tagebuch Juli 13. was man in Urlaub nicht machen sollte

Ganz im Allgemeinen, was man im Urlaub nicht tun sollte, ist die Menschen ärgern, die du wirklich, wirklich sehr lieb hast, sonst wärst du ja nicht mit ihnen in den Urlaub gefahren.
Spezifisch meine ich nicht die „wir haben einen großen Fehler gemacht“ oder „ich habe immer gesagt ich mag Nord Wales nicht“ oder „ich wusste ja, dass es auf den Seychellen nichts zu tun gibt“ Diskussionen, die sicher eine Einleitung zum Familienzusammenbruch wären, sondern vielmehr die väterlich besserwisserischen „ ich weiß ein bisschen mehr über alles als alle anderen, und deshalb brauchen andere wirklich meinen Rat“ Typ Ärger, bei dem ich wirklich hervorragend sein kann.
Zum Beispiel, wir waren in den Kanarischen Inseln im Frühling. Beim Frühstück unter den Königlichen Palmen auf unserer Garten-Terrasse sagt Dominic,“ nee“…er habe kein Lust auf Honigmelone.
„Ich habe gestern eine Melone gegessen, , nah ja, ich bin nicht wirklich scharf darauf …“
Dominic, mein Sohn, ist mir natürlich, wie viele junge Männer in seinem Alter gleichzeitig 5, 12, und 18 und manchmal erlaube ich mir sogar in ihm den ziemlich erwachsenen Neunzehnjährigen zu sehen, der er ist. Aber diese vollkommen vernünftige Behauptung Dominic kommt bei mir wie von dem 8 jährigen Dom an der seinen Blumenkohl oder seinen Spinat, oder etwas anderes Grünes und äußerst Unentbehrliches für seinen zukünftigen Erfolg im Leben zu essen verweigert, und so leg ich gleich los:
„Dominic, einen Moment mal … nur weil Du Wassermelone nicht magst, bedeutet das nicht das Du Honigmelone nicht mögen wirst. Die sind verschiedene Gewächse. Und Du musst keine Honigmelone essen, wenn du willst nicht, aber du solltest sie mindestens probieren!“
Dominic guckt mich schräg von unter seinen Augenbrauen an, in der Hoffnung das ich bloß anhalten werde.
Überzeugt, dass Blick nur bedeutet, dass er seinen Lieblingstrick aus seinem 9. Lebensjahr vorbereitet, sage ich.
„Und Du kannst sie nicht nur anknabbern und ausspucken., Du musst sie wirklich probiere. Ich meine es ist gerade als würdest du sagen, weil Du Möhren nicht magst, gefallen dir Kohlrüben auch nicht…. oder?
Eine Pause, während Dominic versucht noch mal mein Blick richtig einzufangen und mich zum Frühstückstisch im jetzigen Moment zurück zu holen. Aber nein….vergebens….
„Es ist so als sagtest du nur weil du keine gute Zeit in Spanien erlebt hast, fährst du nicht mehr nach Frankreich, oder weil du nicht gern liest, magst du keine Musik oder spielst kein Schach oder schwimmst nicht oder Du fährst nicht zum Mars, weil Dir vollkommen klar ist, dass Jupiter nicht dein Ding ist…. oder Du nimmst gar nicht an diesem Leben teil, weil du glaubst das Nächste wird auch nicht besser sein… …. so ich bitte dich…probiere ein wenig Honigmelone…bitte…!’
Langsam, sehr bedächtig, tut er das. Er mag sie nicht.
Wieder im Vollbesitz meiner geistlichen Fähigkeiten, sind hier einige der Dinge, die man nicht wirklich zu sagen braucht oder im Urlaub tun muss. Uebrigens, hat meine Frau mich gebeten, wenn Versuchung ruft, erst mal tief ein und auszuatmen und meine, wie mir meine Physiotherapeutin oft erzählt, vernachlässigte oberen Brust-Höhle völlig zu füllen:
Nicht mehr als fünf Mal pro Tag sagen, dass sie mehr Sonnencrem auftragen oder in der Schatten kommen sollte, nicht immerzu fragen wo irgendetwas ist, ohne schon mal selbst an dem Ort geguckt zu haben, wo es üblicherweise aufbewahrt wird und vielleicht Dom nicht mit Schwimmflügeln hinterher zu winken jedes Mal wenn er zum Swimmingpool geht….

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s