Ich habe in diesem Sommer viel Zeit damit verbracht, mit einer Nachbarin zu reden. In ihrem langen Leben hat sie als Kind die Nazizeit erlebt, als junge Frau den Krieg und die schwere Nachkriegszeit. Geprägt von der Christlichkeit ihrer Eltern wurde sie Ordensschwester und zog in die DDR um dort als Missionarin zu leben.

 Portrait.  Katja Harbi

Portrait. Katja Harbi

Als ich ihr sagte, dass sie eine bemerkenswerte Person sei, winkte sie ab, aber stimmte zumindest zu, dass sie ein interessantes Leben geführt hätte. Ich konnte sie überreden, mir einige wichtige Momente ihres Lebens zu erzählen, so dass ich sie aufschreiben könne. Das Resultat dieser Zusammenarbeit wird hier über die kommenden Wochen in sieben Teilen veröffentlicht werden.

 

Einige Momente aus dem Leben der Schwester Franziska.

‘Wann kommt Hildegard zurück?’ fragte Sissy zum dritten Mal an diesem herrlichen Sonntag.

Frances, schon immer in der Familie als Sissy bekannt, ist sieben, aber schon praktisch, intelligent und frech.

Ihre Mutter antwortet mal wieder, dass sie es nicht weiß.

Die Mutter, Wilhelmina, ist besorgt, sogar erschüttert. Wie kann man einem Mädchen erklären, dass ihre Freundin, freudig und glücklich, geistig behindert aber nicht krank, ins Krankenhaus aufgenommen und ‘aus Versehen’ fehlbehandelt wurde und infolge dessen gestorben ist?

…Und daraufhin nie zurückkommen würde. Mutter kann es selbst kaum fassen.

Was kann ein kleines Mädchen damit anfangen?

Es ist 1939 in einem Dorf in der Nähe von Münster in Westdeutschland.

Frances wurde 1932 in Münster geboren. Sie war das zweite von sieben Kindern. Alle Kinder waren, ihrem Alter entsprechend, groß, dunkel und hübsch, bis auf Sissy. Sie war klein, blond, tatkräftig und manchmal eigenwillig.

Die Familie wohnte in einem kleinen Dorf. Im Dorf gab es nur Bauern und selbstständige Geschäftsmänner wie ihren Vater. Er war Tischler. Ihr Vater war ein anständiger und angesehener Mann und die Familie wurde wohlhabend. Es gab sogar ein Hausmädchen, welches der Mutter und ihrer ständig wachsende Familie half.

Wilhemina und Alois

Wilhemina und Alois

Die Mutter gebar jedes Jahr, sechs Jahre lang, je ein Kind, welches immer, wie Schwester Franziska sagt, aus Gottes Hand angenommen wurde’, und dann, zwei Jahre später, ein letztes. Jeder Geburtstag, Weihnachten und Ostern wurde herzlich gefeiert. Onkel Franz sang in einem Chor und leitete die Kinder beim Musikspielen an. Gertrude spielte Harmonika, Hans spielte Trompete, und Sissy, Hans, August, Marianna, Toni, Tina, sangen alle mit.

Schwester Franziska hat keinen Zweifel daran, dass Katholismus eine zentrale Rolle in der Lebensfreude, dem Selbstbewusstsein und dem Glück der Scharen der Kinder des Dorfes spielte. Vielleicht war es aber eher der Glauben innerhalb der Familien der Dorfbewohner, der den lieben Gott zu einer allgegenwärtigen Präsenz in ihrem Leben machte. Zu beten, selbstverständlich aber auch zu diskutieren, sogar sich mit Gott auseinanderzusetzen, hat Sie von ihrer Mutter gelernt. Gott war streng, Sünden durften nicht begangen werden. Aber er war nur so, weil er als Vater die Liebe und das Glück aller seiner Kinder wollte.

In seiner Weltoffenheit und Einschließlichkeit war dieses Verständnis von Gott in der Familie den Zeiten voraus. Das Leben im Dorf in den Dreißiger Jahren hatte leider auch seine dunklen Seiten. Dem Schein nach durch Religion vereinigt, war das Dorf von Intoleranz und Vorurteilen gespalten.

Die Trennung zwischen den Gemeindeschichten wurde streng kontrolliert und erzwungen. Die einheimischen Bauern heirateten untereinander. Die selbstständigen Geschäftsleute ebenso. Daraus ergaben sich Ehen unter Verwandten und dadurch Inzest.

Leider mischte sich der Pfarrer im Dorf auch in die Freundschaften der Familie ein, damit sie ‘gute Katholiken’ blieben. Die Nachbarn, auch ‘eine kinderreiche’ Familie, waren die einzige evangelische Familie im Dorf. Und die Tochter, Hildegard, war Sissys Freundin.

 Hildegard (ex rechts) und Freunde

Hildegard (ex rechts) und Freunde

Eines Tages kam der Pfarrer zu ihr und versuchte ihr klarzumachen, dass so eine Freundschaft für ihre Seele gefährlich sein könnte und dass sie Hildegard lieber meiden solle. Obwohl noch so jung, war Sissy sofort klar dass sie, zumindest für eine Weile, den Pfarrer und die Kirche meiden musste. Sie wusste, dass der Liebe Gott Hildegard nicht weniger liebte als sie, und dass ihre Freundschaft niemals eine Sünde sein könnte.

Und dann es gab zu dieser Zeit natürlich auch die Nationalsozialisten. Die Familie und insbesondere die Mutter, Wilhemina, standen unter Verdacht der Nationalsozialisten, weil sie fünfzehn Jahre lang als Köchin für eine Jüdische Familie, einer wohlhabenden Familie, die eine Fabrik besessen hatte, gearbeitet hatte. Und schlimmer noch, die beiden Familien waren gut befreundet gewesen. Die Fabrikbesitzer waren Gäste bei der Hochzeit von Wilhelmina und Alois gewesen. Sie hatten sich auch immer großzügig gezeigt und hatten Wilheminas kinderreicher Familie viele Geschenke gegeben.

Aber unter die Nazis wurde das Leben der Juden immer schwieriger. Auch im Dorf. Vielleicht aus Eifersucht hat jemand im Dorf Wilhemina bei der SS, die Staatssicherheit, angezeigt. Der Informant behauptete jüdische Männer seien in der Nacht gekommen und hätten in Wilheminas Garten viele Wertgegenstände begraben. Die SS kam mehrmals, durchsuchte das Familienhaus und den ganzen Garten. Aber sie fanden nie etwas. Sie fragten die Mutter immer wieder, wo sie die Wertsachen versteckt hielt. Sie antwortete immer.

„Ich weiß nicht.“

Die Eltern der jüdischen Familie und drei ihrer fünf Kinder, wurden in Auschwitz ermordet.

Zehn Jahre später, in der schwierigen Nachkriegszeit, tauchte ein junger Mann im Dorf auf. Er war einer der zwei Kinder dem die Flucht nach Amerika gelungen war. Er hat einen Zettel von seinem Vater mitgebracht, auf dem stand, dass er bei Wilhelmina im Garten eine kleine Kiste begraben hatte.

Als sein Vater zu Wilhemina gekommen war und gefragt hatte, ob er bei ihr eine Kiste verstecken könnte, hatte sie bejaht, aber die Bedingung gestellt, dass sie nicht wissen wollte wo. So konnte sie immer sagen, sie wüsste nichts.

Der junge Mann grub im Garten unter einem Himbeerstrauch. Dort fand er die Kiste seiner Eltern, mit Wertsachen und wichtige Dokumenten. Wie sein Vater war er großzügig und Wilhemina dankbar und, um ihre Not zu lindern, ließ er ihr eine schöne Summe Geld zurück.

Natürlich haben ihre Eltern, so weit wie möglich, Sissy und die anderen Kinder von diesen Geschehnissen geschützt. Aber vor dem Verschwinden von Hildegard konnten sie Sissy nicht schützen.

Der englische und katholische Schriftsteller, Graham Greene, hat einmal geschrieben dass es einen Moment in jeder Kindheit gibt, wenn ein Fenster in die Zukunft geöffnet wird. Von diesem Moment an, können wir ein Leben von Sinn und Bedeutung verfolgen. Vielleicht war für Franziska der Tod ihrer Freundin Hildegard dieser Moment. Höchstwahrscheinlich auch von den Nazis ermordet, hat dieses schreckliche Vorkommen paradoxerweise alles was Franziska schon in ihrer Familie über Gott und Liebe und die Würde jeder Mensch gelernt hatte, nur weiter bestätigt und verfestigt.

Martin, seine Schwester Hildegard und Sissy

Martin, seine Schwester Hildegard und Sissy

Seit über siebzig Jahren strahlen ihre Freundschaft, und deren unschuldiges, unerschütterliches Licht durch dieses düstere Fenster.

‘Sie war einfach meine Freundin.’

Schwester Franziska

Sister Franziska today. Portrait by Katja Harbi.

Over the summer I have been working with a neighbor on writing about, and reflecting on her life. She experienced the Nazi period as a child, and grew into maturity during the war and then the years of hardship after Germany´s defeat. Shaped by the Christianity of her parents, she eventually became a nun and then a missionary in Communist East Germany.

When I put it to her that she was a remarkable woman, she agreed that she had, at least, had an interesting life. Then we agreed to work together to write a little about that life. So over the next seven weeks a blog will appear each week written about significant moments in her long life.

Some moments from Sister Franziska´s life.

„When is Hildegard coming back? “ Sissy asked for the third time on this beautiful summer morning.

Frances, always known in the family as Sissy, is only seven, but she is already practical, intelligent and cheeky.

Her mother tells her again that she doesn´t know.

Her mother, Wihelmina, is in fact very worried, frightened even. How can you explain to a little girl that her friend, full of life and mischief, a little slow to learn some things, but perfectly healthy has been taken to hospital, and, ´by mistake´, been given an injection from which she has died?

And so Hildegard is never coming back. She can hardly understand it herself. What can her little Sissy make of it?

It is 1939 in a village near the Cathedral city of Münster in the west of Germany, not far from the Dutch border.

Frances, always known in the family as Sissy, was born in 1932. She was the second of seven children. All the other children were tall, dark haired and pretty. Sissy, on the other hand, was small and blonde with a plain round face. Her eyes, however, were bright and alert, showing the direction of her thoughts, which were almost always quickly followed up by action. She was the child of whom neighbours and relatives would say, with a mixture of admiration and trepidation, ´she already knows her own mind, that little one´.

The family lived in a small village. In the village there were the farmers, and self-employed small business people like her father. He, Alois, was a carpenter. He was a good natured man, well respected in the village and over time the family had become quite prosperous. There was even, for a while, a housemaid who helped Wilhemina, with the housework and her ever growing family.

Wilhemina und Alois

    Wilhemina and Alois on their Wedding Day.

Wihelmina gave birth every year for six years, each taken, as she put it, from the palm of God´s hand. Then after two years a last child. Birthdays, Christmas and Easter were all heartily celebrated, Gertrude played harmonica, Hans the trumpet, and Uncle Franz, who always came to visit at these times, led the choir of Sissy, Hans, Auguste, Marianna, Toni and Tina.

Looking back, Sister Franziska has little doubt that Catholicism played a central role in the joy in life and the self-confidence of the shoals of children who lived in the village. Although perhaps it was more the faith in the village families themselves that made a sense of a loving God a constant presence in their lives. Sissy learnt to pray from her mother, but also that she could talk to God, and even argue with him. But she also learnt the commandments and that God was a strict God. Sin should be avoided; but only because He wanted the happiness of all his children that only a good life could bring.

In its openness to the world and its inclusivity this understanding of God in Sister Franziska´s family was perhaps ahead of its time. Village life in the 1930s had also a dark side. On the surface united by religion, the village was in reality divided by intolerance and prejudice.

The division between the classes in the village was strongly enforced. The farmer families married among themselves, as did the small business people. That meant, of course, marriages between blood relatives and an increased occurrence of incest.

Unfortunately the parish priest also believed he had the right to intervene in the lives of the families and friends in the village. Sissy´s neighbours were a big family, and the only Protestant family in the village. One of the daughters, nine year old Hildegard had long been Sissy´s friend.

hildegard und freunde

   Hildegard, extreme left, and friends from the village.

One day the priest came to Sissy and told her that a friendship with Hildegard could endanger her immortal soul.

“It would be better Frances not to spend so much time with her”.

Although she was still only seven Sissy understood straight away that she must, for a while at least, avoid, not Hildegard, but the parish priest and the church. She knew that God did not love Hildegard any less than he loved her and that their friendship could never be a sin.

And then, of course, there were also the National Socialists. The whole family, but especially Wilhemina, were suspected by the Nazis of helping Jewish people. She had worked for fifteen years as a cook for a prosperous Jewish family who owned a local factory. But worse still, the two families were friendly and the couple had been guests at Wilhemina and Alois´ wedding. They were also generous people who often brought presents and gifts for Sissy and her six brothers and sisters.

But under the Nazis life for Jews in the village became ever more difficult. Perhaps out of jealousy someone reported Wilhemina to the SS. The informant claimed to have seen Jewish men in the family garden one night and that they had been digging and burying things there.

The SS came several times and searched the house and, in particular, the garden, systematically dividing the garden into sections and driving pitch forks into the ground to try to find what might have been buried there. But they found nothing. They questioned mother again and again but she always answered that she knew nothing about it.

The parents and three of the five children of the Jewish family were eventually taken away and murdered in Auschwitz.

Ten years later, in the very hard first years after the war, a young man turned up in the village. He was one of the two children whose escape to America the parents had managed to organize. He brought with him a piece of paper, a simply drawn map that his father had given to him. It showed where in the family garden his father had indeed buried a small box with some valuable objects and some important documents.

When his father had come to Wilhemina and asked her if could bury something in her garden, she agreed but with the condition that she did not want to be told where he had buried it. Then when she was asked about it, she could always answer I don´t know.

The young man went directly to a blackcurrant bush in the garden and dug beneath it. And there he found the box left for him by his parents. Like them, he was both thankful and generous, and left behind a handsome sum of money to help the family in their need.

Of course, at the time, Wilhemina and Alois did all they could to protect Sissy and the other children from the visits of the SS. But Wilhemina knew she would not in the end be able to protect Sissy from Hildegard´s disappearance.

The English and Catholic novelist, Graham Greene, once wrote that in every childhood, there comes a moment when a window into the future is opened, and from this moment we can trace the sense and meaning of a life. Perhaps, for Sister Franziska, was this moment when, Wilhelmina no longer able to protect her from the pain, she realized her friend Hildegard was not coming back. Very likely murdered by the Nazis, paradoxically, this terrible incident only confirmed and deepened all Frances had learnt from her family about God and love and the dignity of every individual person.

martin, hildegard und sissy

   Left to right. Martin, his sister Hildegard and Sissy.

And for over seventy years now the light of their innocent and unshakeable friendship still shines through that dark window.

A first poem in German, on the occasion of the tenth anniversary of the opening of my friend Thomas’ cafe and gallery, ….followed by a fairly terrible translation….

Es gibt kein englishes Wort fuer Fernweh.

Aber jeder Erwachsen und Lebendiger muss das befriedigen.

Wir sind wie Steine und das Leben ein Bildhauer

Das unserer Schicksal eine Menschengestalt gibt.

Aber Leben, als Kunstler, scheint oft blind und ungeschickt

Und manchmal sind Wir nicht in Form.

Wir brauchen alle jeden Tag eine Zuflucht,

Obwohl das mag nur funf mintuen dauern.

Also im Herz des Kiezes ist Cafe Emma T.

Hier ist immer ein freundliche Laecheln und ein herzliche Willkommen.

Hier kann man reden aber muss man nicht.

Hier kann man allein sein ohne sich einsam zu fuehlen.

Hier wird man gesehen, gehoert und geachtet.

Nur muss man sich nicht zu ernst nehmen,

So gar in einer Zuflucht kann einen Splitter vom Stein fallen.

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Thomas und Nick vor dem Cafe Emma T. Lehderstrasse 60 Weissensee Spitze, 13086 Berlin

There is no english word for Fernweh.*

Yet to live and change we must satisfy this need.

We’re like boulders and life is a sculptor

Who gives our fate a human shape.

But as a sculptor life can be blind and clumsy

So we often feel knocked out of kilter.

Then an everyday refuge comes in handy

Even if its just for five minutes.

And such a place in the heart of the Kiez**

Is the Cafe Emma T.

Here there’s always a smile of welcome,

And a chat too, though you don’t have to.

Here you can be alone without being lonely

Here you can be seen, listenend to and considered.

Only don’t take yourself too seriously.

Even in a refuge a fragment of the stone

Can be chipped away.

*A yearning to get away, to find a new life.

** The local area, usually no more than a few streets

OK really i want to write about Leipzig, a tremendous city, fascinating historically, culturally, politically, great for the disabled and with a really good anecdote about Bach’s bones as well…and then there’s the Thomanerchor which is the finest singing you’ll ever hear…and so on…..but I can’t seem to get past the german railway system and its effect on isolated parts of Newcastle.

 

Newcastle?

 

Yes, Newcastle. Where we’ve also been recently. It works like this. Getting the train to Liepzig we’re in, for the first time, the new main Berlin train station, the Hauptbahnhof, and it is fascinating because its a ‘turmbahnof’, that is, a ‘tower station’ with trains coming in and out on platforms built at different heights, so in effect above or below each other.

 

Now although the Berlin main station was so designed for engineering reasons, such stations were in the nineteenth century much more common at least in Germany because private train companies would not agree to let competitor companies use their tracks.

 

This is still an issue in the railway industry and is known as common access. This is now usually ensured by national government insistence and a European Union directive 91/440 and of course makes perfect sense. And would be a good example of how the public realm can intervene to frame the market in a way that tries to ensure effective competition.

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Berlin’s vertiginous Hauptbahnhof.

So a nice young fella in a very bright red uniform takes us into the plate glass elevator down to our platform. And the ICE, the Inter City Express, is a great train. And the first train that I’ve been on since we arrived in Germany. Accessing it as a wheelchair user via a foot levered metal platform isn’t the last word in high tech cool but it works. The train quickly hits 200km/h and travels the 154 kms/95 miles to Leipzig in one hour and ten minutes.

 

And it has an intenet connection. So I think I might as well find out a bit more about ‘Deutsche Bahn’, (DB) German Railways. Checking their website they proudly tell a story of the company arising from the ashes of the failed nationalised railways of the former East and West Germany. I guess we’re in ‘British Rail’ territory here, state run industries bleeding the nation dry with their ill fitting, breakfast stained uniforms, rickety tea trolleys, over manned stations and mollycoddled staff too busy working out a yankee from the racing pages of the Sun to sell you a ticket for a train. (Although that’s not actually how I remember it but anyway….)

 

So DB was reconstituted and relaunched in 1993, making a lot of staff redundant along the way, and they are now officially an Aktien Gesellschaft, a privately run joint stock company, registered in Berlin and free to make a profit and under a heading titled…’The Foundation of Deutsche Bahn AG.’on their website, they proudly declare.

 

‘Deutsche Bahn was to earn its money in the marketplace and not pick it up in parliament. ‘

 

Nothing but contempt then for those lesser lame duck enterprises that cannot stand on their two feet, make their own way in the world or take responsibility for themselves, and who live off state handouts…..(.scary..how the phrases just roll off the tongue…)

 

And it is undoubtedly a very successful company what is not so prominent though on the website is that its still wholly owned by the German state, as are, through DB, the vast majority of its affiliates, and that as the near monopoly train provider in Germany it benefits from a yearly subsidy to the railway system, for example, in 2009, of a whopping 11.4 billion euro, mainly to DB’s regional train network. (….as revealed in a European Commission Study published in April 2013 and discussed in the really more interesting than you’d imagine….. Railway Gazette.)

 

As I read more I discover that the privatisation argument was had in Germany in the 1990s but a line was drawn at the point where it was realised that taxpayers’ money was going to be handed out to the company whether it was prvately or publicly run. And private shareholders taking profits whilst those profits came pretty much, through subsidies, straight from ordinary peoples’ pockets was felt to be going too far. Presented as evidence for how such an obviously untenable situation could become reality was, of course, (and apologies to people who’ve had their hand up for some time now)…….Britain.

 

And really that should have been that and as I was lowered onto the platform I should have been thinking about Liepzig, Bach’s home for most of his working life and still home to some of the best street musicians this side of Galway city, but a different question was starting to lurk potentially menacing my peace of mind for the whole trip.

 

DB, setting aside the massive German subsidy as the company itself seems to like to do, made a whopping operating profit of over two billion euros last year, and the Iron Man of austerity and privatisation, german Finance Minister, Wolfgang Schaueble takes about half a billion of that each year into his coffers. So the company takes from and gives to, through increasing public spending, everyday Germans, but, given DB has over 300,000 employees worldwide, what kind of relationship do they have to citizens of other countries, and maybe in particular people in Britain?

 

But at this point my beloved travelling companion took my iphone off me, and abusing her position as a fully able bodied person held it just above my head until I promised not to read anymore about railways and concentrate on the menu in the really rather nice Auerbach’s Keller restaurant where the greatest of all German writers, Goethe was known to enjoy a swift one after writing a few poems as a law student.

 

And I did manage to forget about it…..(ok ….a certain person locked my phone in the room safe and refused to tell me the code to get it back…) …..and we had a great time in Leipzig. But then as fate would have it parental duty took us to Newcastle, Durham and the North East a few weeks later. And a cursory glance at the local papers made clear that transport is a big issue here.

 

Not least because the Newcastle/Gateshead city council is trying to regain some control of the city’s bus network. The extended consultation period for their proposals ended last week, 4. June. They hope to have control of the planning of the city’s bus routes by 2015. Though denouced as Stalinist by one of the local bus owners the powers sought are similar to those enjoyed by that well known Stalinist, Boris Johnson, as Mayor of London.

 

At this point my travelling companion, as we sat in our city centre hotel in the shadow of St James Park, Newcastle United’s football ground, looked anxiously over my shoulder fearing a Railway Gazette google. On the other hand we’d already got drenched once venturing out as far as the nearby chemists…(….why is ibuprofen so expensive in Germany?)..and the rain wasn’t stopping any time soon so…

 

Given DB’s pride in being privately run it clearly made sense for them to use their commercial freedom to look for profitable opportunities in other national markets, particularly, according to their website, in the emerging markets of eastern Europe. But Deutsche Bahn as it turns out is a major player in Britain. It owns and runs Arriva Trains Wales, Chilterns Railways, CrossCountry Railways, Grand Central Railway, part of London Overground, runs the concession for Tyne and Wear Metro and it also provides through Arriva buses services in the North West, South East, Yorkshire, Midlands and the North East of England.

 

Now being an innocent in how these things work, or maybe from just believing the drift of everything in our culture from Dragons Den and the Apprentice to the endless millionaire troubleshooters sent in to rescue a hapless public sector that state dependency would be anathema to entrepreneurs, I was genuinely surprised to find that the canker of state subsidy is normal and indeed jealously guarded by private businesses in public transport.

 

And its not small beer. The Welsh government is committed to paying Arriva Trains Wales, i.e. Deutsche Bahn, a subsidy of £170m a year under the terms of a 15-year deal due to expire in 2018. Although it should be noted that this seems to be the ‘worst’ of the franchise arrangements, and overall the UK Government contributes a relatively small net subsidy of £38m to train operators, after their payments, referred to as premium payments, back to the UK government are taken into account.

 

Nonetheless a full 30% of total industry income each year, in 2012-13 a, by any measure impressive, £4 billion of taxpayer money is paid to Network Rail to preserve the rails and the common access of the companies to the network. (Office of Rail Regulation Report. GB Rail industry financial information. 2012-13.). A huge indirect subsidy to the franchise holding companies in other words. A number of rail franchises will be re-awarded in the coming months. I’d suggest not a single application will be suggesting they, as a private company, want to see an end to that particular state ‘interference’ in the rail industry.

 

Arriva point out that any profits they make are merely recycled into new investment in the railways. Which may be only right (I tried to verify this claim on the net but couldn’t….) although clearly DB must be taking its huge operating profits from somewhere.

 

And that somewhere it surprised me to learn might possibly partly be the humble buses of the North East. Mrs Thatched famously said buses were for losers and I can understand why some of them at least are feeling like losers given the conditions under which the private companies, like Deutsche Bahn’s Arriva operate the buses.

 

For a start the service is also subsidised ……In the initial privatisation arrangements it would seem that private bus companes, like Stagecoach or Arriva, would not have any responsibility for providing a service were it was not seen as profitable to do so. In practice this means outlying estates, where many older, poorer and disabled people lived only have a bus service when Newcastle/Gateshead City council provides them with one through Nexus, the still publicly owned transport executive. They provide ten per cent of the routes in the Newcastle/Gateshead area. In addition it was also agreed that Arriva and other companies would be reimbursed for the cost of bus passes for the elderly and disabled.

 

Overall this means Newcastle City Council pays £62 million a year in subsidising the buses in general, and while Arriva is far from the biggest bus company in the area, it has been revealed that £4,470,447.96 was paid out by the Tyne and Wear Passenger Transport Executive specifically to Arriva plc (DB) for the period 1/1/03 to 1/1/10 (Freedom of Information request.)

Meanwhile bus fares in the region have risen by an average of 3% per year above RPI inflation since 1995 generating a profit margin for running the buses estimated at 14% which is apparently generally agreed to be a very health margin indeed. (FT 17. September 2013.)

 

So to summarise a pensioner, with a bus pass, on an outlying estate in Newcastle subsidises through her council tax the substantial profits of a private bus company who may well not provide her with a service and then she pays through general regressive taxation, VAT for example, into indirect subsidies underpinning the profits of private rail companies. Not forgetting that, if the council is to be believed and they fail to stop the bus companies profiteering, before too long she may have no local (council provided) bus service at all.

 

And a part of her taxes from both sources ends up back at state owned Deutsche Bahn’s very swish headquarters in Potsdamer Platz in Berlin and, albeit a tiny fraction, into the 1.3 to 1.8 million euro per year salaries of the leading executives of Deutsche Bahn who proudly boast of their independence of government and government handouts.

 

On a happier note the rain did stop, and even before it did, it didn’t stop us being wonderfully entertained in Newcastle itself and along what is a very beautiful coastline. We enjoyed particularly Durham Cathedral, Holy Island and Tynmouth.

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Two young fellas admire the fruits of open and transparent cooperation.

As it happens the mid Victorian train station at Tynmouth (shown in the picture) is a beautiful example of industrial architecture, painstakingly brought back to life by Millhouse Developments, a private company, who make no bones on their website about the fact that they did it in a joint venture with North Tyneside Council.

 

 

 

 

 

 

 

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In meinem letzten Blog habe ich mit Begeisterung über einen Besuch beim Hertha BSC im Olympia Stadion geschrieben. Jetzt habe ich ein schlechtes Gewissen weil, wenn man nachhaltiger leben will, es keine gute Idee ist, dass fünfzigtausend Leute jede zweite Woche von überall in Berlin, Brandenburg und noch weiter entfernt anreisen, um ein Spiel zu sehen.

Vielleicht bleiben wir besser in unserem eigenen Kiez und schauen die lokalen Fussballmannschaften an und unterstützen die Theater, Kinos und Kunst in der Nähe.

Einer der besten Abende dass ich je erlebt habe, war im kleinen Hinterhof einer Irischen Kneipe in Oxford. Zwei Franzosen, einer der sang und Guitarre und einer der Geige spielte. Zauberhaft, obwohl ich kein einziges Wort verstand. Noch einen zauberhaften Abend haben wir letzte Woche im ehemaligen Stummfilmkino, dem Delphi, in der Gustav Adolf Strasse in Weissensee erlebt .

Das Delphi ist ein unauffälliger, ziemlich unbekannter, Kulturschatz. Und es steht nur einhundert Meter entfernt von unserem Zuhause. In 1929 wurde es gebaut und es ist eines der wenigen original erhaltenen Stummfilmkinos in Deutschland. Nachdem sich in 1959 ein Stück von der Decke löste und in den Zuschauerraum fiel, wurde das Delphi als Kino endgültig geschlossen.

Seitdem wurden hier schon Küchenmöbel und elektrische Geräte gelagert, Orgeln verkauft und es fand auch mal ein Briefmarkenverkauf statt. Glücklicherweise konnte die Stadtverwaltung in der DDR durch Geldmangel ihr Vorhaben das Gebäude abzureissen nicht verwirklichen.

Heutzutage gibt es Cabaret, Theater, Musikaufführungen und ‘Swinger Partys’….anscheined ist für die Letztere keine Werbung nötig, die angesprochene Kundschaft steht an den betreffenden Abenden in ausgefallener Kleidung auch so Schlange.

Natürlich ist das Gebäude jetzt ungefährlich und ein Teil des Charmes des Delphis sind die nackten, grauen Decken und Wände. Das Dekor ist einfach, eine Theke, Tische, Stühle und clevere Beleuchtung. Und was wichtig für mich ist, es gibt einen ebenerdigen Einlass an der Seite des Gebaudes und ein zugängliches Klo.

Cameron Carpenter ist Amerikaner, der auch hier in Berlin wohnt. Er ist vielleicht der bekannteste Organist der Welt. Na ja, vielleicht hat das nicht zu viel zu bedeuten…aber wenn irgendjemand die Orgel zu Popularität bringen könnte, dann wäre es sicher dieser bescheidenen, und unglaubliche begabte junge Musiker.

Er sieht so aus wie ein Punk aus den Achtziger Jahren, mit Irokesenschnitt und Lederjacke, nur etwas gesünder. Ganz locker schnattert er mit dem Publikum, bis dieses, ganz normal für die Deutschen, ihn mit Klatschen zum spielen zwingt.

Die Orgel hat Cameron selbst designt. Er hat auch eine zweite in den Vereinigten Staaten bauen lassen. Sie sieht so aus wie das Cockpit eines Raumschiffs. Die Orgel, so wie deren viele Meter hohen Lautsprecher, hat ihren eigenen Koffer, in den sie versenkt werden kann (obwohl sie dann doch ein wenig zu gross für die Tür des Delphis war, die demzufolge verbreitert werden musste). Cameron ist in den nächsten Monaten auf Europatournee.

Cameron spielte Bach und einige andere klassische Stücke, ein sehr bewegendes Stück von Scriabin fand ich besonders toll. Die “DambustersMelodie demonstrierte die Kraft der Orgel sehr klar. Aber ohne Zweifel der beste Teil des Abends für mich war die Vorführung von Buster Keaton’s Stummfilm, ‘One Week’ (1920), zu dem Cameron eine sehr schöne Musikbegleitung spielte.

Halbe Stunde nach dem Ende des Konzerts kam er noch einmal zurück in den Saal um ein bisschen mehr zu spielen und mit dem Publikum zu reden und den technikbegeisterten Hinterbliebenen die Funktionen der Orgel zu erklären. Es sagt viel über seine Bescheidenheit und Empfindlichkeit dass er am Ende glücklich war, dass das Delphi selbst der grösste Star des Abends war.

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Ok, in my last blog diary entry I extolled the virtues of a visit to the Olympic Stadium to see the Bundesliga club Hertha BSC. Now I did this with a bit of a bad conscience as I know in the ongoing quest to live more modestly on the planet over 50000 people traveling every other week from all over Berlin, Brandenburg and from further afield to a football stadium is notreally a great idea.

Far better in fact that we should all stay in our Kiez, our local area , and watch a local amateur team or even kids playing in the park, and support local artists and musicians, in local cafes, bars and venues.

One of the best gigs I ever attended was in the backyard of an irish pub, the Bullingdon Arms in Oxford. Two french guys, one singer and guitarrist and the other, a violin player. Didn’t understand a word yet it was magical. And last week there was another truly magical evening just around the corner.

The former silent film cinema, the Dephi, so literally around the corner in Gustav Adolf strasse in Weissensee  that I can still walk there, is a cultural gem. Built in 1929 it is one of the few remaining original silent film cinemas in Germany. It was closed as a cinema in 1959 when bits of the roof started to fall down and it has been since then an organ concert hall and salesroom, a storage space and just left abandoned. But thank goodnews in this period in the old DDR, there was no money even to pull the building down.

These days it hosts theatre and cabaret shows, swingers parties (apparently you don’t need to advertise, people who need to know just somehow know….) and music events.

The building is of course now safe but is essentially just a shell with bare plaster on the walls and ceilings, a bar, some tables and chairs and some clever lighting. The sparsity of decor only adds to the central attraction of the original three stone arches above the stage. And to access it in a wheelchair there’s a side door and then no steps once you’re inside…and there’s a disabled loo.

Cameron Carpenter is an American with a base here in Berlin and is perhaps the world’s best known organist. Which may not be saying a lot in a lot of places. But if anyone has the combination of charm, modesty and incredible talent to make the organ a topic in every local in the land then its probably him. He looks like an eighties era punk with leather jacket and mohican, although admittedly better nourished and without the glue induced greenish tinge to his skin.

Cameron chatted with the audience before being ushered to the stage by, as is the German way, a bout of impatient clapping. The organ, he has another in New York, has been designed by Cameron himself and, as with its many metre high speakers, it folds neatly back into specially designed travelling cases. Cameron is taking the organ on a European tour in the coming months.

He opened with Bach and played a range of classical pieces, including an, at times, remarkably delicate piece by Scriabin. The Dambusters theme demonstrated the surging emotional power of the instrument.

But the undoubted highlight of the evening came in the second half with a screening of the Buster Keaton short film ‘One Week’ (1920) to which Cameron improvised an accompaniment. He returned later in the evening to play some more and chat to the remaining members of the audience. It says a great deal for his modesty and sensitivity that he was quite happy to let the film and the Delphi take centre stage as the climax of the evening.

 

Image  —  Posted: May 13, 2014 in Tagebuch
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Zwei Dinge im Deutschen Fußball gefallen mir besonders. Erstens, dass, im Vergleich zu England, man ihn nicht zu ernst nimmt . Viele Menschen versuchen sich daran zu erinnern, dass sich Fußball am Ende nur lohnt, wenn er Spaß macht. Und zweitens die Fans. Und von denen werdet ihr mehr hören bevor ich zum Ende dieses Blogs komme.

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Als ich im August 2012 in Berlin ankam, feierte die Bundesliga ihr fünfzigjähriges Jubiläum. Im Fernseher lauschte ich dem Bundesliga Presidenten, oder Vorsitzenderm oder wem auch immer, als er in seiner Saisoneröffnungsrede im Nordrhein-Westfalen Stadion von Borussia Dortmund immer wieder betonte, dass Spieler, Zuschauer und Clubmitglieder mehr als je….Spaß haben müssen.

Das war auch die Botschaft letzte Woche im Olympiastadion von Hertha BSC hier in Berlin, wo wir gekommen waren um Hertha gegen Hoffenheim spielen zu sehen. Als wir versuchten unsere Plätze zu finden, wünschten uns von der Ticketverkäuferin über die Stadionordnungskräfte bis zur Polizei alle “Viel Spaß”.

Natürlich ist es sehr leicht für einen Ausländer sentimental zu werden. In lezter Zeit haben Pep Guardiola, der Trainer von Bayern München, und Jurgen Klopp, der Trainer von Borussia Dortmund, sehr zickig reagiert, als Journalisten mit ganz normalen Fragen bloss ihren Job gemacht haben. Aber die Diskussion hier im Fernsehen und auf der Straße ist viel weniger ernsthaft, moralisch und hochtrabensd.

Diese pompöse Art von Reden, die mir hier nicht fehlen, haben selbsternannte Fußballexperten vor kurzem in England im Fernsehen in England, über den Kopfstoß vom Newcastle United trainer, Alan Pardew, perfekt illustriert.

‘Ich habe nie im Leben Etwas so Entsetzliches, so Schreckliches gesehen.’

‘Das ist eine Schande’

‘So etwas soll nie passieren dürfen.’

…vergessend, dass fast alles im Leben wichtiger ist als Fußball, und das Fußball immer eine Gradwanderung auf der Linie von Genialität und Aggressivität, von Freundschaft und Gewaltbereitschaft und Täuschung ist. Wenn man nie von diesem Grad abweicht, dann funktioniert Fußball nicht.

In diesem Zusammenhang haben mich letztens die Worte des ehemaligen deutschen Nationalmannschaftsspielers, Uwe Seeler, sehr erfreut.In der Halbzeitpause wurde Uwe gefragt, welche Taktik er für die Spieler und den Trainer des Hamburg SV, der schon zwei Tore kassiert hatte, vorschlagen würde, um Bayern München wieder einzuholen in der zweite Halbzeit dieses Pokalspiels. Mit unsterblichen Worten antwortete er.

‘Das ist mir scheißegal.’

Scheint, als hätte er nie von einem Fußball Medienberater gehört! Hamburg hatte nicht die Kraft Bayern zu schlagen; in der Tat verlor das Team; und weil die Mannschaft in Abstiegsgefahr in der Bundesliga stand, war das Spiel am folgenden Samstag viel wichtiger.

Und dann klingelte Uwes Handy; in welcher Jacken- oder Hosentasche er es hatte, hatte er vergessen. Gefühlte zwei Minuten suchte und kramte erund am Ende fand er es nicht, es hörte nur auf zu klingeln. Und alle haben gelacht. So soll Fußball sein, ein Anlass ein bisschen Spaß zu haben.

Bevor ich zurück zum Thema Fußball kehre, möchte ich zwei oder drei Worte über die Deutschen und Fluchen auf Englisch sagen. Empfindliche Engländer sollen eventuell den Rest dieses Paragrafen überspringen. Im Allgemein scheint es hier weniger anstossend zu sein zu fluchen als in England. Und oft benutzen Deutsche englische Schimpfworte in einer Art und Weise, die für Englander sehr komisch klingt. In ganz normalen Situationen, zum Beispiel, bei Aldi, fällt einer älteren Dame ihre Dose Hühnersuppe aus der Hand und sie sagt, leise aber klar, ‘fuck.’Oder in Popsongs, die ansonsten sehr langweilg sind, bedauert die Sängerin..

‘Ich habe dich so lieb, aber jetzt ist alles ‘shit’….’

Sogar in ernsthaften, seriösen Medien, wie im Deutschen Radio Kultur das ich in letzter Zeit gehört habe: Die Kanzlerin war im Begriff aus Brüssel zurück nach Berlin zu fliegen wo, im Bezug auf die NSA affäre, sie einen “shitstorm” erwarten könnte. Als Englander frage ich mich immer, habe ich das richting gehört?

Aber zurück zum Olympia Stadion und den Fans. Die, männlich und weiblich, sind laut, dreist, bunt und vulgär. Sie trinken Bier und essen Wurst vor dem Spiel, und während des Spiels singen sie ohne Ende. Es erinnert mich an den ‘Kop’ in Anfield, bei Liverpool Heimspielen in den siebzigern Jahren, viele Fahnen, viele Lieder und viel Spaß. Ohne Zweifel waren die Fans die besten Elemente des Tages. Das Spiel selbst war eher langweilig, ein unentschiedenes 1-1, eine Endsaison Partie; weder Hertha noch Hoffenheim hat viel zu verlieren oder gewinnen. Die Stimmung war besser als sie in England heutzutage normalerweise ist, vielleicht weil die Fans noch überwiegend Arbeiterklasse sind, und noch Arbeit haben, und im Vergleich zu England die Tickets viel billiger sind. Deswegen gibt es hier viele jüngere Fans.

Naturlich könnte ich viel über die Geschichte des Olympia Stadions schreiben. Obwohl man die pompöse Architektur fühlen und sehen kann, hat glücklicherweise der schwarze Leichtathlet Jesse Owens durch seine Siege bei den Olympischen Spielen in 1936, das Stadion zu einem entäuschenden Ort für Hitler gemacht, und die Hertha Fans setzen gegen die prunkvolle, Naziarchtektur mit volltönender respektloser bunter Leidenschaft.

Die Einrichtungen für Behinderte sind ziemlich gut. Hitler and und seine Kumpanen töteten viele Tausende von Behinderten. Die Behinderten- und Begleitepersonentickets sind hier umsonst. Von den Behindertenplätzen gibt es einen sehr schöneen Blick auf das Feld. Und es gibt eine große Menge von uns Rollies hier. Daher….. F**k Adolf!…..wie Uwe sagen würde!

Zum Schluss möchte ich sagen,dass ich nie im Leben eine neue Lieblingsversion von Rod Stewart’s Lied ‘Sailing’ erwartet hatte. Aber auch die haben die Herthafans mir geschenkt

Singende Hertha Fans

Image  —  Posted: April 25, 2014 in Tagebuch
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