Zwei Kochschuüerinnen von Schwester  Franziska

Zwei Kochschulerinnen von Schwester Franziska

Es war 1977. Ich war jetzt fünfundvierzig.

Es war, für mich und viele andere, noch die Zeit der Hoffnung, nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil, als Papst Johannes, der dreiundzwanzigste, die Fenster des Vatikans öffnen und das Licht des neuen Denkens in die Kirche strahlen lassen wollte.

Das galt auch für die Orden. Jedoch fortschrittliche Änderungen kamen, wenn überhaupt, sehr langsam unter den Bischöfen, in den Orden, und bei uns, den Schwestern der Göttlichen Vorsehung auch.

Vielleicht weil ich Respekt, aber keine Angst vor Autorität hatte, war ich unter den jüngeren Schwestern beliebt. Ich hatte immer geglaubt, dass man für den Glauben auch manchmal kämpfen muss.

Oft kamen einige der jüngeren Schwestern zu mir, von der Verhaltensweise einiger der älteren Schwestern beunruhigt.

„Schwester Maria schlug einen Patient auf den Po.“

„Schwester Teresa ließ einen Anderen eine Stunde auf der Toilette sitzen.“

In der Gemeinde wurde über vieles gesprochen. Ich sah keinen Grund, über diese Vorfälle nicht zu sprechen.

„Wenn wir die Liebe Gottes verkündigen wollen, dann geht das einfach nicht.“

Die älteren Schwestern mussten ihre Worte hinnehmen. Sie blieben schweigsam und warteten.

Eines Tages kam eine jüngere Lehrlingsköchin, namens Anna, zu mir. Sie wirkte verzweifelt.

„Schwester, ich bin schwanger.“

Wer schwanger war, hatte gesündigt und musste das Anwesen sofort verlassen

„Ich will den Mann nicht heiraten aber ich will das Kind. Ich muss kündigen. Aber wohin soll ich gehen?“

Ich kannte die junge Frau gut und wusste, sie hatte keine Familie die für sie und das Kind sorgen würde.

„Du schweigst erstmal. Mache nichts. Bleib hier.“

Anna stimmte zu und blieb. Nach einigen Wochen begleitete ich die junge Frau zur Poliklinik. Alle Abteilungen waren im gleichen Haus und das Wartezimmer wurde auch von allen Abteilungen geteilt. Dann wurde ausgerufen.

„Anna Schirner zum Frauenarzt.“

Als wir aufgestanden waren, guckte eine andere Schwester, die zufällig zum Zahnarzt musste und auch im Wartezimmer wartete, auf. In ihrem Gesicht sah ich zunächst Überraschung, dann Verwirrung und dann Verstehen.

Jeder wusste, Besuch bei Frauenarzt konnte nur Schwangerschaftsberatung bedeuten.

Als wir zurück ins Kloster kamen, wurde Anna sofort vor die Oberin gerufen. Schwester Bernhardina, die Oberin, mit der ich mich gut verstanden hatte, war vor einigen Jahren schon in Rente gegangen. Die neue Oberin war empört, trotzdem konnte die Lehrköchin jetzt nicht mehr aus dem Haus gezwungen werden. Sie war schon im sechsten Monat ihrer Schwangerschaft.

Andererseits war es durchaus möglich, entschied sich die Oberin, mich zu entlassen. Ich muss exklausiert werden. Ich musste aus dem Orden und aus dem Kloster. Ich war erschrocken und tief erschüttert.

Wenn die Vorgesetzte des Ordens in Münster ihre Zustimmung gab, dann müsste ich mich fragen wohin ich gehen sollte?

In der Kapelle im Kloster in Münster fühlte sich die Vorgesetzter des Ordens, nicht zum ersten Mal in den letzten beunruhigenden Jahren, einsam und allein. Es war nicht so, dass die Vorgesetzte überhaupt kein Verständnis für Schwester Franziskas Vorgehen finden konnte, sondern eher dass sie meinte, sie war von Anfang an in der DDR rebellisch gewesen.

Außerdem hatte sich der Orden noch nicht völlig von der Geschichte mit der Brasilianischen Schwester erholt. Die Vorgesetzte schauderte vor Erschrecken, als sie an die Oberin dachte, die, ihren Kopf voll mit Befreiungstheologie, von Brasilien nach Deutschland gezogen war und ein neues unabhängiges Haus mit nicht weniger als sechzig ihrer Mitschwestern gegründet hatte.

Die Vorgesetze hatte Angst, dass diese kleine Schwester in Räckelwitz auch alles über den Haufen werfen würde. Sie musste weg.

Aber wohin?

Die Schwester hatte keine Familie oder Verwandte in der DDR. Außerdem war sie sehr bekannt und respektiert unter den jungen Schwestern in allen Häusern in Ostdeutschland. Viel besser, wenn sie zurück nach Westdeutschland kehren könnte, aber wie? Man kam nicht leicht über die Mauer hinweg. Ihre Entscheidung musste über den Bischof laufen, und letztendlich müsste noch auch Rom zustimmen.

Viel besser, wenn sie sagen könnte, dass der Fall definitiv erledigt war und die Schwester zurück bei ihrer Familie wäre.

Dann fiel der Vorgesetzten etwas ein.

Einige Woche später setzte ich mich vor den Bischof, die Oberin und die Vorgesetzte. Als der Bischof zu sprechen anfing, wurde sein Körper von einem Hustenanfall erfasst. Die Oberin holte ihm ein Glas Wasser und die Vorgesetzte drehte sich zu mir.

„Schwester Franziska, dass dein Leben als Schwester in unserem Orden vorbei ist, müssen wir nicht mehr besprechen.“

Natürlich wollte ich sofort die Vorgesetzte unterbrechen, aber die hob ihre Hand um auf meine Stille zu beharren.

„Wir sind alle der Meinung dass es viel besser wäre, wenn du zurück nach Westdeutschland gehen und wieder bei deiner Familie wohnen würdest. Die würde am besten wissen, wie man dir helfen kann.“

Sofort erkannte ich, ich muss mich nicht mundtot machen lassen.

„Nein, ich akzeptiere das nicht. Ich weiß dass ich das Recht auf einen Appell an Rom habe. Und das will ich wahrnehmen.“

Der Bischof war empört. Er fand es schwer zu verstehen dass eine Schwester eine andere Meinung als ihre Vorgesetzte haben könnte.

„Sie sollte sofort in einen Fabrik geschickt werden, wo Sie, zum ersten Mal in Leben, richtig arbeiten müsste und dann würde sie verstehen wie hart Leben sein kann!“

Der Bischof, hustend, kollabierte fast. Die Oberin führte ihn weg und ich war mit der Vorgesetzten allein.

„Wir haben viel gebetet und darüber nachgedacht, wie du zurückkehren kannst. Wir haben einen Plan, wenn du nicht zustimmst, dann setzen wir dich einfach vor die Tür. Du musst dich an unser Haus für geistige Kranke in Berlin Weissensee, St Josefs, wenden und dann werden wir sofort einen Antrag an die Staatliche Verwaltung stellen, damit du so schnell wie möglich nach Westdeutschland fahren darfst. Geistig Kranke werden nur als belastend für diesen Staat betrachtet.“

Sie hatte mich erstaunt, aber tat so als ob sie nichts Überraschendes gesagt hatte, und da ich nicht reagierte, fügte sie hinzu.

„Als Patientin melden, meine ich natürlich.”

Ohne ein weiteres Wort, stand sie auf, verließ den Raum und ließ mich geschockte allein.

Die nächsten Wochen waren sehr hart. Ich hatte der Vorgesetzten nicht meine Zustimmung gegeben, aber ich hatte auch nicht nein gesagt. Ich war verletzt und verwirrt. Dachten die wirklich dass ich irrsinnig war? War ich? Sicher war ich völlig durcheinander.

Aber wenn ich zustimmte, würde ich vielleicht nie mehr aus dem Krankenhaus rauskommen. Ich wäre nicht mehr mündig.

Oder war das wirklich nur als kleine Täuschung gedacht, damit ich nach Hause kommen konnte?

In der Zwischenzeit nahm ich an, dass die Oberin und Vorgesetzte Vorbereitungen für meinen Umzug nach Berlin treffen würden. Jeden Tag wartete ich, nervös und verkrampft, auf jemanden der kommen und Bescheid geben würde, dass ich heute nach Berlin fahren müsste.

Dann eines Morgens, als ich im Garten herum spazierte, kam eine der jungen Schwestern zu mir. Ich war überrascht, dass ich noch ein bisschen traurig war; hätte die Oberin selbst nicht kommen können? Ich wusste noch nicht was ich sagen würde.

Schwester Franziska, die wollen dich so schnell wie möglich fortschicken, aber geh nicht. Der Bischof geht weg. Es wird ein neuer Bischof kommen.“

Es dauerte einige Momente, bevor ich ihre Worte fassen konnte. Ein neuer Bischof. Wurde mir auf einmal sehr klar. Ich würde ablehnen, nein sagen, und auf Zeit spielen, bis ich einen neuen Antrag an den neuen Bischof stellen konnte.

Zwei Monate später saß ich wieder vor der Oberin, der Vorgesetzten und vor dem neuen Bischof. Der Bischof hörte zu und sagte wenig. Was er sagen würde, wusste ich nicht. Aber er hatte mir die Gelegenheit gegeben, meine Ansicht ausführlich zu erklären.

Hatte er mich angelächelt, als ich reinkam?

Die Oberin und die Vorgesetzte saßen schweigsam und guckten auf ihre Hände in ihrem Schoß. Der Bischof fing an zu sprechen.

„Ich glaube wir sind einer Meinung, dass wir dem Willen Gottes gehorchen, wenn wir diese unglückliche Zeit des Streits zu Ende bringen.

Wir glauben aber, deine Zukunft liegt nicht hier bei uns.“

Meine Funke Hoffnung erlosch.

„Du muss nach St Josefs in Berlin Weißensee.“

Ich wurde jetzt schwer ums Herz. Sie wollten mich doch wieder unter die geistig Kranken stecken.

„St Josefs braucht dringend eine Köchin und jemand der Andere ausbilden kann. Wir brauchen auch hier in unserer Gemeinde einen neuen Anfang. Um diesen neuen Anfang, Schwester Franziska, muss du dir keine Sorgen machen.“

Gab er mir Genugtuung? Gab er mir Recht? Ich hätte erst später Zeit darüber nachzudenken. Jetzt ahnte ich, dass ich eine Entscheidung treffen musste.

Der Bischof führ fort.

„Wenn du zustimmst, es gibt für dich ein neues Leben, als zivile Person, sozusagen, außerhalb des Ordenshauses, aber natürlich noch als Schwester des Ordens in Berlin.

Stimmst du zu? “

Und ja, ich habe zugestimmt.

Two of Sister Franziska´s many students.

Two of Sister Franziska´s many cookery students.

It was 1977 and I was then forty five.

It was for me and many others still that time of hope after the Second Vatican Council when Pope John the 23rd had wanted to throw open the windows of the Church and let the light of new thinking flood in.

That was also meant to apply to the religious orders. But change, if it came at all, came only very slowly from the Bishops and in the Orders and amongst us in the Sisters of Divine Providence too.

Maybe because I had respect for the Mother Superior but was not afraid of her and the older sisters I was popular among the younger sisters. I had, after all, always believed that one must be sometimes prepared to fight for one´s faith.

Often one of the younger Sisters would come to me, disturbed by the behaviour of one or other of the older Sisters.

“Sister Maria hit one of the patients.”

“Sister Teresa left one of the patients sitting on the toilet for over an hour.”

In the meetings of the community of Sisters many topics were discussed and I did not see any reason not to talk about these incidents too.

“If we want to communicate God´s love for all, then these things are not acceptable.”

The older Sisters had to listen to my views but, for the most part, they remained quiet and, perhaps, waited.

One day a young woman who I was teaching to become a cook, by the name of Anna, came to speak to me. She seemed very distressed.

“Sister, I´m pregnant. “

Whoever had become pregnant out of wedlock had of course sinned and had to leave the House immediately.

“I don´t want to marry the man but I do want the child. I have to leave. But where can I go?”

I knew Anna well and that she had no family that would care for her and the child.

“Say nothing for now. Don´t do anything. Just stay here.“

Anna agreed and we waited. Then after a few weeks I accompanied her to visit her doctor at the Medical Centre. All the departments were together in the same building and everyone shared the same waiting room. An announcement came over the Tannoy.

“Anne Schörner to Gynaecology.”

As we stood up we saw in the corner of the room one of the other Sisters look up at us. She had come to visit the dentist. In her face we could see first surprise, then confusion and finally understanding. Everyone knew that a visit to the gynaecologist most likely meant the patient was pregnant.

As we came back to the House Anna was immediately called to the Reverend Mother. Sister Bernhardina with whom I had had such a happy relationship had retired some years before. The new Reverend Mother was appalled but Anna, now being in the sixth month of her pregnancy, could not now be required to leave the House.

On the other hand it was perfectly possible to get rid of me. I must be put out of the House and out of the Order. I was shocked and deeply shaken. If the Mother Superior, the head of the Order in Münster, agreed then where would I go?

In the chapel of the Sister of Divine Providence in Münster the Mother Superior of the Order prayed for guidance. Not for the first time in these unsettling years she felt isolated, even lonely. It was not as if she did not have some sympathy for what the Sister in Räckelwitz had done, rather that she felt Sister Franziska had been rebellious from the beginning of her time in East Germany.

Moreover she was aware the Order had not yet fully recovered from the arrival from Brazil in Germany of a Sister who, her head full of Liberation theology, had set up an independent convent with no less than sixty of the Order´s sisters. She was afraid the little sister on the far side of the Wall could do something similar. She had to be got away from the Order. But how?

Sister Franziska was well known and respected amongst the younger sisters in all the Houses in the East. It would be much easier if she could somehow be brought back to West Germany. Indeed she didn´t have any family or relatives in the DDR. But she was now a DDR citizen and it wasn´t easy to get back over the Wall. The Bishop must accept her decision, and Rome perhaps too, if the Sister made an appeal. It would be so much better if she could tell the Bishop the case was more or less resolved and that the Sister would soon be on her way home to her family.

Then the Mother Superior had an idea.

Several weeks later I found myself sitting before the Bishop, the Reverend Mother and the Mother Superior. They were now to pass judgement on my case. As the Bishop began to speak his body was wracked by a coughing fit. The Reverend Mother fetched him a glass of water and the Mother Superior turned to me.

“Sister Franziska, we all know that your life as a Sister in our Order is over and we don´t need to discuss that any further.”

I wanted of course to immediately interrupt but the Mother Superior raised her hand to insist on my silence.

“We are all of the opinion that the best solution would be for you to return to West Germany and to your family who will best know how to help you.”

I knew I had to speak now before it was too late.

“No, I don´t accept that…”

The Bishop was appalled. He simply could not understand how a Sister could be of a different opinion from her Mother Superior.

“She should be sent immediately to a factory where, for the first time in her life, she might really have to work. Then she´d know how hard life can be and how much the Order has done for her!”

After this outburst the Bishop started to cough again and this time so badly that the Reverend Mother had to take him away. Now I was alone with the Mother Superior.

“We have prayed and reflected a great deal on the best way to bring you home to your family. We have finally made a plan how this can be done, if you don´t agree then we will simply ask you to leave the House.” She paused a moment, then.

“We want you to go to our home for the mentally ill, St Josef´s in Weissensee in Berlin. When you are then we will then immediately put an application to the government to request you be sent back to your family in Münster. The mentally ill are simply seen as a burden in the East, they´ll let you go.”

I was astonished and too shocked to speak. The Mother Superior, unsure perhaps if I had really grasped her meaning, then added.

“Report to St Josef´s as a patient I mean, Sister.”

Then, as if she had not said anything in any way surprising, she stood up and left the room.

The next weeks were very hard. I hadn´t given the Mother Superior my consent but I had also not said no. I was hurt and confused. Did they really think that I was mad? Was I mad? It was hard to hold on to, hard even to find, a sense of what was real. Perhaps I should agree. Perhaps it was all well-meant. It was only a simple deception that would bring me home. But as a patient I would also then be no longer legally responsible for myself. Perhaps I might never get out of the hospital.

In the meantime I assumed that the Reverend Mother and Mother Superior were making arrangements for my being transferred to St Josefs. Every day I waited anxiously for someone to come who would tell me that today was the day that I must go to Berlin or leave the House.

One morning as I walked in the garden one of the younger Sisters approached me looking nervous. I was surprised to find that I was, despite all that had happened disappointed. Could the Reverend Mother herself not have come? I still did not know what I would say.

“Sister Franziska, they want to send you away as quickly as possible but don´t agree. The Bishop is ill and has to retire. There´ll soon be a new bishop.”

It was a few moments before I could grasp the implications of what she had said. A new Bishop. Then it was suddenly very clear to me. I would refuse to go, play for time, and insist on an appeal to the new Bishop.

Two months later I sat again before the Reverend Mother, the Mother Superior and the new Bishop. The new Bishop was a gray-haired, quiet older man, who listened and smiled a good deal, but said little. I had no idea what he would say but he had given me the opportunity to explain in detail what had happened from my point of view.

Had he smiled at me as I came in and sat down?

The Reverend Mother and the Mother Superior sat in silence, their hands folded on their laps and their gaze lowered. The Bishop began to speak.

“I believe, Sister Franziska that we are all certainly in agreement that we will be doing God´s will when we bring this unhappy situation to an end. But I do not believe that your future lies here. I believe St Josef´s in Berlin should still be your new home.”

My small flicker of hope had been quickly extinguished. So they still wanted to hide me, after all, amongst the mentally ill. Watching me closely though the Bishop seemed anxious to keep my attention.

“St Josefs desperately needs a cook and someone who can also train others to become cooks. We also need here in Räckelwitz a new start. And there will be a new start here too, Sister Franziska, I assure you.”

Was he recognizing the wrong done to me? Did he mean I had been right? Only later would I have time to think about his words. He was now giving me a new decision to make. He went on.

“If you wish, there is a new life for you, not in a religious house, but still as a Sister and as a member of your Order. In Berlin, Weissensee.”

He paused and smiled at me.

“So do you agree?”

“Yes, I agree.”

Footnote. Partially due to Sister Franziska´s courage, the policy of the Sister of Divine Providence is now to keep any community member who becomes pregnant as a part of the community, providing accommodation and support as needed.

 

Sister Franziska with friends. Fasching celebration in the DDR

Schwester  Franziska, ex rechts, mit Freundinnen. Fasching in der  DDR Ende 1960s.

Es ist der 24 Juni 1964. Schwester Franziska ist zweiunddreißig. Sie steht in der Schlange vor der Grenze der DDR. Es ist der heißeste Tag des Jahres. Schwester Franziska hat Angst vor der Grenze, aber noch mehr, dass sie bald in Ohnmacht fallen wird.

Was man von Westdeutschland in die DDR mitnehmen konnte, war streng kontrolliert und limitiert, deshalb trug Franziska zwei Ordenskleider übereinander. Aber das waren nicht alles; doppelte Unterwäsche, doppelte Blusen, doppelte Mäntel…

„Ich werde sterben“, flüstert sie sich selbst zu.

Sie versucht sich abzulenken von ihrer Angst und der Hitze. Wenn sie endlich auf der anderen Seite der Grenze ankommt, wird sie endlich ihren Traum erfüllen. Zu diesem Zeitpunkt wird sie Missionarin werden.

Als sie sich von Gott berufen fühlte, Ordensschwester zu werden, wusste sie schon, dass zwei von Vatis Schwestern, Ordensschwestern bei den Franziskanern waren. Aber in jenem Orden kümmerten sich die Schwestern um Kranke und andere Pflegefälle. Frances wollte sich einem Orden anschließen, wo man Missionar werden konnte. Sie wollte nach Afrika. Daher hatte sie sich für die Schwestern der Göttlichen Vorsehung entschieden.

Endlich ist sie dran. Der junge Polizist sieht ihre Papiere ein und als er merkt wie rot die Schwester im Gesicht ist, betrachtet er sie ein bisschen näher, kann aber nichts sehen, dass ihm unrechtmäßig erscheint. Offenbar widerwillig und misstrauisch winkt er sie durch.

Die Mauer hinter sich, zieht Franziska sofort einige ihrer Kleidungstücke aus und setzt sich eine halbe Stunde später erleichtert in den Zug nach Bautzen.

Der Orden war damit einverstanden gewesen, sie in Afrika zu stationieren, aber bei der medizinischen Untersuchung zeigte sich, dass ihre Knie, ihr Meniskus, in keinem guten Zustand war. Als junge Frau hatte sie viel Handball gespielt, offenbar zu viel. Nur eine Schwester die in jeder Hinsicht gesund war, konnte nach Afrika fahren.

Dann im Jahr darauf wurde die DDR als Missionarsgebiet bekanntgegeben. Die Oberin fragte Franziska ob sie dahinwollte.

Natürlich konnte man aus der DDR nur schwer wieder zurückkehren und der Orden benötigte die Erlaubnis ihrer Mutter, die diese ungern geben wollte. Mutter hatte große Angst vor den Russen.

„Lieber Afrika als die Russen, Sissy“ sagte sie.

Gefragt warum, erzählte sie eine Geschichte die sie nie zuvor erwähnt hatte. Als sie mit Sissy schwanger war, bekam sie Besuch von einer Zigeunerin. In der Nachkriegszeit gab es viele Zigeuner in Nordrheinwestfalen. Die Zigeunerin sagte, dass sie ein Kind bekommen würde, welches sehr, sehr weit in den Osten, in ein Land regiert von Eis und Schnee reisen würde. Das machte ihr furchtbare Angst, weil die Westfalen tief gläubig, aber auch recht abergläubisch waren.

Am Ende hatte sie, mit den Worten, zugestimmt:

„Wenn du aber nach Sibirien musst, dann komme ich auch mit.“

Der Zug kam endlich in Bautzen, einem Sorbischen Gebiet, an. Der Bahnhof war sehr klein und offenbar vernachlässigt und verlassen. Franziska setzte sich auf einen Bank und wartete.

Sie hatte schon ein bisschen über die Sorben gelesen. Die waren sehr christlich und von der Regierung drangsaliert. Obwohl es immer behauptet wurde, dass die DDR den christlichen Glauben akzeptierte, war es in der Tat nicht so. Evangelisieren wurde verboten. Nur durch eigenes Verhalten konnte man Andere überzeugen, Christ zu werden. Im Prinzip wurde die Taufe nicht verboten, aber wer sich taufen ließ, musste raus aus der Partei. Es gab manchmal geheime Taufen, aber trotzdem fiel die Anzahl der Christen in der DDR über die Jahre deutlich zurück.

Wahrscheinlich, sagte sie sich, half die strenge Einstellung der Katholischen Kirche nicht. Wenn Eltern aus der Kirche ausgetreten waren, aus welchem Grund auch immer, dann war das Taufen der Kinder nicht mehr möglich. Die Evangelische Kirche war nicht so streng.

Von weit entfernt erkannte Franziska die Silhouette einer Schwester. Sie lief langsam unter den Kastanienbäumen, die staubige, sonnige Straße entlang. Sie würden zusammen in das Ordenshaus in Räckelwitz gehen.

Aus dem Westen kommend, wo der Aufbau schon weiter war, empfand Franziska die DDR als hinterrücks. Die Menschen trugen nur dunkle Kleidung in der Küche. Auf Hygiene wurde überhaupt nicht geachtet. Es gab nur einen Kohlenherd, der schon fünfzig Jahre alt war, eine selbst betriebene Dampfheizung und Dampfkessel und als sie die Küche herumlief, zischte es hier und zischte es da.

Die Holzbretter, die täglich hundertmal benutzt wurden, mussten ausgekocht werden, aber waren so schlecht geleimt, dass danach in ihren Händen auseinander fielen.

Sie beharrte also auf große Änderungen in der Küche, die die zwölf DDR Schwestern beunruhigten.

„Ich wollte alles so radikal ändern dass sie mich bald nicht mehr haben wollten“.

Franziska entschied auch, dass es besser wäre, wenn sie ihre neuen Schuhe und die Kleidung aus dem Westen nicht trug, damit die Schwestern nicht neidisch wurden.

Trotzdem hatte sie ein tiefes Verständnis für die Schwestern. Diese hatten die Gemeinde 1936 gegründet und aufgebaut. Sie hatten die Entbehrungen der Hitlerzeit erlebt, als das Kloster im Krieg zwangsweise in ein Lazarett umfunktioniert wurde. Als dann die Russen kamen, bedeutete das zusätzlichen Ärger. Weil die Schwestern sich um deutsche Soldaten gekümmert hatten, wurden sie von den Russen beschossen. Die Schwestern und die Frauen des Dorfes, hatten große Angst vor Vergewaltigung. Sie verbrachten viele Nächte versteckt im Keller. Am Ende war eine der sorbischen Dorffrauen, die Russisch sprach, zu den russischen Kommandos gegangen. Mutig sagte sie.

„Gute Männer benehmen sich nicht so.“

Danach wurde die Situation langsam besser. Um das Ordenshaus und Dorf weiter zu beschützen, stellten die Frauen am Rande des Dorfes große Schilder mit Todesköpfen und der Warnung „Seuche“ auf.

Dann kam die DDR und das Haus wurde wieder aufgebaut, und die Schwestern, weil sie so hart gearbeitet hatten, wurden respektiert und unterstützt. Trotzdem, unter dieser Gruppe Frauen fühlte Franziska sich als ein Außenseiter, einsam.

Wenn sie abends in der Kapelle betete, fragte sie sich, ob sie es hier aushalten würde, und sie dachte an ihre ersten schweren Jahre als Ordensschwester. Im September 1956 war sie dem Orden in Münster beigetreten. Frances war zu dieser Zeit vierundzwanzig. Sie schwor drei Gelübde; Armut, Keuschheit und Gehorsam.

Sie lächelt, als sie sich an ihren ersten Schrecken erinnert. Man musste im Ordnen die Unterwäsche mit Allen teilen, und sie kam nur in Größe eins, zwei und drei. Ihre Eigene durfte sie nicht behalten.

Als Novizin musste Frances auch geistliche Übungen absolvieren. Zu diesem Zweck gab es verschiedene Bücher unterschiedlichen Niveaus. Frances wollte ein Buch mit dem Titel, ‘Liebe bis zum Fuß des Kreuzes’ studieren. Aber die Novizen Meisterin sah das als zu anspruchsvoll für sie an und stufte sie auf ein niedrigeres Niveau hinunter.

Auf einer Seite konnte sie das gut verstehen. Wegen des Krieges musste Sissy die Schule schon mit dreizehn verlassen. Sie hatte nie die Möglichkeit gehabt, die Bibel zu lesen. Sie kannte die Geschichte, Adam und Eva, die Sintflut, und so weiter bloß aus Erzählungen ihrer Eltern. Auf der anderen Seite wusste sie, dass sie, und insbesondere ihr Gehorsam, auf diesen Art und Weise, getestet wurden.

Dann hatte sie es noch viel schlimmer im Waisenhaus gefunden, wo die Schwestern die Waisen oft körperlich bestraft oder psychologisch streng behandelt hatten, beispielsweise sie ohne Essen ins Bett geschickt hatten. Zum Glück musste sie nur ab und zu Aushilfe dorthin, da sie normalerweise in der Küche arbeitete.

Dennoch hatte sie jene Zeit als Ordensschwester im Westen überstanden und sie würde es auch jetzt in der DDR schaffen.

Schwester Franziska. Fasching in der DDR.

Schwester Franziska. Fasching in der DDR.

Eines Morgens kam die Oberin, Schwester Bernhardina, zu ihr und fragte.

„Schwester Franziska, hast du einen Führerschein?“

Franziska hatte keinen Führerschein aber sie wollte gern Fahrstunden nehmen. Für einige Tage war sie glücklich und voller Hoffnung. Sie wusste dass die Oberin oft unterwegs war und dafür eine Fahrerin und Begleiterin brauchte.

Dann kam eine der älteren Schwestern zu ihr und sagte.

„Viel Glück bei der Fahrprüfung. Die mache ich auch. Wenn wir beide bestanden haben, wirst du meine Stellvertreterin sein. Ich glaube, du wirst nicht oft weg von deiner Küche sein müssen.“

Franziska war überrascht und enttäuscht.

Der Tag der Prüfungen war kalt und regnerisch. Franziska und die ältere Schwester warteten zusammen auf die Fahrprüfung. Franziska merkte wie die Hände der Schwester vor Angst zitterten als sie ins Auto stieg. Die Schwester fiel durch.

Jetzt sah Franziska ihre Chance. Sie muss sich konzentrieren aber auch locker bleiben. Der Regen machte die Prüfung nicht leichter. Eine ganze Stunde dauerte sie.

„Es freut mich sehr Schwester, ihnen zu sagen…Sie haben die Prüfung bestanden.“

Eigentlich sollte eine Schwester nicht vor Freude schreien. Dennoch konnte sie einen Freudenschrei nicht zurückhalten.

Doch dann kam eine böse Überraschung.

„Herzlichen Glückwünsch, Schwester. Zunächst brauche ich Ihren Ausweis“.

Franziska reichte ihn ihm.

„Der ist aus dem Westen. Haben Sie keine DDR Staatsangehörigkeit?“

„Die habe ich nicht.“

„Das tut mir Leid. Ohne die können wir ihnen keinen Führerschein ausstellen.“

Franziska konnte erst nach drei Monaten und nach vielen verschiedenen Prüfungen ihre Staatsangehörigkeit bekommen. Genug Zeit für die andere Schwester ihre Prüfung zu bestehen, und bei ihrem zweiten Versuch schaffte sie das. Jedoch, bei der ersten Fahrt mit der Oberin durchfuhr sie eine rote Ampel und dann ein Stoppzeichen. Zufällig war die Polizei in der Nähe und die Schwester bekam zwei Strafmandate. Es wurde als Gottes Führung angesehen, dass die Oberin dann auf Franziska zu vertrauen beschloss. Oft zusammen unterwegs, verstanden sie sich gut.

Weil einige Mitschwestern es nicht gern sahen, wenn Schwester Franziska die Oberin nach Magdeburg, nach Dresden, nach Görlitz und sehr oft nach Berlin fuhr, dankte Franziska dem lieben Gott für ihren eigenwilligen Charakter. Die Missbilligung dieser Schwestern konnte sie gut aushalten.

Obwohl sie es noch nicht wusste, würde diese Missbilligung der Schwestern bald zum schwersten Erlebnis ihres Lebens führen.

 

 

Sister Franziska with friends. Fasching celebration in the DDR

Sister Franziska, ex right. at a Fasching Party in the DDR in the late 1960s.

 

It’s the 24 June, 1964. Sister Franziska is now thirty two. She is waiting in a queue to cross the border into the DDR. It’s the hottest day of the year. She´s a little afraid of the border, but much more she´s afraid that she will faint before she gets there.

What anyone was allowed to take from West Germany into the old East was strictly controlled and limited. For that reason Sister Franziska and the other Sisters in Münster had thought it would be a good idea today as she set for her new life on the far side of the Wall, for her to wear one nun´s habit over another, and also two blouses, two underskirts, two coats….

“I´m going to die…” she whispered to herself as the queue shuffled forwards.

She tried to distract herself from the heat. When she got to the other side of the Border, she would finally have realised a dream. She would be a missionary.

As she had felt herself called by God to become a Sister, she was, of course, already aware that two of her father´s sisters were Nuns in the Franciscan order. But the Franciscans dedicated themselves to the care of the sick, and others who needed care. Frances wanted to join an Order where she could become a missionary. She wanted to go to Africa. So she had chosen to join the Sisters of Divine Providence.

Finally its her turn to cross the border. The young policeman examines her papers, only then does he notice how red in the face she is. He looks at her closely but then, apparently reluctantly, he waves her through.

With the Wall now literally behind her, Franziska wastes no time in taking off some of her clothes. A half hour later, she is sitting relaxed and relieved on the train to Bautzen.

The Order had originally agreed to send her to Africa. But when she underwent a medical examination it was found that her knee, her Meniskus, was damaged. As a young woman, she had played a lot of handball, perhaps too much. Only completely healthy and fit Sisters could be sent to Africa.

Then a year later the DDR was declared by the church to be a missionary area. The Mother Superior asked Schwester Franziska if she wished to be part of the mission there.

Of course, this was not an easy decision. Once she was living in the DDR it would be very difficult, if not impossible, to come back again. The Order also wanted to have the agreement of Wilhemina, Schwester Franziska´s mother

And Wilhemina was very afraid of the Russians. She said,

“Better Africa than the Russians, Sissy.”

She seemed so upset that Franziska pressed her as to why. Then she told a story that Sister Franziska had never heard before. When she was pregnant with her a gypsy woman knocked at her door. In the years before the war there were many gypsies in North Rhine Westphalia. The gypsy told her that she would have a child who would travel far, far to the east to a land of ice and snow. Wilhemina felt afraid, like many others in the countryside she had a strong Christian faith, but she was also very superstitious. She felt afraid then, but put it out of her mind, but now all her fears returned as Frances told her her plans. In the end, though, she gave her permission, saying.

“And Sissy if in the end you are sent to Siberia, then I´m coming too!”

The train finally rattled to a stop in Räckelwitz, Sister Franziska´s destination, near to Bautzen. The station was very small and it seemed abandoned. Franziska sat on a bank and waited.

She had read about this Sorbian area, the Lausitz, comprising an eastern part of the counties Brandenburg and Sachsen. Sorbians were Slavs, and Catholic, with their own language, flag and national hymn. With such a clear identity, they were treated with suspicion by the communist authorities. Although the Communist government always claimed that Christianity was accepted in reality it was not. Evangelising was forbidden, only through your conduct and not through persusasion were you allowed to encourage someone to become a Christian. In theory baptism was also not prohibited but anyone who was baptized was not allowed to be part of the SED, the communist party that controlled all aspects of the society. There were baptisms carried out in secret but overall the proportion of Christians in East Germany over these years fell very quickly.

Schwester Franziska couldn´t help also wondering if the attitude of the Catholic Church too was not very helpful. Anyone who, for whatever reason, had left the church, was not allowed to have their children baptized. The Protestant Churches were not so strict.

In the distance Sister Franziska recognised the silhouette of a Sister. She walked slowly along the sunny, dusty road, in the shade of the Chestnut trees.

Coming from the West were the post-war economic ´miracle´ was already well underway Franziska found the DDR backward. The cooks wore dark clothing in the kitchen. They didn´t seem really to think about hygiene too much. The chopping boards, used a hundred times a day in a busy kitchen, she ordered immediately to be boiled clean. But when she retrieved them from the hot water, they simply felt apart in her hands. In the Cloister kitchen there was only one oven, heated with coal, and it was already over fifty years old. The heating too came from steam, and as she walked about the kitchen pipes on the wall or above her head would unexpectedly hiss as she passed. She insisted on a revolution in the kitchen which did not please her twelve East German sisters.

“I wanted to change everything so much that quickly they wished I´d never come.”

Franziska also knew perhaps it was better when she didn´t wear her new clothes and shoes from the West.

Nevertheless she could understand the feelings of her new Sisters. The cloister had been founded only in 1936. They had then endured the hardships of the national socialist period, and then in the war they were forced to become a field hospital. Because they were caring for German soldiers when the Russians came the Sisters were shot at and spent many nights hiding in cellars with the other women in the village fearing rape. In the end one of the Sorbien women, who spoke Russian, went to the Russian commander and courageously expressed the anger of the women.

“Real men do not conduct themselves like that!”

After that things were easier but then as other army units came through the area, the women of the village put up signs on all the roads and paths into the village, marked with a skull and crossbones and the word, plague.

In the DDR the cloister was re-built and the Sisters, because they worked hard, were respected and supported. Nonetheless amongst her sisters Franziska felt herself still to be an outsider and lonely.

When she prayed at night in the chapel, she asked herself if she would come through this difficult time. She thought back on her first difficult years in the Order. She had become a Sister in September 1956 in Münster. She had been twenty four. She swore the three vows of Celibacy, Obedience and Poverty.

She smiled to herself as she thought back on her first shock at the reality of a life as a Sister. She had to share underclothes with the other sisters. You weren´t allowed to keep your own and the convent underclothes only came in sizes one, two or three.

As a novice she had also to undertake spiritual exercises. For this purpose there were spiritual exercise books set at different levels. Frances wanted to study a book called `Love up to the feet of the Cross´. The novice mistress saw this as too challenging for Frances so she was given an easier book to work with.

On the one hand she could understand this. Because of the War she had had to leave school at thirteen. And she had never really read the Bible. The stories of Adam and Eve and the Flood, she knew as they had been told to her by her parents. On the other hand she knew this was also a means of testing her, and in particular, her obedience.

In any case she was grateful not to have had her obedience tested by working alongside her Sisters in the Orphanage. There the Sisters did not hesitate to beat the children or punish them by sending them to bed without having eaten. Luckily she had only to occasionally help out, and was normally set to work in the Kitchen.

Nevertheless in the end she had successfully become a Sister in the West and she would manage here in the East too.

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Sister Franziska in the DDR in the late 1960s.

 

Then, one morning, the Mother Superior, Bernhardina, came to her and asked her a question.

“Sister Franziska, have you got a driving licence?”

Sister Franziska said no she didn´t have one, but she would love to take lessons and learn. Sister Bernhardina agreed to her doing so. For a few days she was happy and hopeful of the future. She knew that the Mother Superior had often to be away visiting other houses of the Order and therefore needed another Sister to drive and to accompany her.

Then one of the older sisters paused one afternoon as she passed her and said.

“Good luck with your test Sister. I´m also taking it. When we both pass you´ll be my deputy. But I don´t think its likely that you´ll need to be away very often.”

Franziska was disappointed and surprised.

The day of the test came. It was cold and rainy. Franziska and the older Sister waited together at the test centre.. Franziska noticed how the Sister´s hands were shaking as she climbed into the car. She failed.

Now Franziska saw her chance. She needed to concentrate but stay relaxed. The rain didn´t make the test any easier. After an hour, it was done. The instructor turned to her.

“Well, Sister, it gives me great pleasure to tell you that you´ve successfully passed the test.”

Really a Sister should not shout for joy but Franziska couldn´t help herself. But then there came another surprise.

“Congratulations, Sister. Now I need your identity papers. “

Sister Franziska passed hers to him.

“But this is from the West. Are you not a DDR citizen? “

A silence.

“I´m sorry but without it I can´t give you a driving licence. “

Franziska could only get DDR citizenship after several stages and a couple of months. This was enough time for the older Sister to pass her test and at the third attempt she managed it. However on her first trip with Sister Bernhardina she went over a red light and then a stop sign. Coincidentally a policeman saw this and the Sister was immediately fined. It was then held to be God´s will, after all, that the Mother Superior should take Franziska with her as her driver. And, often together, they got on well.

Because some of the Sisters were not happy to see Sister Franziska so often travelling to Magdeburg, Dresden, Görlitz and often to Berlin she thanked God for the independence of mind that was so much part of her character. She would not get too concerned about the jealousy and disapproval of the Sisters.

Although she didn´t know it yet the disapproval of her Sisters would soon lead to the most difficult experience of her life.

frances and girlfriends

Frances. zweite von links, und Freundinnen.

Es ist das Ende der Fünfziger Jahre. Frances ist sechsundzwanzig.

Vielleicht sollte sie doch heiraten? Wäre das eine Lösung? Hätte sie dann eine gute Zukunft?

Das schöne rote Kleid lag auf ihrem Bett wie eine Schuldzuweisung. Frances war tief beunruhigt und verwirrt. Sie lief in ihrem Zimmer umher.

Die schwere Nachkriegszeit war vorbei. Mutter musste wieder Wäsche für andere waschen um ein bisschen Geld zu verdienen und Vaters Werkzeuge mussten alle verkauft werden, aber am Ende hatte die Familie alles überstanden.

Sie hatte jetzt schon acht Jahre Arbeit als Hotelfachfrau hinter sich. Sie hatte sich als fleißig und verlässlich in der Küche und bei der Bedienung bewiesen. Sie hatte ohnehin schon lange vor der Ausbildung bei ihrer Mutter Kochen gelernt. Ihre Chefin bezahlte sie gut und als Frances sich einmal in ein bestimmtes Kleid verguckte, kaufte sie es sofort für Frances. Das Hotel war ein Familiengeschäft, es gab einen Bruder und die Schwester, die Chefin, wollte Frances in die Familie einheiraten.

Der Bruder war zehn Jahre älter als sie, aber viel wichtiger, Frances liebte ihn nicht.

Allerdings fühlte sie sich vor eine große Entscheidung gestellt. Was wollte sie eigentlich mit ihrem Leben anfangen?

Sie schämte sich nicht, Wert auf schöne Kleidung zu legen, und natürlich wusste sie, dass andere Dinge in Leben viel wichtiger waren. Sie war kein unschuldiges Mädchen mehr. So eine Demütigung hatte sie also nicht verdient.

Sie bedauerte es sehr, die Zeit nicht zurück drehen zu können. In den letzten Jahren hatte sie so viel Glück und Spaß dabei gehabt, einfach nur jung sein zu dürfen. Sie hatte eine beste Freundin, Edith. An langen Sommerabenden im Garten oder an Winterabenden vorm Feuer konnten die beiden stundenlang über Gott und die Welt und, na ja, auch über Jungs reden

frances and edith

   Frances, links, und Edith.

Katholisch erzogen wie Frances, und praktizierend auch, hatten die beiden trotzdem keine Angst vor heiklen Themen. Sie wollten weltoffen sein. Mit ihrem Bruder Hans, der als Messdiener immer Gesprächsthema bei den Dorfmädels gewesen war, und mit seiner Freundin Katrin, entstand ein kleiner Freundeskreis mit guter Stimmung und Geselligkeit.

Frances ging zum Fenster. Es war Sonntag. Die Straßen waren leer. Sie guckte das Kleid an. Sie setzte sich auf das Bett. Immerhin musste sie zugeben, dass sogar in diesen guten Zeiten nicht alles so leicht gewesen war.

Es gab eine alte Verbindung zwischen Katrin und Frances weil Katrins Mutter oft krank war. Daher hatte Frances Mutter, Wilhemina, auch für Katrins Familie gekocht. Genau wie es dem lieben Gott gefallen hätte. Dass Katrin Evangelisch war, spielte keine Rolle.

Frances erinnerte sich an einen Tag, als der Pfarrer zu ihr kam.

‘Guten Tag, Frances.’

‘Guten Tag, Vater.’

‘Frances, wusstest du schon dass Katrin ein evangelisches Mädel ist?’

‘Natürlich Vater. Jeder im Dorf weiß das.’

‘Ja, selbstverständlich Frances. Ich habe mir überlegt und vielleicht wäre es möglich für uns auf Hans aufzupassen?’

„Geht es ihm nicht gut Vater?“

„Nein, ich meine, mit Bezug auf seine Beziehung mit Katrin.“

Es dauerte einige Momente bis sie verstand was der Pfarrer meinte, dann war es für Frances wie ein Schlag im Gesicht.

‘Ich kann meine Freunde nicht bespitzeln.’

Jetzt reagierte der Pfarrer gereizt.

‘Es geht nicht um spitzeln. Du musst ihn überzeugen, dass die Beziehung halt nicht geht. Diese Freundschaft hat keine Zukunft.’

‘Vater, ich würde das nie tun.’

Wieder eine Stille, dann reagierte er frustriert und wütend.

‘Dann brauchst du nicht mehr zum Jugendunterricht zu kommen.’

Rot im Gesicht lief er weg.

Für Frances war das einfach zu viel. Wenn sie auf den Unterricht verzichten musste, dann würde sie überhaupt nicht zur Messe und zur Kirche gehen. Sie bekam viel Unterstützung von ihren Freunden. Trotzdem gab es für Frances eine harte Auseinandersetzung mit Gott. Am Ende kommt sie zum Schluss, dass der Ursprung vieler Probleme eine fehlende Berücksichtigung des Wohls aller Menschen ist. Der liebe Gott liebte Katrin, so wie früher ihre geistig behinderte Freundin Hildegard, die von den Nazis ermordet worden war, nicht weniger als sie selbst.

Frances konnte nicht sagen ob der liebe Gott ihr Recht gab, aber sie betete jeden Tag und sie fühlte sich von Ihm begleitet. Nach einigen Monaten kam der Pfarrer und bat sie zurück zur Kirche zu kommen.

Und jetzt wieder! Sie guckte das Kleid an. Sie war glücklich, Köchin zu sein, in einem Hotel zu arbeiten. Am Ende gab es für sie, und so viele arme Frauen, nicht so viele Möglichkeiten im Leben… Lehrerin, für die die sich eine Ausbildung leisten konnten, Köchin…sonst Krankenschwester… Näherin…Sie stand vor einem Abgrund. Wie konnte eine arme Frau mit Menschen auf Augenhöhe sprechen?

Frances und ihre Freundinnen hatten sich auf diesen herrlichen Sommersonntag gefreut. Sie hatten es vor, sofort nach dem Gottesdienst eine Fahrradtour zu machen. Daher hatte Frances keine Zeit sich erst später ihr schönes rotes Kleid anzuziehen. Das rote Kleid war modern, ein bisschen kürzer, ein bisschen tiefer geschnitten, aber keineswegs frivol oder unanständig. Und beim Radfahren konnte eine Frau doch kein langes Kleid tragen oder?

Aber als Frances und Anna ihre Plätze in der Kirche einnahmen, wurde Frances kein Verständnis für ihren Charakter und ihr Denken gegönnt.

Kurz vor dem Anfang der Messe, schickte der Pfarrer eine Ordensschwester zu ihr, die lauthals vor der gesamten Gemeinde verkündete.

„Das geht nicht Frances.“

„Was meinen Sie, Schwester? Ich habe nichts getan“

„Du weißt ganz genau was ich meine.“

Die Stille in der Kirche war jetzt komplett. Alle Augen wurden auf Frances gerichtet.

Sie wusste was die Schwester meinte. Aber was konnte sie dazu sagen, das nicht unpassend in der Kirche gewesen wäre? Frances fühlte sich mundtot gemacht.

„Du musst die Kirche sofort verlassen.“

Die Schwester wartete sogar bis sie, langsam, gedemütigt und alleine, die Tür der Kirche erreichte und hinter sich zumachte.

Der Ausflug wurde abgesagt. Frances wollte nur allein sein. Sie zog das Kleid aus, wollte sich verstecken.

Sie guckte wieder das Kleid an, als enthielt es eine Antwort. Es gefiel ihr immer noch, schick und rot und einfach perfekt für schönes Sommerwetter. Gott wollte das Glück seiner Kinder. Gott war auch bei ihr, wenn sie mit dem Rad, gewärmt von der Sonne und gekühlt vom Wind fuhr. Dann beging sie auch keine Sünde, wenn sie mit diesem Kleid in die Kirche ging.

Auf einmal war sie von ihrer Scham und Unsicherheit befreit. Es wurde ihr klar, dass diese ihr in der Tat nie hätte anhaften sollen. Sie zog das Kleid wieder an, und verließ das Haus. Dieses Mal würde sie nicht auf die Kirche verzichten. Sie selbst war auch die Kirche. Sie lief zurück in die Kapelle. Als sie betete, fühlte sie sich akzeptiert, zu Hause, genau wie sie war, und wusste, dass es in einem Leben mit Gott am Ende sehr wenig gäbe, worauf sie verzichten müsste.

 Copyright.NickTimmons.2014.

 

frances and girlfriends

Frances, second left and friends.

Its the end of the 1950s.

Perhaps she should get married? Maybe that would be a solution? Maybe that could be her future?

The red dress lay on the bed like an accusation, a reproach. Frances was deeply upset and confused. She walked restlessly around her bedroom.

Frances was now twenty six and the terrible years after the war were over. Wilhemina, her mother still needed to take washing in from other families in the village to make ends meet, and over the years all of her father´s carpentry tools had had to be sold, but the family had survived.

Frances has now worked for more than eight years in a hotel. She proved herself to be hardworking and reliable in the kitchen and serving at tables. She had of course learned to cook as a young girl from Wilhemina. But the boss, the daughter of the family who owned the hotel was pleased by her work and paid her well. And it was the boss who, when Frances had expressed a liking for the red dress, as they passed it in a shop in Münster, had come back later alone and bought it for her as a surprise gift.

Frances paused and looked at the dress again. She knew it was also a kind of invitation. The sister had a brother, ten years older than Frances, and Frances knew the whole family would like to welcome her properly into their family as his wife. He was a quiet retiring man who clearly liked her well enough. She felt grateful, which she felt she was supposed to feel, but also dismayed and angry as she couldn´t help wondering if in fact he really knew her at all.

She felt herself cornered somehow, held at bay, by the events of the last few months and of today. But there was no denying that she would not be a young person much longer and the decisions she would take soon would shape the rest of her life.

She wasn´t ashamed that she liked beautiful clothes. It didn´t mean she didn´t understand that many other things in life were much more important. For a moment she was back in the church where she had been that morning hearing the words of the Sister. She was not a child anymore. She had had no right to speak to her like that.

Frances wanted so much just to be able to turn the clock back. In the last few years, she´d had so much happiness, so much fun, just being young. She had a best friend, Edith. On long summer evenings in the garden, or on winter evenings in front of the fire, they had talked about everything, and, sometimes of course, too about the young men they had met.

frances and edith 

Frances, left, and Edith.

Brought up Catholic, like Frances, and practicing too, they weren´t afraid though to have their own ideas and wanted to be open to the world. With Frances´ brother Hans, who ever since he had been an altar boy, was well known to all the local young women, and with his girlfriend Katrin, they made a happy group, travelling together to the cinema in Münster or going walking in the countryside.

Frances walked over to the window. It was Sunday. The street was empty. She wished again for the peace of mind that she had so often enjoyed on a Sunday afternoon. She went back and sat on the bed. On the other hand, it had not always been easy.

Katrin, Hans´ girlfriend was an old friend of the family. Because her mother had often been sick, Wilhemina had cooked for the children of both families. That Katrin, and her whole family were Protestants was never even mentioned. However, Frances could very clearly remember the day when the Parish Priest approached her.

“Good day, Frances.”

“Good day, Father.”

“Frances, you do know that Katrin is a protestant girl don´t you?”

“Of course, father, everyone in the village knows that.”

“Yes, indeed. Well, I have been wondering if perhaps we shouldn´t be keeping an eye on your brother Hans.”

“Is something the matter with him Father?”

“No, of course not, Frances. I mean it just looks like he´s courting Katrin, and obviously that wouldn´t be a good idea.”

Frances was quiet for a moment uncertain what she should say. And then she understood his meaning and it hit her like a slap in the face.

“You want me to spy on them, father, or to…to…tell them to stop.”

She was incredulous and the priest responded with greater vehemence.

“Its not about spying, Frances. Its about discouraging a relationship that could be a danger to Hans´ immortal soul. You must persuade him that this relationship does not have a future, which it does not.”

Frances replied calmly but clearly.

“Father, I would never do that.”

The priest was taken aback. But he was not the first and would certainly not be the last, to be disappointed in his belief, perhaps because she was a woman, or because she was small, so often smiling, or so obviously kind, or perhaps because she was all these things together, that she would be a person easily led to do the bidding of another.

As it became clear in the silence, that she had nothing else to add, he became angry.

“Then perhaps it would be best if you did not attend the youth meetings at the church anymore.”

And he walked quickly and angrily away.

For Frances that was just too much to ask., and if she wasn´t allowed at the church youth meetings then she wouldn´t go church or mass at all. Her friends, of course, supported her. But it wasn´t easy for her. She prayed and earnestly examined her own conscience. Was she mistaken? But in the end she came back to her belief that God did not love Katrin, just as he had not loved Hildegarde, any less than her or Hans, just because they were Protestants.

Frances, of course, couldn´t say that she knew God agreed with her. But she prayed every day and never felt estranged or distant from Him.

After some months the Parish Priest sought her out again and, without mentioning their disagreement asked her to come to church.

And now this! She touched the dress beside her. Wasn´t she happy to be a cook? Couldn´t she be happy to spend her life working in a hotel? In the end, after all, a poor young woman just didn´t have that many choices. She would have liked to be a teacher, but her family hadn´t had the money for her to train…she could be a nurse, or a seamstress…a Sister, perhaps…..or a cook.

How could a poor young woman find a way to be listened to and respected? Would she always be pushed to one side, left alone in an empty room before an empty street?

Frances and her girlfriends had been particularly looking forward to this Sunday. They had planned a bike ride together into the countryside as soon as Frances and Anna had come back from mass. And it was for that reason that Frances had had her red dress on that was perfect for bike rides.

It was a quite modern dress, maybe a little shorter than what she usually wore to church but it wasn´t indecent.

But as Frances and Anna took their places in church, Frances was to find that no consideration would be given for her good character or her intentions.

Just before the mass started the Priest sent a Sister to speak to Frances, and she announced in a voice that everyone in the packed church could hear:

“Frances, that just is not acceptable.”

“What do you mean, sister?” Frances was embarrassed and struggled not to feel defensive.

“I haven´t done anything wrong.”

“You know very well what I mean.” The Sister replied coldly.

The silence in the church was now complete. All eyes were on Frances.

She did know what the Sister meant. And she knew it was unfair. She felt herself cornered into silence. After all what could she reply in her defence that was suitable for a crowded church just before a mass?

“You must leave the church now.”

The Sister even waited for Frances to come out of her pew, and only ceased watching her after she had slowly walked, humiliated, to the church door and quietly closed it behind her.

The excursion was cancelled. Frances just wanted to be left alone. She went back to her room, took the dress off and laid it on the bed.

She looked again at the dress, as if should she just know how to make sense of what it meant to her, as if it held a kind of answer. The initial shock of what had happened in the church was now subsiding and she surprised herself in finding herself smiling, seeing the dress as the Sister saw it but still embracing what it meant to her, with the ridiculous brightness of its red, the carefree confidence of the deep cut at the neck. She still really liked it. It was simply perfect for warm summer days and for bike rides. And then He was there too, in her thoughts, the God she felt she knew; who was with her now and shared her joy when she rode her bike, heart racing, legs pounding, warmed by the sun and cooled by the wind.

She suddenly felt freed of her shame and her anxiety. It was clear to her now that they had never really belonged to her, nor to her red dress. She put the dress on again and left the house. This time she would not stay away from the church. She was, exactly as she was, the church. She went back into the chapel.

As she prayed, she felt accepted, at home, and knew that in a life with God there might be in the end little that she would have to forego.

Copyright.NickTimmons.2014

 

 

It was the terrible winter of 1945/46.

Sissy walked through the darkness. It was raining and she was walking through dirty snow that had already lain on the ground for several weeks. Every day for weeks now she had been looking for food, or to find work in exchange for food, from the farmers. Sometimes successfully, sometimes not. She was fourteen.

In the first years after the death of her father, the army had tried to help and protect the family. Now there was no german army any more. Of the men who had survived only the old men were not in prison.

The family was only surviving from the food that Sissy could earn or beg. For a while her mother had taken in washing, but now no one in the village had any money, and there was, in any case, nothing to buy in the village shop.

Sissy was shivering from the cold. Apart from her own footsteps, there was no other sound from the forest that surrounded her. She paused a moment to rest. Today she had a definite destination in mind. She had tried for days now to avoid the need to go there. But she knew there was now no choice. No birds were singing. Still two hours she guessed until sunrise. She walked on.

Despite the hunger and cold, she was happy to be home again in the countyside and in her village.

A month ago, her mother had asked her if she was willing to go to Münster.

“Maybe there, there´ll be work, money and more food, Frances. “

It had been a long time since her mother had called her by her real name.

When she arrived in Münster, she had been amazed. The city, as she had known it, didn´t really exist anymore. It had been flattened. As a ´trümmerfrau´, she was able to start work immediately. Hundreds of other women in long rows, all over Germany, removed the rubble of the former towns and cities, stone by stone, from dawn to dusk. As Frances passed on the heavy weight of yet another stone, she thought of all the people who had lost their lives as their homes collapsed on them. Her skin lined with dust, sweat and dirt, she could not help herself from asking of God,

„Why had Hitler survived for so long while so many innocent people were being killed? “

Frances was paid with food and a place to stay. But there was nothing for her to take back to her family at the weekends. After a few weeks she came back to the village.

Frances stopped again to gather her strength. The path seemed to be narrowing now and it was slowly rising. She looked at the tall, bare, black shapes of the trees around her.

She remembered the time before the war when many in the conservative village believed in their leader. His Brown sisters were very active in the village. Girls and young women who wanted to do something to help others and to help the Fatherland. They carried bags of coal for the old people and made dolls from old rags and string for the little children. Because they seemed to want only to help people it was only natural for Sissy to want to join.

The leader of the troop specially sought Sissy out.

“The Führer would be particularly pleased to have such a pretty, blonde girl as you in his troop“

But later, at home, Mother took Sissy aside and spoke to her in a whisper.

“Think carefully Sissy. Think of all the new prisons, and how the SS men rant and rave.“

Sadly, and in a kind of confession before God in the darkness of the forest, and as if, although she had not been aware of it, she had been talking to God for some time, she said aloud.

“Because we all knew what was happening. It was only spoken about behind closed doors but we all knew it.”

She had finally arrived at the top of the hill. On the horizon above the far side of the valley she could see the first faint glow of the hidden, but rising, son. Now it was gently downhill and she would soon have the forest behind her.

She smiled as she thought about Anna. Anna was a new child, and a new joy in the family. A few months ago at Sunday mass, the priest had explained to the villagers.

“Our orphanage is full to bursting. Is there a family who could a new home to one of our children?”

Wilhemina had not hesitated. Anna was only two. She was cute, very quiet but always alert. But when there was a storm then she would cower in the corner of the room, frightened and inconsolable. Frances thought about the others who were also now sitting around the kitchen table at home. They were three elderly relatives who had been bombed out of their homes. They mostly just sat, silent and ashen faced, as if their empty eyes were still seeing the destruction of their homes.

It had stopped raining and Frances could, with each step, make out more clearly her destination in the valley below. A slaughterhouse. She knew the work would be very hard. And the place stank of blood and death. The blood streamed along the gutters of the yards. Very few people would or could stand working there for long.

Frances stopped a last time on the path. She turned and looked back to the forest. Had she left something behind her? Despite the growing light, a silence still reigned in the night.

She remembered the words of her father´s sister, a Franciscan Sister, at his funeral.

“When fate deals us such a terrible blow, then we have to accept it and still, despite everything, continue trying to help others. “

Frances suddenly, momentarily, felt and saw, the warmth of her father´s smile. She turned as the first fragment of the sun appeared over the far horizon, not yet disturbing the darkness of the valley below.