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Sister Franziska today in Berlin. Portrait. Katja Harbi.

Winter 1940

Jetzt ist es zwei Jahre, seit Sissys Freundin, Hildegard, nicht vom Krankenhaus zurückgekommen ist, und sie fehlt Sissy noch. Aber ihr Vater hat mit ihr und den anderen Kindern lange und mehrmals darüber gesprochen und erklärt, dass Hildegard jetzt glücklich im Himmel mit dem lieben Gott sei. Hatte nicht Jesus schon gesagt,

‘Lasset die Kindlein zu mir kommen, dann ihrer ist das Himmelreich?’

Und immer wann sie Sorgen hatte, in der Nacht von dem Lärm von Flugzeuge aufwachte, oder wenn es im Schulhof manchmal so aussah, als wäre unter den Jungs Krieg das einzige Spiel, sagte ihr Vater, Alois, ihr, dass alles wieder gut sein würde, und trotz allem, weil er das sagte, glaubte ihm Sissy halt.

Obwohl sie immer bereit war anderen zu helfen, als Kind war Sissy doch eigenwillig und hatte keine Angst ihre Ideen zu verwirklichen. Wann immer die Kinder im Dorf Unfug anrichteten war Sissy immer dabei und war oft sogar die Anstifterin.

Eines Wintertages langweilten sich die Kinder im Dorf und wollten im Eis und Schnee Spaß haben. Am Abend, als die Eltern im Wohnzimmer saßen und lasen, nahmen Sissy und ihre Freunde heimlich einen Schlauch und ließen Wasser über die Wiese eines Nachbars laufen. Sissy war glücklich.

‘Heute Nacht wird es frieren. Morgen können wir wohl Schlittschuh laufen.’

Den nächsten Tag, als das Vergehen entdeckt wurde, bekamen die Eltern jedes der beteiligten Kinder zu hören:

‘Sissy hat gesagt, wir könnten das tun.’

‘Sissy hat gesagt das war erlaubt.’

Als ihr Vater sie zur Rede stellte, gab Sissy ihre Verantwortung zu und beschuldigte keine ihrer Freunde. Als er ihr heimleuchtete, konnte er nicht umhin, heimlich ihre Ehrlichkeit und Tapferkeit zu bewundern.

Sissy leitete sogar einen Raubüberfall an. Ziel der Kinder war der Dorfladen. Sissy gab jedem Kind genaue Anweisungen. Zwei Kinder hatten die Assistentin zu beschäftigen. Zwei hatten vor der Tür zu stehen und niemandem reinzulassen, und ein Mädchen hatte fünf Flasche Parfum zu stehlen. Eine für jedes der Mädchen.

Anschließend, um ein schlechtes Gewissen zu vermeiden, rannten sie sofort zur Kirche um zu beichten. Nach dem dritten Kind, ahnte der Pfarrer eine Verschwörung. Er verließ den Beichtstuhl und befahl allen Kindern die ‘genascht’ hatten, sofort mit ihm zu dem Laden gehen und alles zurückzugeben dass sie gestohlen hatten.

Glücklich waren ihre Eltern nicht, aber sie wussten, Kinder sind eben Kinder. Aber eines Tages im Spätsommer stiftete Sissy alle Kinder an, die reifen süßen Erdbeeren vom Feld zu sammeln. Hinter einem Zaun hatte sie einen guten Zugang gefunden. Glücklicherweise beobachtete ihr Vater aus seiner Werkstatt alles. Es war das einzige Mal dass er sie verprügelte. Lebensmittel waren schon in dieser Zeit sehr knapp.

Dann kamen in Januar 1941, mitten im Krieg, drei Nächte schreckliche Unwetter. Sturm und immer mehr Regen. Vater war der Leiter der Feuerwehr im Dorf.

Als er von seinem Bett die erste Nacht aufgestanden war, und durch das Fenster guckte, Regen, Schneeregen in Strömen, wusste er dass die Bauern die Hilfe der Feuerwehr brauchen würden.

Er drehte sich um, um von seiner Frau Abschied zu nehmen aber sie war nicht mehr da.

Als er runterkam und im Flur nach seinen Regenmantel griff, war sie dort, nahm seine andere Hand und gab ihm einen Apfel.

‘Und ich habe Brote in die Taschen deines Mantels gesteckt. Vergiss nicht die zu essen.’

Bevor er antworten konnte, dass er wusste dass dann nicht viel zu essen im Haus übrig blieb, sagte sie.

‘Und ich weiß wie schlimm die Sturmböen sind, aber zwischendurch, auch wenn das bloß eine Halbestunde sein kann, komm zurück nach Hause.’

Er senkte seinen Blick und nickte und nach einer kurzen Umarmung, öffnete die Tür, und verschwand in der Dunkelheit.

Als er den Garten verließ, und Richtung Feuerwehrwache lief, stellte er fest, dass schon drei, vielleicht vier der Dächer der Scheunen und Tierställen weggeblasen worden waren. Und dass nur in diesem kleinen Teil des Dorfes. Es war schwer zwischen dem Heulen des Windes und der Tiere zu unterscheiden.

Die Feuerwache war dunkel. Er schrie.

‘Hallo, wer ist hier? Gibt es Familienhäuser, die ihre Dächer verloren haben?’

Aus der Dunkelheit kam eine grimmige Stimme.

‘Zehn,…..mindestens.’

Die beiden fingen an, das Feuerwehrfahrzeug vorzubereiten.

Es regnete und regnete fürchterlich für drei Tage und Nächte und Vater hatte keine Gelegenheit zurück nach Hause zu gehen.

Endlich, nach einem dritten Sonnenuntergang trugen ihn drei seiner Feuerwehrmänner in sein Schlafzimmer. Familien, Tiere und Lebensmittel waren alle gesichert und der Notfall war vorbei.

Vater war erschöpft. Zunächst sah es für Mutter, die an seinem Bett wachte, so aus als müsste er nur schlafen. Nur widerwillig nahm Mutter, in ihrer Freude und Erleichterung dass er endlich zu Hause war, sein schweres, mühsames Atmen wahr. Das konnte kein erholsamer Schlaf sein.

Mutter ging ins Sissys Schlafzimmer. Sissy war nicht die älteste aber sie war die verlässlichste.

‘Sissy, Sissy. Wach auf! Du muss den Arzt holen.’

Vater kam ins Krankenhaus. Er litt an einer beiderseitigen, schweren Lungenentzündung. Da Mutter bei Vater im Krankenhaus geblieben war, versuchte Sissy, während der unvermeidlichen Abwesenheit ihrer Eltern, die anderen Kinder zu ermutigen, neue Spiele beim Kochen und Waschen und Saubermachen zu erfinden.

Als er ihrem noch schlafenden Mann zusah, konnte Mutter den Schmerz in den Augen des Facharztes sehen.

‘Ihr Mann wird immer schwächer. Es tut mir so leid, aber es gibt nichts was wir für ihn tun können.’

‘Wirklich gar nichts?’

‘Ihr Mann braucht dringend Penizillin. Aber es gibt es hier keins in Deutschland.’

‘Wo denn sonst?’

Jetzt guckte er ihr ins Gesicht. Mutter konnte sehen wie sich der Schmerz in seinen Augen vertiefte.

‘England.`

Er wollte ihr keine falsche Hoffnung geben, aber vielleicht gab es eine Möglichkeit.

In der Kriegskanzlei in London zeigte der Minister nur kurz Überraschung, als der General nebenbei erwähnte.

‘Nur zur Information, wir haben gestern der Wehrmacht in Köln Penizillin geschickt. Nicht viel. Aber hoffentlich reicht es.’

‘Ich habe keinen Einwand. Aber wissen wir wofür?’

‘Einen Tischler.’

‘Einen Tischler!’

Der Soldat wollte sich nicht fragen, ob es Empörung in der Stimme des Politikers gab. Schnell fügte er hinzu.

‘Mit sieben Kindern.’

Und verließ den Raum so schnell wie möglich.

Leider hat dieser Teil unserer Geschichte kein Happy End. Die englischen Ärzte konnten kein Deutsch und die deutschen kein English. Die Anweisungen auf der Penizillinflasche waren auf Latein geschrieben. Die behandelnden Ärzte, vielleicht, haben sie nicht richtig verstanden. Aber Vater hätte das Penizillin nur allmählich, über vier Stunde gespritzt bekommen sollen. Stattdessen wurde ihm alles auf einmal gegeben. In weniger als eine Viertelstunde war er tot.

In der Familie war die Trauer groß. Das jüngste Kind war erst sechs Wochen alt. Mutter hätte eine Beschwerde vorbringen können, aber gegen wen? Sie wusste, dass alle nur das Beste für ihren Mann gewollt hatten. Mutter hielt die Familie zusammen. Sie bestand darauf dass auch die Kinder bei der Beerdigung sein sollen, was zu dieser Zeit auch ungewöhnlich war. Mutter brachte sie oft zu seinem Grab. Sie beteten und weinten zusammen.

Sissy hat ihr Vater ein letztes Mal in seinem Sarg gesehen. Sie war sicher, trotz ihrer Trauer, dass er sie anlächelte.

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Sister Franziska today in her flat in Berlin. Portrarit Katja Harbi.

Winter 1940

It is now two years since Hildegard did not return from the hospital and Sissy still misses her. But her father, Alois, talked for a long time with her and the other children about her friend and explained that she must now be happy in heaven with Jesus. Hadn´t he said after all,

“Let the children come to me. For the kingdom of heaven belongs to them?”

Whenever she was worried, woken in the night by the sound of the airplanes or when the only game that was played in the schoolyard was war, her father told her that everything would be all right, and because he said it, she believed him.

Although she was always ready to help others, Sissy was always strong willed and was never afraid to put her ideas into action. Whenever the kids in the village had done something that maybe they shouldn´t have, Sissy was usually in the thick of it, if not indeed the ringleader.

One winter day the village children were bored and longed for the ice and snow that were so much fun. Sissy had a think, and that evening, whilst her parents sat and read at home, took a hose from her garden and calmly flooded a neighbours meadow. Sissy was then proud to announce to the other kids.

“It´ll freeze tonight and then in the morning we can all go ice skating.”

As the, more muddy than really icy, meadow was discovered the next morning, in every village kitchen the same thing was heard from all the kids.

“Sissy said we could do it. “

“Sissy said it was ok. “

“It was Sissy´s idea. “

When her father sat down next to her at the breakfast table, she admitted her part, before he had even posed the question. Even as he told her off, he couldn´t help admiring, couldn’t help simply liking her, for her honesty and her daring.

Indeed, Sissy had gone so far as to organise a robbery. The girls´ target was the village shop. Sissy gave each of the girls precise instructions. Two girls were to keep the shop assistant busy asking for things they knew were hard to find. Two girls were to talk to anyone who approached the shop so they wouldn´t come in, and Anna, the littlest was to steal five bottles of perfume.

And it was the perfect crime, until however, as good catholic girls, they had to immediately go to confession to confess the crime and then be able to enjoy the perfume with a clean conscience. As Sissy waited outside the confessional to go in, the last of the five girls, the first three waiting beside her, the priest suddenly and noisily came bustling out of the confessional and ordered them all to come with him back to the shop to give back all that they had stolen.

Wilhemina and Alois were not pleased but they knew children will be children. But one day in late summer, Sissy, having found behind an old barn a perfect hiding place, organised the children to harvest all the ripe strawberries and blueberries from around the village. Thankfully her father saw the toing and froing of the children from his workshop window and stopped them. It was the only time he physically punished her. Food was already becoming scarce in the village.

Then in 1941, as the bombing raids increased, there came three nights of terrible weather. Three days of thunder, lightning, rain and gale force winds. Father was the leader of the volunteers in the village who made up the fire brigade.

As he climbed out of his bed in the early hours of the first morning of the storm and looked through the bedroom window, he knew that the farmers, with their frightened animals, and so many outbuildings, would need help. He turned back to take leave of his wife, but she was already up and had gone downstairs.

As he came downstairs and reached for his raincoat, Wilhelmina was there by his side and put an apple in his free hand.

“And I´ve put some rolls in the pockets of your coat. Don´t forget to eat them! “

Alois knew that there wasn´t much left in the house to eat, but before he could speak, she said.

“And I know the forecast is bad, and the winds are likely to get worse, but come home whenever you can even if its only for half an hour.“

Alois could not meet her eyes, but he nodded. A brief hug, and then he disappeared into the darkness.

As he left the garden and ran in the direction of the Fire Station, he could make out that just in this small part of the village, three, maybe four, roofs had been blown off the barns and cow sheds. It was hard to distinguish the howling of the winds from the cries of the animals.

He had reached the station. There was no light inside. He shouted.

„Hallo is anyone there? Do we know yet if there are any houses were the roof has gone? “

From out of the darkness came a grim voice.

„Ten….. at least.“

His young colleague had now put the light on and the two set to work in silence to prepare the fire engine.

The rain and the winds didn´t stop for three days and nights.

.

Finally after the third sunset, three firemen came carrying father and brought him up to his bedroom. At last all the families, animals and stores had been brought under cover. The emergency was over. But then father himself had collapsed.

He was exhausted. At first it seemed, as mother sat by his bedside, that all he needed was to sleep. Only reluctantly did Wilhemina want to acknowledge, in her relief and joy, that he was finally safe at home, that his heavy, difficult breathing meant that something more serious could be wrong.

In the early hours, she went into Sissy´s bedroom to wake her, although she was not the oldest, she could be trusted the most.

„Sissy! Sissy, wake up. You´ve got to go and fetch the doctor. “

Father now lay in the hospital. He was suffering from a severe infection in both his lungs. Because mother so often in these days was at Alois´ bedside, Sissy looked after the other children and always tried to think of new games to play, cooking and baking, washing and keeping the house clean.

As the doctor looked at her sleeping husband, his breathing still uneven and laboured, she saw his eyes narrow and lips tighten. She immediately asked.

“Is there really nothing that we can do? “

“Your husband urgently needs a new medicine. Penicillin. But we just don´t have it in Germany. “

“Who does have it then? “

Now the doctor looked her full in the face.

“They do have it in England. “

He didn´t want to give her false hope so he did not mention that maybe there was a way.

Just a day later in the War office in London, the Minister had just a moment of surprise as the General at the end of his report, mentioned as if in passing.

„And I wanted to let you know that yesterday we sent some Penicillin, at the request of a German General to a Hospital in Münster. Not a large amount of course, but hopefully sufficient. “

The Minister paused, then.

“I don´t have any objection. Indeed the way things are going we may be looking for some compassion from the Wehrmacht before too long. But may I ask who it was for? “

“A carpenter. “

Now, the minister could not hide his surprise.

”A carpenter! “

„With seven children. “

„Oh, I see“.

And with a nod the minister brought the meeting to a close.

Sadly, this part of our story does not have a happy end. The German doctors could not understand the notes in English and the instructions on the medicine itself were in Latin. Perhaps the Latin was poorly expressed or the doctors in Münster misunderstood. But the penicillin that Alois should only gradually have received in small doses, was given to him all at once and in less than a quarter of an hour he was dead.

In the family for a while the grief was almost unendurable. The youngest child was just six weeks old. Mother could have brought a complaint, but against whom? She had seen the compassion in the eyes of all the doctors. She knew that they had wanted only the best for her husband. Her duty was now to hold the family together. Wilhemina insisted that the children should all be at the funeral, which was unusual at this time. And afterwards they went for a while regularly all together to his grave. They prayed and they cried together.

Sissy had seen her father just one last time in his coffin at the funeral. She was sure, despite her grief that he had smiled at her.

 

Ich habe in diesem Sommer viel Zeit damit verbracht, mit einer Nachbarin zu reden. In ihrem langen Leben hat sie als Kind die Nazizeit erlebt, als junge Frau den Krieg und die schwere Nachkriegszeit. Geprägt von der Christlichkeit ihrer Eltern wurde sie Ordensschwester und zog in die DDR um dort als Missionarin zu leben.

 Portrait.  Katja Harbi

Portrait. Katja Harbi

Als ich ihr sagte, dass sie eine bemerkenswerte Person sei, winkte sie ab, aber stimmte zumindest zu, dass sie ein interessantes Leben geführt hätte. Ich konnte sie überreden, mir einige wichtige Momente ihres Lebens zu erzählen, so dass ich sie aufschreiben könne. Das Resultat dieser Zusammenarbeit wird hier über die kommenden Wochen in sieben Teilen veröffentlicht werden.

 

Einige Momente aus dem Leben der Schwester Franziska.

‘Wann kommt Hildegard zurück?’ fragte Sissy zum dritten Mal an diesem herrlichen Sonntag.

Frances, schon immer in der Familie als Sissy bekannt, ist sieben, aber schon praktisch, intelligent und frech.

Ihre Mutter antwortet mal wieder, dass sie es nicht weiß.

Die Mutter, Wilhelmina, ist besorgt, sogar erschüttert. Wie kann man einem Mädchen erklären, dass ihre Freundin, freudig und glücklich, geistig behindert aber nicht krank, ins Krankenhaus aufgenommen und ‘aus Versehen’ fehlbehandelt wurde und infolge dessen gestorben ist?

…Und daraufhin nie zurückkommen würde. Mutter kann es selbst kaum fassen.

Was kann ein kleines Mädchen damit anfangen?

Es ist 1939 in einem Dorf in der Nähe von Münster in Westdeutschland.

Frances wurde 1932 in Münster geboren. Sie war das zweite von sieben Kindern. Alle Kinder waren, ihrem Alter entsprechend, groß, dunkel und hübsch, bis auf Sissy. Sie war klein, blond, tatkräftig und manchmal eigenwillig.

Die Familie wohnte in einem kleinen Dorf. Im Dorf gab es nur Bauern und selbstständige Geschäftsmänner wie ihren Vater. Er war Tischler. Ihr Vater war ein anständiger und angesehener Mann und die Familie wurde wohlhabend. Es gab sogar ein Hausmädchen, welches der Mutter und ihrer ständig wachsende Familie half.

Wilhemina und Alois

Wilhemina und Alois

Die Mutter gebar jedes Jahr, sechs Jahre lang, je ein Kind, welches immer, wie Schwester Franziska sagt, aus Gottes Hand angenommen wurde’, und dann, zwei Jahre später, ein letztes. Jeder Geburtstag, Weihnachten und Ostern wurde herzlich gefeiert. Onkel Franz sang in einem Chor und leitete die Kinder beim Musikspielen an. Gertrude spielte Harmonika, Hans spielte Trompete, und Sissy, Hans, August, Marianna, Toni, Tina, sangen alle mit.

Schwester Franziska hat keinen Zweifel daran, dass Katholismus eine zentrale Rolle in der Lebensfreude, dem Selbstbewusstsein und dem Glück der Scharen der Kinder des Dorfes spielte. Vielleicht war es aber eher der Glauben innerhalb der Familien der Dorfbewohner, der den lieben Gott zu einer allgegenwärtigen Präsenz in ihrem Leben machte. Zu beten, selbstverständlich aber auch zu diskutieren, sogar sich mit Gott auseinanderzusetzen, hat Sie von ihrer Mutter gelernt. Gott war streng, Sünden durften nicht begangen werden. Aber er war nur so, weil er als Vater die Liebe und das Glück aller seiner Kinder wollte.

In seiner Weltoffenheit und Einschließlichkeit war dieses Verständnis von Gott in der Familie den Zeiten voraus. Das Leben im Dorf in den Dreißiger Jahren hatte leider auch seine dunklen Seiten. Dem Schein nach durch Religion vereinigt, war das Dorf von Intoleranz und Vorurteilen gespalten.

Die Trennung zwischen den Gemeindeschichten wurde streng kontrolliert und erzwungen. Die einheimischen Bauern heirateten untereinander. Die selbstständigen Geschäftsleute ebenso. Daraus ergaben sich Ehen unter Verwandten und dadurch Inzest.

Leider mischte sich der Pfarrer im Dorf auch in die Freundschaften der Familie ein, damit sie ‘gute Katholiken’ blieben. Die Nachbarn, auch ‘eine kinderreiche’ Familie, waren die einzige evangelische Familie im Dorf. Und die Tochter, Hildegard, war Sissys Freundin.

 Hildegard (ex rechts) und Freunde

Hildegard (ex rechts) und Freunde

Eines Tages kam der Pfarrer zu ihr und versuchte ihr klarzumachen, dass so eine Freundschaft für ihre Seele gefährlich sein könnte und dass sie Hildegard lieber meiden solle. Obwohl noch so jung, war Sissy sofort klar dass sie, zumindest für eine Weile, den Pfarrer und die Kirche meiden musste. Sie wusste, dass der Liebe Gott Hildegard nicht weniger liebte als sie, und dass ihre Freundschaft niemals eine Sünde sein könnte.

Und dann es gab zu dieser Zeit natürlich auch die Nationalsozialisten. Die Familie und insbesondere die Mutter, Wilhemina, standen unter Verdacht der Nationalsozialisten, weil sie fünfzehn Jahre lang als Köchin für eine Jüdische Familie, einer wohlhabenden Familie, die eine Fabrik besessen hatte, gearbeitet hatte. Und schlimmer noch, die beiden Familien waren gut befreundet gewesen. Die Fabrikbesitzer waren Gäste bei der Hochzeit von Wilhelmina und Alois gewesen. Sie hatten sich auch immer großzügig gezeigt und hatten Wilheminas kinderreicher Familie viele Geschenke gegeben.

Aber unter die Nazis wurde das Leben der Juden immer schwieriger. Auch im Dorf. Vielleicht aus Eifersucht hat jemand im Dorf Wilhemina bei der SS, die Staatssicherheit, angezeigt. Der Informant behauptete jüdische Männer seien in der Nacht gekommen und hätten in Wilheminas Garten viele Wertgegenstände begraben. Die SS kam mehrmals, durchsuchte das Familienhaus und den ganzen Garten. Aber sie fanden nie etwas. Sie fragten die Mutter immer wieder, wo sie die Wertsachen versteckt hielt. Sie antwortete immer.

„Ich weiß nicht.“

Die Eltern der jüdischen Familie und drei ihrer fünf Kinder, wurden in Auschwitz ermordet.

Zehn Jahre später, in der schwierigen Nachkriegszeit, tauchte ein junger Mann im Dorf auf. Er war einer der zwei Kinder dem die Flucht nach Amerika gelungen war. Er hat einen Zettel von seinem Vater mitgebracht, auf dem stand, dass er bei Wilhelmina im Garten eine kleine Kiste begraben hatte.

Als sein Vater zu Wilhemina gekommen war und gefragt hatte, ob er bei ihr eine Kiste verstecken könnte, hatte sie bejaht, aber die Bedingung gestellt, dass sie nicht wissen wollte wo. So konnte sie immer sagen, sie wüsste nichts.

Der junge Mann grub im Garten unter einem Himbeerstrauch. Dort fand er die Kiste seiner Eltern, mit Wertsachen und wichtige Dokumenten. Wie sein Vater war er großzügig und Wilhemina dankbar und, um ihre Not zu lindern, ließ er ihr eine schöne Summe Geld zurück.

Natürlich haben ihre Eltern, so weit wie möglich, Sissy und die anderen Kinder von diesen Geschehnissen geschützt. Aber vor dem Verschwinden von Hildegard konnten sie Sissy nicht schützen.

Der englische und katholische Schriftsteller, Graham Greene, hat einmal geschrieben dass es einen Moment in jeder Kindheit gibt, wenn ein Fenster in die Zukunft geöffnet wird. Von diesem Moment an, können wir ein Leben von Sinn und Bedeutung verfolgen. Vielleicht war für Franziska der Tod ihrer Freundin Hildegard dieser Moment. Höchstwahrscheinlich auch von den Nazis ermordet, hat dieses schreckliche Vorkommen paradoxerweise alles was Franziska schon in ihrer Familie über Gott und Liebe und die Würde jeder Mensch gelernt hatte, nur weiter bestätigt und verfestigt.

Martin, seine Schwester Hildegard und Sissy

Martin, seine Schwester Hildegard und Sissy

Seit über siebzig Jahren strahlen ihre Freundschaft, und deren unschuldiges, unerschütterliches Licht durch dieses düstere Fenster.

‘Sie war einfach meine Freundin.’

Schwester Franziska

Sister Franziska today. Portrait by Katja Harbi.

Over the summer I have been working with a neighbor on writing about, and reflecting on her life. She experienced the Nazi period as a child, and grew into maturity during the war and then the years of hardship after Germany´s defeat. Shaped by the Christianity of her parents, she eventually became a nun and then a missionary in Communist East Germany.

When I put it to her that she was a remarkable woman, she agreed that she had, at least, had an interesting life. Then we agreed to work together to write a little about that life. So over the next seven weeks a blog will appear each week written about significant moments in her long life.

Some moments from Sister Franziska´s life.

„When is Hildegard coming back? “ Sissy asked for the third time on this beautiful summer morning.

Frances, always known in the family as Sissy, is only seven, but she is already practical, intelligent and cheeky.

Her mother tells her again that she doesn´t know.

Her mother, Wihelmina, is in fact very worried, frightened even. How can you explain to a little girl that her friend, full of life and mischief, a little slow to learn some things, but perfectly healthy has been taken to hospital, and, ´by mistake´, been given an injection from which she has died?

And so Hildegard is never coming back. She can hardly understand it herself. What can her little Sissy make of it?

It is 1939 in a village near the Cathedral city of Münster in the west of Germany, not far from the Dutch border.

Frances, always known in the family as Sissy, was born in 1932. She was the second of seven children. All the other children were tall, dark haired and pretty. Sissy, on the other hand, was small and blonde with a plain round face. Her eyes, however, were bright and alert, showing the direction of her thoughts, which were almost always quickly followed up by action. She was the child of whom neighbours and relatives would say, with a mixture of admiration and trepidation, ´she already knows her own mind, that little one´.

The family lived in a small village. In the village there were the farmers, and self-employed small business people like her father. He, Alois, was a carpenter. He was a good natured man, well respected in the village and over time the family had become quite prosperous. There was even, for a while, a housemaid who helped Wilhemina, with the housework and her ever growing family.

Wilhemina und Alois

    Wilhemina and Alois on their Wedding Day.

Wihelmina gave birth every year for six years, each taken, as she put it, from the palm of God´s hand. Then after two years a last child. Birthdays, Christmas and Easter were all heartily celebrated, Gertrude played harmonica, Hans the trumpet, and Uncle Franz, who always came to visit at these times, led the choir of Sissy, Hans, Auguste, Marianna, Toni and Tina.

Looking back, Sister Franziska has little doubt that Catholicism played a central role in the joy in life and the self-confidence of the shoals of children who lived in the village. Although perhaps it was more the faith in the village families themselves that made a sense of a loving God a constant presence in their lives. Sissy learnt to pray from her mother, but also that she could talk to God, and even argue with him. But she also learnt the commandments and that God was a strict God. Sin should be avoided; but only because He wanted the happiness of all his children that only a good life could bring.

In its openness to the world and its inclusivity this understanding of God in Sister Franziska´s family was perhaps ahead of its time. Village life in the 1930s had also a dark side. On the surface united by religion, the village was in reality divided by intolerance and prejudice.

The division between the classes in the village was strongly enforced. The farmer families married among themselves, as did the small business people. That meant, of course, marriages between blood relatives and an increased occurrence of incest.

Unfortunately the parish priest also believed he had the right to intervene in the lives of the families and friends in the village. Sissy´s neighbours were a big family, and the only Protestant family in the village. One of the daughters, nine year old Hildegard had long been Sissy´s friend.

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   Hildegard, extreme left, and friends from the village.

One day the priest came to Sissy and told her that a friendship with Hildegard could endanger her immortal soul.

“It would be better Frances not to spend so much time with her”.

Although she was still only seven Sissy understood straight away that she must, for a while at least, avoid, not Hildegard, but the parish priest and the church. She knew that God did not love Hildegard any less than he loved her and that their friendship could never be a sin.

And then, of course, there were also the National Socialists. The whole family, but especially Wilhemina, were suspected by the Nazis of helping Jewish people. She had worked for fifteen years as a cook for a prosperous Jewish family who owned a local factory. But worse still, the two families were friendly and the couple had been guests at Wilhemina and Alois´ wedding. They were also generous people who often brought presents and gifts for Sissy and her six brothers and sisters.

But under the Nazis life for Jews in the village became ever more difficult. Perhaps out of jealousy someone reported Wilhemina to the SS. The informant claimed to have seen Jewish men in the family garden one night and that they had been digging and burying things there.

The SS came several times and searched the house and, in particular, the garden, systematically dividing the garden into sections and driving pitch forks into the ground to try to find what might have been buried there. But they found nothing. They questioned mother again and again but she always answered that she knew nothing about it.

The parents and three of the five children of the Jewish family were eventually taken away and murdered in Auschwitz.

Ten years later, in the very hard first years after the war, a young man turned up in the village. He was one of the two children whose escape to America the parents had managed to organize. He brought with him a piece of paper, a simply drawn map that his father had given to him. It showed where in the family garden his father had indeed buried a small box with some valuable objects and some important documents.

When his father had come to Wilhemina and asked her if could bury something in her garden, she agreed but with the condition that she did not want to be told where he had buried it. Then when she was asked about it, she could always answer I don´t know.

The young man went directly to a blackcurrant bush in the garden and dug beneath it. And there he found the box left for him by his parents. Like them, he was both thankful and generous, and left behind a handsome sum of money to help the family in their need.

Of course, at the time, Wilhemina and Alois did all they could to protect Sissy and the other children from the visits of the SS. But Wilhemina knew she would not in the end be able to protect Sissy from Hildegard´s disappearance.

The English and Catholic novelist, Graham Greene, once wrote that in every childhood, there comes a moment when a window into the future is opened, and from this moment we can trace the sense and meaning of a life. Perhaps, for Sister Franziska, was this moment when, Wilhelmina no longer able to protect her from the pain, she realized her friend Hildegard was not coming back. Very likely murdered by the Nazis, paradoxically, this terrible incident only confirmed and deepened all Frances had learnt from her family about God and love and the dignity of every individual person.

martin, hildegard und sissy

   Left to right. Martin, his sister Hildegard and Sissy.

And for over seventy years now the light of their innocent and unshakeable friendship still shines through that dark window.

A first poem in German, on the occasion of the tenth anniversary of the opening of my friend Thomas’ cafe and gallery, ….followed by a fairly terrible translation….

Es gibt kein englishes Wort fuer Fernweh.

Aber jeder Erwachsen und Lebendiger muss das befriedigen.

Wir sind wie Steine und das Leben ein Bildhauer

Das unserer Schicksal eine Menschengestalt gibt.

Aber Leben, als Kunstler, scheint oft blind und ungeschickt

Und manchmal sind Wir nicht in Form.

Wir brauchen alle jeden Tag eine Zuflucht,

Obwohl das mag nur funf mintuen dauern.

Also im Herz des Kiezes ist Cafe Emma T.

Hier ist immer ein freundliche Laecheln und ein herzliche Willkommen.

Hier kann man reden aber muss man nicht.

Hier kann man allein sein ohne sich einsam zu fuehlen.

Hier wird man gesehen, gehoert und geachtet.

Nur muss man sich nicht zu ernst nehmen,

So gar in einer Zuflucht kann einen Splitter vom Stein fallen.

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Thomas und Nick vor dem Cafe Emma T. Lehderstrasse 60 Weissensee Spitze, 13086 Berlin

There is no english word for Fernweh.*

Yet to live and change we must satisfy this need.

We’re like boulders and life is a sculptor

Who gives our fate a human shape.

But as a sculptor life can be blind and clumsy

So we often feel knocked out of kilter.

Then an everyday refuge comes in handy

Even if its just for five minutes.

And such a place in the heart of the Kiez**

Is the Cafe Emma T.

Here there’s always a smile of welcome,

And a chat too, though you don’t have to.

Here you can be alone without being lonely

Here you can be seen, listenend to and considered.

Only don’t take yourself too seriously.

Even in a refuge a fragment of the stone

Can be chipped away.

*A yearning to get away, to find a new life.

** The local area, usually no more than a few streets

OK really i want to write about Leipzig, a tremendous city, fascinating historically, culturally, politically, great for the disabled and with a really good anecdote about Bach’s bones as well…and then there’s the Thomanerchor which is the finest singing you’ll ever hear…and so on…..but I can’t seem to get past the german railway system and its effect on isolated parts of Newcastle.

 

Newcastle?

 

Yes, Newcastle. Where we’ve also been recently. It works like this. Getting the train to Liepzig we’re in, for the first time, the new main Berlin train station, the Hauptbahnhof, and it is fascinating because its a ‘turmbahnof’, that is, a ‘tower station’ with trains coming in and out on platforms built at different heights, so in effect above or below each other.

 

Now although the Berlin main station was so designed for engineering reasons, such stations were in the nineteenth century much more common at least in Germany because private train companies would not agree to let competitor companies use their tracks.

 

This is still an issue in the railway industry and is known as common access. This is now usually ensured by national government insistence and a European Union directive 91/440 and of course makes perfect sense. And would be a good example of how the public realm can intervene to frame the market in a way that tries to ensure effective competition.

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Berlin’s vertiginous Hauptbahnhof.

So a nice young fella in a very bright red uniform takes us into the plate glass elevator down to our platform. And the ICE, the Inter City Express, is a great train. And the first train that I’ve been on since we arrived in Germany. Accessing it as a wheelchair user via a foot levered metal platform isn’t the last word in high tech cool but it works. The train quickly hits 200km/h and travels the 154 kms/95 miles to Leipzig in one hour and ten minutes.

 

And it has an intenet connection. So I think I might as well find out a bit more about ‘Deutsche Bahn’, (DB) German Railways. Checking their website they proudly tell a story of the company arising from the ashes of the failed nationalised railways of the former East and West Germany. I guess we’re in ‘British Rail’ territory here, state run industries bleeding the nation dry with their ill fitting, breakfast stained uniforms, rickety tea trolleys, over manned stations and mollycoddled staff too busy working out a yankee from the racing pages of the Sun to sell you a ticket for a train. (Although that’s not actually how I remember it but anyway….)

 

So DB was reconstituted and relaunched in 1993, making a lot of staff redundant along the way, and they are now officially an Aktien Gesellschaft, a privately run joint stock company, registered in Berlin and free to make a profit and under a heading titled…’The Foundation of Deutsche Bahn AG.’on their website, they proudly declare.

 

‘Deutsche Bahn was to earn its money in the marketplace and not pick it up in parliament. ‘

 

Nothing but contempt then for those lesser lame duck enterprises that cannot stand on their two feet, make their own way in the world or take responsibility for themselves, and who live off state handouts…..(.scary..how the phrases just roll off the tongue…)

 

And it is undoubtedly a very successful company what is not so prominent though on the website is that its still wholly owned by the German state, as are, through DB, the vast majority of its affiliates, and that as the near monopoly train provider in Germany it benefits from a yearly subsidy to the railway system, for example, in 2009, of a whopping 11.4 billion euro, mainly to DB’s regional train network. (….as revealed in a European Commission Study published in April 2013 and discussed in the really more interesting than you’d imagine….. Railway Gazette.)

 

As I read more I discover that the privatisation argument was had in Germany in the 1990s but a line was drawn at the point where it was realised that taxpayers’ money was going to be handed out to the company whether it was prvately or publicly run. And private shareholders taking profits whilst those profits came pretty much, through subsidies, straight from ordinary peoples’ pockets was felt to be going too far. Presented as evidence for how such an obviously untenable situation could become reality was, of course, (and apologies to people who’ve had their hand up for some time now)…….Britain.

 

And really that should have been that and as I was lowered onto the platform I should have been thinking about Liepzig, Bach’s home for most of his working life and still home to some of the best street musicians this side of Galway city, but a different question was starting to lurk potentially menacing my peace of mind for the whole trip.

 

DB, setting aside the massive German subsidy as the company itself seems to like to do, made a whopping operating profit of over two billion euros last year, and the Iron Man of austerity and privatisation, german Finance Minister, Wolfgang Schaueble takes about half a billion of that each year into his coffers. So the company takes from and gives to, through increasing public spending, everyday Germans, but, given DB has over 300,000 employees worldwide, what kind of relationship do they have to citizens of other countries, and maybe in particular people in Britain?

 

But at this point my beloved travelling companion took my iphone off me, and abusing her position as a fully able bodied person held it just above my head until I promised not to read anymore about railways and concentrate on the menu in the really rather nice Auerbach’s Keller restaurant where the greatest of all German writers, Goethe was known to enjoy a swift one after writing a few poems as a law student.

 

And I did manage to forget about it…..(ok ….a certain person locked my phone in the room safe and refused to tell me the code to get it back…) …..and we had a great time in Leipzig. But then as fate would have it parental duty took us to Newcastle, Durham and the North East a few weeks later. And a cursory glance at the local papers made clear that transport is a big issue here.

 

Not least because the Newcastle/Gateshead city council is trying to regain some control of the city’s bus network. The extended consultation period for their proposals ended last week, 4. June. They hope to have control of the planning of the city’s bus routes by 2015. Though denouced as Stalinist by one of the local bus owners the powers sought are similar to those enjoyed by that well known Stalinist, Boris Johnson, as Mayor of London.

 

At this point my travelling companion, as we sat in our city centre hotel in the shadow of St James Park, Newcastle United’s football ground, looked anxiously over my shoulder fearing a Railway Gazette google. On the other hand we’d already got drenched once venturing out as far as the nearby chemists…(….why is ibuprofen so expensive in Germany?)..and the rain wasn’t stopping any time soon so…

 

Given DB’s pride in being privately run it clearly made sense for them to use their commercial freedom to look for profitable opportunities in other national markets, particularly, according to their website, in the emerging markets of eastern Europe. But Deutsche Bahn as it turns out is a major player in Britain. It owns and runs Arriva Trains Wales, Chilterns Railways, CrossCountry Railways, Grand Central Railway, part of London Overground, runs the concession for Tyne and Wear Metro and it also provides through Arriva buses services in the North West, South East, Yorkshire, Midlands and the North East of England.

 

Now being an innocent in how these things work, or maybe from just believing the drift of everything in our culture from Dragons Den and the Apprentice to the endless millionaire troubleshooters sent in to rescue a hapless public sector that state dependency would be anathema to entrepreneurs, I was genuinely surprised to find that the canker of state subsidy is normal and indeed jealously guarded by private businesses in public transport.

 

And its not small beer. The Welsh government is committed to paying Arriva Trains Wales, i.e. Deutsche Bahn, a subsidy of £170m a year under the terms of a 15-year deal due to expire in 2018. Although it should be noted that this seems to be the ‘worst’ of the franchise arrangements, and overall the UK Government contributes a relatively small net subsidy of £38m to train operators, after their payments, referred to as premium payments, back to the UK government are taken into account.

 

Nonetheless a full 30% of total industry income each year, in 2012-13 a, by any measure impressive, £4 billion of taxpayer money is paid to Network Rail to preserve the rails and the common access of the companies to the network. (Office of Rail Regulation Report. GB Rail industry financial information. 2012-13.). A huge indirect subsidy to the franchise holding companies in other words. A number of rail franchises will be re-awarded in the coming months. I’d suggest not a single application will be suggesting they, as a private company, want to see an end to that particular state ‘interference’ in the rail industry.

 

Arriva point out that any profits they make are merely recycled into new investment in the railways. Which may be only right (I tried to verify this claim on the net but couldn’t….) although clearly DB must be taking its huge operating profits from somewhere.

 

And that somewhere it surprised me to learn might possibly partly be the humble buses of the North East. Mrs Thatched famously said buses were for losers and I can understand why some of them at least are feeling like losers given the conditions under which the private companies, like Deutsche Bahn’s Arriva operate the buses.

 

For a start the service is also subsidised ……In the initial privatisation arrangements it would seem that private bus companes, like Stagecoach or Arriva, would not have any responsibility for providing a service were it was not seen as profitable to do so. In practice this means outlying estates, where many older, poorer and disabled people lived only have a bus service when Newcastle/Gateshead City council provides them with one through Nexus, the still publicly owned transport executive. They provide ten per cent of the routes in the Newcastle/Gateshead area. In addition it was also agreed that Arriva and other companies would be reimbursed for the cost of bus passes for the elderly and disabled.

 

Overall this means Newcastle City Council pays £62 million a year in subsidising the buses in general, and while Arriva is far from the biggest bus company in the area, it has been revealed that £4,470,447.96 was paid out by the Tyne and Wear Passenger Transport Executive specifically to Arriva plc (DB) for the period 1/1/03 to 1/1/10 (Freedom of Information request.)

Meanwhile bus fares in the region have risen by an average of 3% per year above RPI inflation since 1995 generating a profit margin for running the buses estimated at 14% which is apparently generally agreed to be a very health margin indeed. (FT 17. September 2013.)

 

So to summarise a pensioner, with a bus pass, on an outlying estate in Newcastle subsidises through her council tax the substantial profits of a private bus company who may well not provide her with a service and then she pays through general regressive taxation, VAT for example, into indirect subsidies underpinning the profits of private rail companies. Not forgetting that, if the council is to be believed and they fail to stop the bus companies profiteering, before too long she may have no local (council provided) bus service at all.

 

And a part of her taxes from both sources ends up back at state owned Deutsche Bahn’s very swish headquarters in Potsdamer Platz in Berlin and, albeit a tiny fraction, into the 1.3 to 1.8 million euro per year salaries of the leading executives of Deutsche Bahn who proudly boast of their independence of government and government handouts.

 

On a happier note the rain did stop, and even before it did, it didn’t stop us being wonderfully entertained in Newcastle itself and along what is a very beautiful coastline. We enjoyed particularly Durham Cathedral, Holy Island and Tynmouth.

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Two young fellas admire the fruits of open and transparent cooperation.

As it happens the mid Victorian train station at Tynmouth (shown in the picture) is a beautiful example of industrial architecture, painstakingly brought back to life by Millhouse Developments, a private company, who make no bones on their website about the fact that they did it in a joint venture with North Tyneside Council.

 

 

 

 

 

 

 

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In meinem letzten Blog habe ich mit Begeisterung über einen Besuch beim Hertha BSC im Olympia Stadion geschrieben. Jetzt habe ich ein schlechtes Gewissen weil, wenn man nachhaltiger leben will, es keine gute Idee ist, dass fünfzigtausend Leute jede zweite Woche von überall in Berlin, Brandenburg und noch weiter entfernt anreisen, um ein Spiel zu sehen.

Vielleicht bleiben wir besser in unserem eigenen Kiez und schauen die lokalen Fussballmannschaften an und unterstützen die Theater, Kinos und Kunst in der Nähe.

Einer der besten Abende dass ich je erlebt habe, war im kleinen Hinterhof einer Irischen Kneipe in Oxford. Zwei Franzosen, einer der sang und Guitarre und einer der Geige spielte. Zauberhaft, obwohl ich kein einziges Wort verstand. Noch einen zauberhaften Abend haben wir letzte Woche im ehemaligen Stummfilmkino, dem Delphi, in der Gustav Adolf Strasse in Weissensee erlebt .

Das Delphi ist ein unauffälliger, ziemlich unbekannter, Kulturschatz. Und es steht nur einhundert Meter entfernt von unserem Zuhause. In 1929 wurde es gebaut und es ist eines der wenigen original erhaltenen Stummfilmkinos in Deutschland. Nachdem sich in 1959 ein Stück von der Decke löste und in den Zuschauerraum fiel, wurde das Delphi als Kino endgültig geschlossen.

Seitdem wurden hier schon Küchenmöbel und elektrische Geräte gelagert, Orgeln verkauft und es fand auch mal ein Briefmarkenverkauf statt. Glücklicherweise konnte die Stadtverwaltung in der DDR durch Geldmangel ihr Vorhaben das Gebäude abzureissen nicht verwirklichen.

Heutzutage gibt es Cabaret, Theater, Musikaufführungen und ‘Swinger Partys’….anscheined ist für die Letztere keine Werbung nötig, die angesprochene Kundschaft steht an den betreffenden Abenden in ausgefallener Kleidung auch so Schlange.

Natürlich ist das Gebäude jetzt ungefährlich und ein Teil des Charmes des Delphis sind die nackten, grauen Decken und Wände. Das Dekor ist einfach, eine Theke, Tische, Stühle und clevere Beleuchtung. Und was wichtig für mich ist, es gibt einen ebenerdigen Einlass an der Seite des Gebaudes und ein zugängliches Klo.

Cameron Carpenter ist Amerikaner, der auch hier in Berlin wohnt. Er ist vielleicht der bekannteste Organist der Welt. Na ja, vielleicht hat das nicht zu viel zu bedeuten…aber wenn irgendjemand die Orgel zu Popularität bringen könnte, dann wäre es sicher dieser bescheidenen, und unglaubliche begabte junge Musiker.

Er sieht so aus wie ein Punk aus den Achtziger Jahren, mit Irokesenschnitt und Lederjacke, nur etwas gesünder. Ganz locker schnattert er mit dem Publikum, bis dieses, ganz normal für die Deutschen, ihn mit Klatschen zum spielen zwingt.

Die Orgel hat Cameron selbst designt. Er hat auch eine zweite in den Vereinigten Staaten bauen lassen. Sie sieht so aus wie das Cockpit eines Raumschiffs. Die Orgel, so wie deren viele Meter hohen Lautsprecher, hat ihren eigenen Koffer, in den sie versenkt werden kann (obwohl sie dann doch ein wenig zu gross für die Tür des Delphis war, die demzufolge verbreitert werden musste). Cameron ist in den nächsten Monaten auf Europatournee.

Cameron spielte Bach und einige andere klassische Stücke, ein sehr bewegendes Stück von Scriabin fand ich besonders toll. Die “DambustersMelodie demonstrierte die Kraft der Orgel sehr klar. Aber ohne Zweifel der beste Teil des Abends für mich war die Vorführung von Buster Keaton’s Stummfilm, ‘One Week’ (1920), zu dem Cameron eine sehr schöne Musikbegleitung spielte.

Halbe Stunde nach dem Ende des Konzerts kam er noch einmal zurück in den Saal um ein bisschen mehr zu spielen und mit dem Publikum zu reden und den technikbegeisterten Hinterbliebenen die Funktionen der Orgel zu erklären. Es sagt viel über seine Bescheidenheit und Empfindlichkeit dass er am Ende glücklich war, dass das Delphi selbst der grösste Star des Abends war.