setzte sich dem Verbot entgegen.

Andererseits wird auch geglaubt, dass Katzen bis zu zehn Prozent aller Vögel in Deutschland töten. (Ich höre Radio…….sehr oft). So stelle ich mir Omas im ganzen Land vor, die, wenn eine Nachbarin nach Mietze fragt und wieso sie ihn eine lange Zeit nicht gesehen habe, antworten…

‘Ist ein politisches Ding- Vogel-Zahlen wissen Sie ….. es ist wahrscheinlich  wieder wegen der Agrarindustrie, aber bis sich Spatzen-Bevölkerungen hier wieder stabilisiert hat, geht er nicht mehr aus. Hoffentlich wird er irgendwann wieder im Stande sein, eines Tages wilde Vögel zu foltern,  toeten, und halb zu fressen,  aber nein, nicht heute, Frau Mueller..nicht heute …’

In demselben vorläufigen, politischen Geist bin ich auch Vegetarier geworden. Ältere Leser können sich eventuell an die siebziger Jahren erinnern, wenn  Sie eine solche Entscheidung bekanntgaben, und sofort Ihre junge Freunde, gelangweilt, von unter langen und ungepflegten Ponyfransen sofort antworten würden..

‘Oh, ja….. ein Koernerfresser?’

Koernerfresser bedeutet, dass Agrarland nicht genutzt werden wuerde, um Getreide für Vieh anzubauen, sondern für jeden achten Menschen, der genau in diesem Augenblick noch hungert.

Wie Harald Welzer in seinem neuem Buech ‘Selbst Denken’ betont, so eine Entscheidung kann bald unbequem werden. Als wir vor ein paar Wochen mit deutschen Freunden ins Thueringen und besonders die schöne historische Stadt Weimar reisten…..

weimar may 13

Weimar. Hier waren Goethe, Schiller und Bach zu Hause.

Wir waren fünf, in einem kleinen Corsa zusammengepfercht auf dem Weg zuruck nach Hause. Und dann kam die Frage….

‘Ich habe bermerkt dass du hast kein Fleisch zum Mittag gegessen? Wieso? Isst du kein Fleisch?’

Alle hatten, mit herzhafter Begeisterung, speziale Thuringer Wuerste gegessen…nur ich nicht. Das ging natuerlich nicht unbemerkt…

‘Das ist eine politische Entscheidung, wisst ihr?… (Schweigen) .. Korn-Fresser …. Wisst ihr?  .. (tieferes Schweigen)….. Lebensmittel fuer Menschen…. statt Tierfutter …’

Ein ganzer Abgrund von Stille.

‘Nicht mal Thueringer Wurst?’

Und ich duckmaeuserisch…. ‘Nein …’

Verständnislosigkeit, Enttäuschung, unerkannte westliche Schuldgefuehle … niedergeschlagen schaute ich zum Fenster hoch zu dem Schloss, den Bauernhöfen mit Strohdach, den smaragdgrünen rollenden Hügeln, ….. und Kühen … Kühen!

‘Und es gibt zu viele Kühe!’ Platze ich heraus…, ‘zu viel Furzen!’

Ein Moment Aufruhr, dann überall Gelächter der Erleichterung. …., und na ja, dann war alles wieder ok, weil ich das Argument noch einbringen konnte, dass Vieh, und dessen Furzerei einen riesigen Teil zur Erderwärmung beitragen, und in diesem Sinn leisten Vegetarier, wahrscheinlich den einzelnen größten persönlichen Beitrag, den man zum Reduzieren der Anzahl von Kühen und ihrer Flatulenz und ihrem  CO2-Fußabdruck machen kann.

Die Leute, die uber dieses ganze Zeug am meisten nachgedacht haben, und auch hier in Deutschland häufig erwaehnt werden, sind die ‘Transition Towns’ Gruppen.

http://www.transition-initiativen.de/

Ihre Art der Vision für die Zukunft scheint mir wie eine Zukunft, die in mancher Hinsicht den fünfziger Jahren aehnelt. Von einem Zeitalter, bevor alles mit der Absicht designt war, schnell zu veralten, als Dinge noch repariert und nicht weggeworfen wurden, und Dinge oft ge- und verliehen wurden.

Und an Zeit denkend, ist mir aufgefallen, dass jedes Mal, wenn ich an meinem Schreibtisch schreibe, und wissen will wie spaet es ist, mein Smartphone anschalte, das natürlich Energie verbraucht, und schließlich durch haeufigeres Aufladen einen winzigen Bruchteil mehr Kohlendioxid erzeugt.

So ging ich daran, die alte Taschenuhr meines Vaters zu finden, ein Sekonda, staubig und ohne  Kettenverschluss. Sie wurde zwanzig Jahre lang nicht getragen.

Ich zog sie auf – Und Ja…, tickt noch, und solange ich weitermache, mein Pflicht zu tun, tickt sie weiter…

windmill near Apolda

Alte, neue Technologie in der Naehe von Apolda.

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Of badges, cadges, cats and clocks

The  singer songwriter, Billy Bragg, had a really good song in the eighties with a final line that went something like, ‘wearing badges is not enough in days like these’. In relation to climate change it often feels to me though like maybe some badges would be a start.

Much of eastern Germany, as well as parts of the Czech Republic and Hungary have been under water for several weeks now. Such floods are referred to here as a  ‘jahrhunderte fluete’, suggesting a very rare perhaps once in a century calamity. Sadly many of these areas, particularly Sachsen, had the last one in 2002.

I believe I first came face to sticky face with climate change about ten years ago trying to snorkel next to the coral reefs in Eygpt’s Red Sea with my eight year old son. Some days it was pretty much impossible because of the hundreds, if not thousands of clumpy, squidgy white jellyfish and their clammy thin trailing tentacles, that one had to swim through. Non poisonous, we were assured, we still got a pink, knobbly rash on our skin later in the day. Such jellyfish thrive in warming waters and now the phenomenon is affecting large parts of the Mediterranean.

Yet, chatting with people here in Berlin acceptance that climate change is happening is surprisingly rare. Indeed I was asked by a young artist last Friday evening at our local cafe, didn’t I agree that climate change was the biggest con trick ever? After all, the earth has gone through many natural climatic changes, like the ice age or whatever happened when the dinosaurs checked out!

Well, not just the dinosaurs were wiped out by the climate when the meteorite hit but anything taller than hip height which would include all artists, with maybe the exception of a revived Toulouse Lautrec.

So I suggested it may of course be true (regardless of the 97% scientific consensus that it is man-made) that it is a natural climate catastrophe that’s developing, its just that that doesn’t make it any less of a catastrophe. Maybe it’s still worth at least thinking about if there’s anything we might be doing that might be adding to it!

Perhaps a badge would have helped, one of a painfully pink looking earth, smoke from it rising into the atmosphere. But, as Billy suggested, it might not be enough.

We could put our faith in sophisticated, market based solutions like carbon trading, executed by extremely bright, supremely self confident people on high tech investment trading floors and their making ‘dirty’, old technologies too expensive to keep running. But my faith in this was badly shaken when I met a senior executive of a leading New York based carbon trading company who told me he had no idea if climate change existed and as to whether carbon trading might make any difference he was also, very cheerily, clueless.

Maybe the media can help. But the ferociously well groomed, and ever younger, newsreaders here are as twinkly eyed and chummy as in England, and whilst they, just for a conspiratorial split second, raise their eyebrows in sympathetic exasperation at the vast areas of flooding and its accompanying destruction of homes and crops, they then hand over to the gob smackingly gorgeous Amazon of a weather presenter, and say…

‘Ok, there’s been all this rain, but at least the temperatures are going up…(moment’s pause for mock dramatic effect)…….yes?’

‘Oh, yes.’

She says, relief and smiles all round in the studio, and despite myself, I’m smiling too.

So, I’m back to what a personal contribution to protecting the environment might be, other than wearing a badge…. that I don’t have. Well, it might be to keep the cat in. Easily done, and not as daft as it might seem.  For here in Germany, as in England, the numbers of wild birds are falling dramatically.  It could be climate change or, as with the ecologically even more important bees, it is suspected pesticides are playing a key part in the problem. And Europe has just voted to ban some of the suspected pesticides. The British government opposed the ban.

But its also believed that cats kill up to ten per cent of all birds in Germany. (I listen to the radio….a lot…) So I’m imagining grannies all over the country who, when asked by a neighbour why they haven’t seen Tiddles for a while reply…

‘Its a political thing.  Bird numbers, you know…..it’s probably big agribusiness again, but until sparrow populations round here have stabilised he’s not going out. Hopefully he’ll be able to go out one day soon and savage birds again but no, not now, dear…’

In the same temporary, political spirit I’ve also become a vegetarian.  Older readers may remember the seventies when you could announce such a move, and flares wearing people in a haze of incense would wearily reply from beneath a long and unkempt fringe..

‘Oh, yea,….. the grain drain?’

The grain drain being the use of agricultural land to grow crops for cattle that could be growing food for the one in eight of the world’s population who are still, right now, going hungry.

I’d started living by this decision as we travelled with German friends around Thueringen and particularly the beautiful historical city of Weimar a few weeks ago.

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Weimar. Former home to Goethe,Schiller and Bach

But came up against the obvious problem that such a decision sounds terribly pious and people immediately feel they’re being guilt tripped. The german Social Psychologist, Harald Welzer,  discusses the psychological mechanisms of this process in his new, brilliant book, Selbst Denken, or Think for Yourself.

It went like this….We were five, squashed into a Corsa and returning home…and then one of our German hosts pipes up…

‘I saw you had salad for lunch?’

They’d all had, with lip smacking enthusiam the delicious, local speciality Thuringen sausages…..

And I’m thinking I knew they wouldn’t let it lie…

Another asks just a little pointedly…

‘Why….?…. Are you not eating meat?’

‘Its a political thing, you know, (silence) ..grain drain….you know..(deeper silence)…..growing  food for people rather than……(the non sound of words falling into an abyss…)’

And a third, with disbelief at the appalling, logical consequence..

‘So…. no sausage?’

…meekly…

.’No…’..

Incomprehension, disappointment, unacknowledged Western guilt all round…disconsolately I looked out of the window at the emerald green rolling hills, thatched  farmhouses, hills topped with castles and cows…..cows!!

‘And there’s too many cows!’ I blurt out…’ Farting too much!’

A  moment’s consternation, then all round laughter and relief. Incidentally my wife is currently so enamoured of her native land that she reckons the german word for fart, ‘pupsen’, is funnier than ‘fart’. I call Shakespeare and Chaucer in fart’s defence but she invokes Goethe, and as we’d funnily enough just visited his house I felt an appreciative foreigner had to concede the point.

Anyway, the laughter was actually fine as I could still make the point that cattle farting really does make a huge contribution to global warming, and in that sense becoming a vegetarian is probably the single biggest personal contribution one can make to reducing the number of cows and their flatulence and your carbon footprint.

O f course, the people who have thought about all this stuff most, and are often name checked admiringly here in Germany too are the Transition Towns movement.

https://www.transitionnetwork.org/

Looking at their kind of vision for the future, it seems to me like one that has in some ways been retrieved from the fifties, from an age before everything had obsolescence built in, when things could still be repaired rather than thrown away, and things were much more often borrowed, or in Liverpool slang ‘cadged’,  and  used by others too.

And thinking about time it occurred to me that every time, as I write at my desk, I want to know the time I check it on my  smart phone which of course uses energy, and eventually, on recharging, produces just a tiny fraction more carbon.

So I went to find my father’s old clockwork pocket watch, a Sekonda, which I knew I’d seen somewhere…..and I found it, dusty and with the catch gone from the chain. It had not been carried  or wound for twenty years.

And yes, it still ticks, and so long as I keep doing my bit, it’ll keep on ticking…

Old new technology near Apolda in Thueringen.

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Tagebuch June 13 Weekend at Plauer See lake

With over 2000 Lakes the Mecklenburger Seenplatte, a couple of hours drive north of Berlin, should have been the perfect place for a weekend of what Germans call ‘Musse’, a kind of languid idleness, preferably in ‘die Natur’, and which can, but doesn’t have to, lead to some creative musings.

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Plauer See, where we stayed, is the third largest of the Lakes, and lapping gently at its grassy banks, is home to Cranes, Cormorants, Sea and Fish Eagles, as well as the usual croaking complement of Moorhens, Coots and Mallards amongst the bulrushes.

In the surrounding mixed coniferuous and deciduous woods are oaks up to a thousand years old for the woodpeckers to enjoy and in the grounds of our hotel there was a magnificent Tulip tree, like many other of the oft pollarded mature trees, just coming into bloom.

Having struggled up a kilometre of  hillside away from the Lake, up the bumpy cycle path with the wheelchair, we were rewarded with close up views of an eagle, sweeping and wheeling over a field of wheat. The field’s green wheat fringe  littered with the bright red drops of Poppies, and blue of Cornflowers in the bright June sunshine.

But something wasn’t right. And the seed of suspicion of what wasn’t right was there in the hotel lobby. A glass case of exhibits featuring broadly politically left texts and photos. Now I don’t have a problem with broadly left texts, indeed I’d read a few of them, but why in the hotel lobby? We’d also noticed a gathering crowd of people who maybe weren’t  hotel guests around, wearing just the occasional, ‘told you so’ Marx T shirt. When we asked, we were, smilingly,  told.

‘Oh, yes, they’re here for the Island festival tomorrow. We have one every year.’

Oh, yes, the Island Festival. Along with the disabled friendly accommodation, one of the reasons we’d chosen this hotel; a chance to learn about the history and traditions of the people around the Lake.

And ok, at the festival the next day, the sun shining down, there was pony riding, archery and children’s games. But as well as the entirely innocent Johanissbeere jam, and the home made cakes, there were songs containing vows to protect the environment sung by the kids, and many of the books for sale were, as we were told, the classics, of Lenin and Mao Tse Tung and a stall gathering signatures to support the SMPD. The SMPD?

(These aren’t the right initials but then the party doesn’t really need publicity from me)

So it turned out (five iphone minutes later) we were enjoying the summer fete of an extreme left political group of, in our limited experience very nice people, but who are officially under observation by the State for activities contrary to the German Constitution. None of which we had a problem with except they might have mentioned it and then we’d have known not to come. Doesn’t Marx write somewhere about how proud the Communist is about being entirely open about his activities and intentions? A strange end to the revolutionary road, to be a party half heartedly imitating a village fete.

Tagebuch June 13. Wochenende am Plauer See

Mit mehr als 2000 Seen sollte der Mecklenburger Seenplatte, ein paar Stunden  noerdlich von Berlin, eigentlich der perfekter Ort fuer ein Wochenende der ‘Musse’, diese besondere Art der kreativen Faulheit in der freien Natur sein.

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Der Plauer See, wo wir abstiegen, ist der drittgrößte der Seen, die Wellen schlagen an seine grasigen Ufer, er ist zuhause fuer Kraniche, Kormorane, See- und Fischadler, sowie die üblichen quakenden Ergänzungen von Moorenten, Blässhühnern und Stockenten im Schilfrohr.

Im gemischten Nadel- und Laubwald laben sich Spechte an ueber bis zu tausend Jahre alten Eichen und in unserer Hotelanlage gibt es einen großartigen Tulpen Baum, der wie viele andere der Baeume in der Gegend, jeden Moment erbluehen sollte.

Nachdem wir uns zwei Kilometern den Hang am See ueber den holprigen Fahrradweg mit dem Rollstuhl hochgekämpft hatten, wurden wir mit der Ansicht eines Adler belohnt. Er drehte seine Kreise muehelos über einem Weizenfeld. Am Rand des noch grüne Weizens leuchteten im hellen Juni Sonnenschein dunkelrote Mohnblumen und hellblaue Kornblumen.

Aber etwas stimmte nicht. Und der Samen des Verdachts dessen, was nicht richtig war, lag im Hotelfoyer – ein Glasschrank  mit Ausstellungstücken, politischen Texten und Fotos von Helden der Linken. Selbstverstaendlich habe ich kein Problem mit linken Buechern, tatsächlich habe ich einige von ihnen schon gelesen, aber warum im Hotelfoyer? Wir hatten auch eine Menge von Leuten bemerkt, die keine Hotelgaeste zu sein schienen, manche mit Che oder Marx ‘told you so’ T Shirts. Auf unsere Nachfrage, antwortete uns die Kellnerin laechelnd:

Ja, die sind hier für das morgige Inselfest. Das feiern wir hier jedes Jahr.’

Ach, ja, das Inselfest. Aus zwei Gründen hatten wir dieses Hotel gewählt, weil es behindertengerecht war und wegen des Inselfests, eine Chance,dachten wir,  die Geschichte und Gebraeuche der Anwohner am Plauer See kennenzulernen.

Und tatsaechlich, beim Fest am nächsten Tag, wieder in schoenen Sonnenschein, gab es das Pony-Reiten, Bogenschießen und die Kinderspiele,  sowie  Johanissbeereis, und selbstgemachten Kuchen. Es gab ausserdem Lieder gesungen von, mit Reisebussen gebrachten, Kindern, die Gelübde enthielten die Umwelt zu schützen, …bisschen serioes …na ja…..aber warum waren so viele der Bücher zum Verkauf, die ‘Klassiker’ wie der Verkaufer sie nannte, von Marx, Lenin und Mao Tse Tung?  Die Antwort kam von einem der Marktstaende, wo Unterschriften fuer die Unterstuetzung der SMPD zu gesammelt wurden – Die SMPD?????

(Diese sind nicht die richtige Buchstaben, aber die Partei braucht sicher meine Werbung nicht.)

So erwies sich dass, (…fünf Smartfone Minuten im Internet später)  wir am Sommerfest einer politische Partei der extremen Linken, mit den Genossen teilnahmen,  eine Gruppe von, wie es schien, sehr netten Leuten, die aber offiziell unter der Beobachtung durch den Verfassungsschutz für moegliche Tätigkeiten gegen die deutsche Verfassung steht. Mit all dem hatten wir kein Problem, außer, das es schoen gewesen waere, diese Information vorher zu erhalten um uns die Wahl zu lassen, ob wir hierher kommen wollten oder nicht.  War es nicht Marx, der irgendwo etwas daruber geschrieben hat, wie wie stolz der Kommunist darüber ist, völlig offen über seine Tätigkeiten und Absichten zu sein? Ein merkwuerdiges Ende einer revolutionären Reise; eine Partei zu sein, die halbherzig ein Dorffest imitiert.

Tagebuch June 2013. David Garrett auf der Waldbuehne

David Garrett. Der Waldbuehne, Berlin.

Die Waldbühne ist eine der attraktivsten Freilichtbühnen Berlins. Eine Schlucht bildet einen natürlichen Kessel, an dessen Hang die Zuschauerränge, die bis zu 20,000 Zuschauern Platz bieten, stehen. An einem schönen Spätfrühlingsabend wie diesem ist das wirklich ein schöner Anblick.

waldbuehne

David Garrett ist ein unglaublich begabter, klassisch ausgebildeter Geiger, der ein bisschen ‘ Las Vegas’ geworden ist. Sehr beliebt hier in Deutschland, besonders unter Frauen, spielt er noch klassische Musik, aber ist auch wegen seiner ‘Cross Over’ Konzerte berühmt geworden. In denen verbindet er u.a. Heavy Metal, Rock-Pop, Tango, Zigeuner Musik und Klassische Musik. So wusste ich schon was für ein Konzert mich erwartete, auch von Garrett selbst in seiner Presseinformation, aber, trotz der Warnung war ich nicht darauf vorbereitet, das alles viel zu viel sein würde….

OK, es hilft wahrscheinlich nicht, dass ich gerade ein wunderschönes Buch, „Selbst Denken“, von Harold Welzer, lese. Wie ihr sicher in den Nachrichten verfolgt, legen verheerende Überschwemmungen, fast sicher verursacht durch die Erderwärmung, zurzeit große Teile Deutschlands lahm. Die Hauptbotschaft des Buches ist, dass wir alle bescheidener leben müssen, weniger kaufen und verzehren, ‘leicht’, so zu sagen, von unserem Planeten leben, nicht nur weil es richtig , sondern weil es cool ist. Das nicht zu tun ist vulgär und geschmacklos.. …. Das Wort das er oft verwendet ist plump. Vielleicht kann man sagen, das Konzert war ein bisschen plump…

Ich war wahrscheinlich nicht in der besten Laune, weil ich für eine halbe Stunde am Behinderteneingang stehen musste. Wir hatten auf der Webseite gelesen, dass Einlass um 17:00 sei. Am Ende war es halb sechs. Organisatoren, die aufmerksam genug sind, einen getrennten Eingang für uns zu öffnen, könnten vielleicht auch daran denken, einige Stühle für uns zur Verfügung zu stellen. Und die Behinderten sind allgemein so höflich. Die andere Schlange pfiff und buhte gegen das Warten lange bevor es den kleinesten Pieps von uns gab.

Im Kessel, umgeben von Bäumen, und mit durch Kasten-Hecken gekennzeichneten Blöcken, fand ich die Waldbuehne sensationell wie auch charmant. Wie so oft sind die Behindertenplätze in der letzten Reihe, also waren David und sein Orchester wie Ameisen in der Ferne, aber die Hecke stellte eine willkommene Rückenlehne dar.

Das Konzert fing an mit Queen’s We will Rock You, es gab drei große Bildschirme, eine Rockgruppe, Tänzer, und ein Symphonie-Orchester. David nahm uns auf ‘eine Musikreise’ von u.a. AC DC (sehr laut) über Coldplay (eine schöne Melodie irgendwo da drin), und zurück zu Queen. Bei den klassischen Stücken, ist es wahrscheinlich besser, nicht zu beschreiben, was eine Rockgruppe mit dem Türkischen Marsch von Mozart anstellt, und nicht über das Chopin Stueck zu reden, welches Herr Chopin sicher, auch wenn er ein modernes Schlagzeug gehabt hätte, trotzdem nur für das Klavier komponiert hätte.

Andererseits, wunderbar war der Beethoven, das Scherzo von der neunten Symphonie, und das letztes Stück von Garrett, das Hauptthema dieser Symphonie, Ode zu Freude. Trotz des völlig unnötigen Bodennebels, der Lasershow, der Videos, der Tänzer, des Kopfwehs, das die Bühnenlichter verursachte, welche seltsamerweise das Publikum und nicht die Künstler anschien, ist die Melodie noch erstaunlich. Es scheint als hätte Ludwig seine Musik schon für ‘cross over’ geplant..

Bevor es zurück ins Auto, und nach einer halben Stunde Wartezeit, Motor im Leerlauf, die Zugabe – eine Version des ‘Erdliedes’, Earthsong, von Michael Jackson war. David bittet uns, unsere Handys anzuschalten und ihn damit anzuscheinen, damit jede von uns ein kleines Licht hat und sinnlos ein bisschen mehr zum Energieverbrauch beiträgt…. Mittlerweile, rund um die Waldbühne ein echter, wirklich schöner Sonnenuntergang… Und auf den Videobildschirmen Videos von Sonnenuntergängen…

…Und die Wasserpegel steigen weiter….

Tagebuch June 13 David Garrett at the Waldbuehne

6.6.13.
David Garrett at the Waldbuehne.
The Waldbuehne, the stage in the woods, is one of Berlin’s most attractive outside venues. A natural bowl shape in the landscape has been terraced and seated for over 20,000 people. On a beautiful summer’s evening like this one, it’s really quite a sight.

waldbuehne

David Garrett is an incredibly gifted, classically trained violinist who’s gone a bit Las Vegas. Hugely popular here he still plays classical but is famous for his ‘cross over’ concerts, including AC DC and Coldplay alongside tango, gypsy music, Mozart and Chopin. So I did know this, and I was warned, not least by him in his press releases, but, Lord above, it was all, well, a bit over the top.
Ok, currently reading a terrific book, Selbst Denken, (Think for yourself) by a social psychologist Harold Welzer, probably didn’t help. As you may have seen terrible floods, almost certainly caused by global warming, are currently devastating parts of central Germany and the Czech Republic. Welzer’s notion is that we all need to live more modestly, buying and consuming less, living ‘lightly’ on our planet, not only because its right to do so, but because it’s cool, and not to do so is vulgar, crude….the German word he uses is ‘plump’. Maybe the concert could be said to have a been a bit ‘plump’…
I was probably not in the greatest of moods either having had to stand waiting for half an hour at the entrance for the disabled. Supposed to open at five it eventually opened at five thirty. Organisers sensitive enough to make a separate entrance might also think to provide a few chairs for us. But no, and the disabled are generally so polite. The able bodied were whistling and booing at the wait long before there was a peep out of us.
Inside, the bowl, framed by trees, and with sections marked by box hedges, manages to be both spectacular and charming. As so often the disabled pitches were the last rank, so David and company were going to be ants in the distance but the hedge provided welcome back support!
David opened with Queen’s ‘We will Rock You’ and backed by three video screens, a rock band, dancers, and half a symphony orchestra he took us on ‘a musical journey’ from AC DC (very loud) to Coldplay (an identifiably nice tune in there somewhere), and back to Queen. About the classical choices, probably best not to describe what a rock band does to Mozart’s Turkish March, and suffice to say if Chopin had been able to write for modern day drums, he would still have probably stuck to the piano.
On the other hand, miraculously, the Beethoven, the scherzo from the ninth symphony, and Garrett’s final piece, the main theme of that symphony, Ode to Joy, were terrific. Despite the entirely unnecessary dry ice, lasers, videos, dancers, the headache bestowing stage lights shining straight into the eyes of the audience…. that tune is still amazing. Perhaps you can ‘cross over’ however you like but Ludwig will somehow already have been there and done that.
Before we set off home to sit, engine idling, in the post- concert traffic for half an hour, the encore was a version of Michael Jackson’s ‘Earth Song’, and David implored us to take out our phones, shine our little lights and add pointlessly to the carbon bill for the night… during which, whilst all around us there was a real, really beautiful sun set, we were treated to videos of sunsets.

Not far away, the rivers were still rising……