Die Maya Teil Zwei

Die Yucatan Halbinsel bildet das untere Ende von Mexico und bildet einen Zipfel in die Karibik hinein. Essentiell besteht Yukatan aus Kalkstein, was bedeutet, schlechte Böden und keine (sichtbaren) Flüsse. Die längste Korallenbank des amerikanischen Kontinents macht es durch Mangel and Tiefe unmöglich für große Schiffe zu ankern. Das bedeutete, dass die spanischen Angreifer im 16ten Jahrhundert und später die Mexikaner das Yukatan der Maya in Frieden gelassen haben, ähnlich wie Cromwell im 17ten Jahrhundert Connaught den irischen Bewohnern gelassen hat.

Tulum, vielleicht die hübscheste der Mayaruinen sitzt direkt am Meer ca. 50km südlich von Cancun. Noch 1920 kämpften hier Maya, mit Geld und Waffen, die sie von den Briten aus dem jetzigen Belize im Süden erhalten hatten, für ihre Unabhängigkeit von Mexiko. Die berühmtesten und anschaulichsten Gebäude von Tulum sind zugegebenermaßen Toltec eher als Maya. Wir werden aber auf eine einfache Steinstruktur direkt am Kliff, die aussieht als wäre sie einfach schlecht gebaut, mit großem Stolz von unserem Reiseführer Matheo hingewiesen..

Maya aerodynamische Gebäude links!
Maya aerodynamische Gebäude links!

„Sieht schief und krumm und verfallen aus, ich weiß, aber in Wahrheit ist der Turm so konstruiert, dass er absichtlich nach Nordosten lehnt, weil…“, lächelnde Pause für den vollen Effekt…. „Wenn Hurrikane von der Küste hier entlangkommen weht der Sturm aerodynamisch am Turm vorbei. Die Mauern sind auch nach innen gekurvt, um die Kraft der Winde abzufangen… Und 700 Jahre nach dem Bau steht der Turm immer noch. Das ist die einzige aerodynamische Struktur, die sie in der ganzen antiken Welt finden werden…“

Also ich zumindest bin beeindruckt… Er fährt fort..

„Für viel hunderte Jahre haben sich die Wissenschaftler über diesen Ort den Kopf zerbrochen. Sie wussten, dass die Spanier nicht vom Meer angreifen konnten, weil die Schiffe auf den Korallenbänken auf Grund gelaufen wären. Wie konnten also die Maya die Materialien, die sie zum Bau benötigten hier her bekommen? Mit der neuesten Satelliten Technologie hat man jetzt herausgefunden, dass es einen unterirdischen Fluss gibt, der unter der Ansiedlung hindurchfließt und der im Meer zwischen den Korallenbänken auftaucht. Durch das kalte Süßwasser können dort keine Korallen wachsen und so wurde eine natürliche Öffnung geformt, in die die Maya ihre Boote bringen konnten. Die nächste Frage war, da ja die Unterbrechung der Korallenbank nicht vom Meer aus zu sehen war, wie konnten die Maya immer wieder diese Stelle annavigieren. Die Antwort darauf scheint Triangulation zu sein. Die dafür benutzten Punkte zeigt uns Matheo stolz an den Gebäuden…

Beindruckend, für ein Volk, dass nicht mal Räder erfunden/ benutzt hat. Angeblich war das aber nicht aus Mangel an Erfindungsgeist, sondern einfach deshalb, weil es weder Esel, Pferde noch Kühe gab, die Räder sinnvoll gemacht hätten…

Unterdessen ist es 10:00 und Zeit weiterzuziehen. Tulum ist ungefähr so groß wie ein Fußballfeld und plötzlich haben wir das Gefühl einer Invasion. Hunderte von Touristen drängeln sich durch das kleine Eingangstor und schlängeln sich entlang der Pfade…

Unser Freund und Fahrer, Señor Cruz aus Villa Cruz, geht sicher, dass wir bevor Sonnenaufgang auf dem Weg sind bei jedem unserer Ausflüge und auch dieses Mal stehen wir um 6:30 verschlafen in der Halle unseres Hotels, um uns auf den Weg zu unserem letzten Ausflug dieses Urlaubs zu machen. Koba, Inland und westlich von Tulum. Tausende Touristen klettern wieder aus ihren Bussen, als wir Koba verlassen und Koba verdient sicher seinen eigenen Blog, aber der Höhepunkt unseres Ausflugs kommt jetzt erst…

Senor Cruz fühlt sich zuhause bei den Mayan
Senor Cruz fühlt sich zuhause bei den Mayan

Auf „in der Ruhe liegt die Kraft“ vertrauend und mit einer vagen Erinnerung, dass es in der Nähe ein oder zwei Mayadörfer gibt, fahren wir durch die Gegend. In San Juan de Dios, Senor Cruz, wie immer charmant, wird von ein paar jungen Mayafrauen angesprochen und wir werden eingeladen, ihren Mayahaushalt zu besuchen. Wie ihr in den Video sehen könnt, lernt Ramona dort Tortillas zu machen mit Maria Bendita, eine Frau vom Dorf und ich erhalte eine reinigende Zeremonie durch eines Schamanen, eine seltsame spirituelle Erfahrung…

Die Dorfbewohner sprechen alle Maya als Muttersprache, nur einige von ihnen sprechen Spanisch und alle scheinen sich einig, dass, trotz jahrhunderterlanger Verfolgung und Zerstörung ihres Nachlasses, Ihre Identität, Kultur und Sprache wieder aufleben wird…

Nach der zeremoniellen Reinigung führt der Schamane auch eine Segnung für uns Reisende durch, dabei die vier Himmelsrichtungen aufrufend, Ost, West, Nord und Süd und letztendlich auch den fünften Ort im Maya Kompass, den Ort, wo wir uns zum jeweiligen Zeitpunkt befinden. Eine großartige Segnung, in der Tat….

 

 

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